Juli 2012 in Illinois: Vertrocknete Maispflanzen auf einer Farm in der Nähe von Shawneetown © Scott Olsen/Getty Images

Es ist die schwerste Dürre in den USA seit fast 25 Jahren: Wochenlange Hitze und Trockenheit haben zwei Drittel der Fläche des Landes extrem ausgedörrt. In etwa jedem dritten Landkreis der USA wurde der Notstand ausgerufen.

Seit etwa acht Wochen hat es in weiten Teilen des Landes nicht mehr geregnet. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten in und um den Mittleren Westen, darunter South Dakota, Iowa, Illinois, Kansas , Missouri und Arkansas sowie Oklahoma im zentralen Süden. 

Die Trockenheit trifft vor allem den Maisgürtel ("Corn Belt") – gigantische Anbauflächen im Mittleren Westen, auf denen heutzutage nicht nur Mais, sondern auch Soja in Massen produziert wird. Außerdem werden viele Rinderherden in der Region gehalten. Die landwirtschaftlichen Großbetriebe leiden besonders unter dem Extremwetter. Wasser und Futter für das Vieh sind knapp geworden.

La Niña trägt Mitschuld

Experten führen extreme Wetterereignisse unter anderem auf das Klimaphänomen La Niña zurück. Diese besondere Strömungskonstellation im Pazifik war 2011 auch für eine ungewöhnlich heftige Tropensturm-Saison im Nordatlantik und für die extreme Trockenheit in Texas mitverantwortlich. Dort führte sie zu verheerenden Waldbränden . Außerdem begünstigte das Phänomen Rekord-Regenfälle in Australien .

Stürme, Überschwemmungen oder Dürren sind aber nie die einzige Ursache für extremes Wetter. Darauf weist auch der Wissenschaftsservice des US-Kongresses hin, der am 12. Juli einen Bericht zu Dürren in den USA veröffentlicht hatte. Die Experten gehen davon aus, dass die USA in den kommenden Jahren häufiger unter Hitze und Trockenheit leiden werden.

Dass der Klimawandel Einfluss auf Extremwetterereignisse hat, ist unter Forschern nicht umstritten. Der Nachweis, wann und wie genau Veränderungen des Klimas das Wetter beeinflussen, lässt sich jedoch nur sehr schwer erbringen.

Eine Grafik der New York Times zeigt, dass großflächige Dürren in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgetreten sind. Besonders schwer traf es die Farmer in den Jahren 1954 bis 1956. Auch 1988 war ein extrem trockenes Jahr.

Extrem niedrige Wasserstände am Mississippi

Wie der Nachrichtensender CNN  berichtet, erreichen die Pegel am Mississippi derzeit in Folge der Dürre historische Tiefststände. Noch im Mai hatte es an dem Strom und seinem größten Nebenfluss – dem Missouri River – Hochwasser gegeben.

Nach Einschätzung von Meteorologen könnte die Trockenheit noch bis Ende des Jahres andauern. Für den August erwarten Meteorologen für das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten überdurchschnittlich hohe Temperaturen sowie weniger Niederschlag als normalerweise in dieser Jahreszeit.

In der Tendenz könne die Dürre noch bis Oktober oder sogar bis Ende des Jahres andauern, warnte Dan Collins von der US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) .