AtomkraftJapan drückt sich um eine Perspektive nach Fukushima

Menschliches Versagen allerorten: Wieder offenbart ein GAU-Report wenig Neues. Japan muss endlich zur Zukunft seiner Atompolitik Position beziehen, meint Sven Stockrahm. von 

Vorbereiten für die Stromerzeugung: Anfang Juli 2012 setzen Techniker des Kernkraftwerks Oi den ersten japanischen Reaktor nach dem GAU von Fukushima wieder in Gang.

Vorbereiten für die Stromerzeugung: Anfang Juli 2012 setzen Techniker des Kernkraftwerks Oi den ersten japanischen Reaktor nach dem GAU von Fukushima wieder in Gang.  |  © jiji Press/AFP/Getty Images

Erst mauscheln, dann abwiegeln, im Ernstfall stümpern, schließlich improvisieren – fertig ist die Kausalkette für den atomaren GAU. So konstatiert es nun die unabhängige Expertengruppe , die Japans Regierung einberufen hat, um die Katastrophe von Fukushima zu untersuchen.

Das Ergebnis ist ebenso beunruhigend wie bekannt : Die mächtige Atomlobby kungelte über Jahrzehnte mit den Aufsichtsbehörden niedrige Sicherheitsstandards aus, kaum Kontrollen und mangelhafte Notfallpläne. "Der Unfall war eindeutig von Menschenhand verursacht", heißt es im Report. Das japanische Volk wurde um sein Recht auf eine sichere Nutzung der Atomkraft betrogen.

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Als ob es so etwas jemals geben könnte! Ausgerechnet heute speist der erste japanische Reaktor von landesweit 50 wieder Strom in die Leitungen. Die zwei Monate währende atomstromfreie Ära seit Beginn des nuklearen Zeitalters in Japan ist vorbei. Der Abschlussbericht erscheint aber auch zu einer Zeit, in der sich in Tokio gerade die größten Proteste seit den sechziger Jahren formiert haben.

Verhindern konnten die Menschen das Hochfahren des Kernkraftwerks Oi nicht. Und doch scheinen sich viele Japaner allmählich von dem absurden Sicherheitsversprechen der Atomlobby zu verabschieden. Ob nun 17.000, 45.000 oder mehr als 100.000 Menschen Ende Juni auf die Straße gingen: Demonstrationen waren im Hochtechnologieland Japan bislang noch seltener anzutreffen als Menschen ohne Handy.

Der Gegner der Protestierenden ist mächtig. Seitdem sich Japan vor rund 50 Jahren für die Kernkraft entschied, haben Energiekonzerne mit Milliardensummen ganze Landstriche ausgebaut und Arbeitsplätze geschaffen. Von dem lukrativen Geschäft profitierten auch zahlreiche Politiker. Bis heute reichen die Drähte der Firmen offenbar tief hinein in Ministerien und Behörden. Dies zeigt auch der neue Bericht am Beispiel der Nuklearkatastrophe, nach 900 Stunden Anhörungen und Gesprächen mit 1.167 Verantwortlichen, Arbeitern und Betroffenen.

Wie kann das Land trotzdem weiter auf die Kernkraft setzen? Japans künftige Energiepolitik klammern die Autoren des GAU-Reports bewusst aus. Stattdessen haben sie seitenlange Vorschläge, welchen bürokratischen Regeln sich Atomaufsicht und -konzerne unterwerfen sollen. Das ist nötig, löst aber nicht das Energieproblem Japans.

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.

Woher soll der Strom kommen? Seit der Nuklearkatastrophe ist das Land auf teure Öl- und Gasimporte angewiesen, die Menschen müssen Strom sparen und die Handelsbilanz steckt milliardentief in den Miesen. 30 Prozent steuerte die Atomkraft vor dem GAU zur Energieversorgung bei. Japans Weltkonzerne von Kyocera bis Sharp produzieren wegen der hohen Strompreise schon im Ausland.

Leserkommentare
  1. 9. grün.

    [...]

    Fakt ist, dass der Tsunami viele Menschen getötet hat, die Stralung nicht oder noch nicht.

    Die konsequenteste Form des Umweltschutzes ist der Selbstmord und selbst als Leiche macht man noch Müll.

    Günter Blöcker (1913 - 2006):
    "Solange der Mensch annimmt, dass die Übel dieser Erde ihren Grund im speziellen Versagen einzelner Personen und einzelner Einrichtungen haben - so lange befindet er sich noch im Stande der geistigen Kindheit."

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

  2. Es scheint sich in gewissen Kreisen immer noch nicht herumgesprochen zu haben, dass in Japan keine Nuklearkatastrophe, sondern eine Naturkatastrophe passiert ist: und bei der hat sich die Nukleartechnik (kein einziges Todesopfer) vergleichsweise sehr glimpflich aus der Affäre gezogen, sehr im Gegensatz zu Bau- und Verkehrstechnik (zusammen über 20.000 Tote). Es gehört schon eine Menge Arroganz und ideologische Verblendung dazu, vom Erdbeben- und Tsunami-sicheren Mitteleuropa aus den Japanern nun vorschreiben zu wollen, welche Lehren sie aus dieser Katastrophe ziehen.

    • ST_T
    • 05. Juli 2012 20:16 Uhr

    Die Sicherheitsstandards in Japan gehören mitunter zu den höchsten in der Welt - die Preise sind z.B. deswegen auf deutschem Niveau (z.T. drüber), weil da noch Erdbebensicherung und Ähnliches reinfließen.

    Ein ganz anderes Problem aber ist die reale Praxis, und da sieht es auf Seiten der Betreiber sehr düster aus. Es hieß nämlich schon kurz vor der Katastrophe, dass die Kraftwerke, darunter auch Fukushima Daiichi I dringend gewartet/abgeschaltet werden müssen und das ebenso ein Haufen anderer Kraftwerke nicht mehr betrieben werden dürfen. Das war soweit ich mich erinnere ein paar Monate davor.

    Dann hat die Regierung ja "eigentlich" genau diese Kraftwerke abschalten wollen, aber stattdessen wurden die Laufzeiten verlängert.

    Ich weiß auch nicht, inwieweit Sie sich mit japanischer Politik auskennen, aber im letzten Jahr gab es einen Haufen anderer Dinge die leider auf der Prioriätenliste weiter oben saßen. Unter anderem etwa das Problem der Überalterung, dazu dann noch die hohe Staatsverschuldung (zusammengenommen mit der MwsT für 2014/15 die in 2 Schritten auf 10% erhöht werden soll), und vor allem mehrere Wechsel in der Regierung.

    Der Unterschied zu Deutschland besteht darin: Wenn in Japan herauskommt, das jemand scheiße gebaut hat dann rollen dort die Köpfe. Hier werden die Leute noch mit Gold und Rang verabschiedet.
    Nur das Problem ist: Wer übernimmt dann diese Verantwortung...
    Und daran ist nicht die Regierung sondern in erster Linie Tepco schuld!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Liebe(r) ST_T,

    Die Sicherheitsstandards an japanischen Atomkraftwerken sind ohne Zweifel hoch, doch das reicht nicht. Bereits seit 2006 war etwa Tepco bekannt, dass die Schutzwälle gegen Tsunamis nicht ausreichend sind oder auch die Lage der Notkontrollräume im Falle einer überschwemmten Anlage nicht erreichbar sind. Ganz zu schweigen von der Notstromversorgung.

    Natürlich haben Sie Recht, dass Japan gerade im letzten Jahr auch viele andere innenpolitische Probleme hatte. Aber man hätte durchaus wie jetzt eine unabhängige Kommission für die Untersuchung des GAUs auch eine Expertengruppe für die künftige Energieversorgung einberufen können.

  3. 12. @ Nr. 2

    User oj130533 hat völlig recht.
    Atompolitik ist keine rein nationale Angelegenheit. Eine radioaktive Wolke macht eben nicht brav an der Landesgrenze halt. Japan ist zwar weit weg, andere Länder mit Atomkraftwerken aber sind direkt um uns herum. Sollte bspw. in Frankreich an Kraftwerk hochgehen - was statistisch betrachtet nicht eine Frage des ob sondern des wann ist - dann wären weite Teil der Bundesrepublik direkt betroffen. Eigentlich müssten wir uns also auch bei unseren Nachbarn viel stärker einmischen.

    Das Problem mit der Atomkraft ist, dass sie den Energieunternehmen so unglaublich hohe Gewinne beschert, während für die Schäden nachher - und natürlich auch für die "Entsorgung" (lol) des Mülls - die Gesellschaft aufkommen darf. So einen Goldesel gibt man natürlich nicht so leicht her, daher ist der Widerstand der Lobby auch so groß. Vernünftig betrachtet ist Atomkraft aber eigentlich der pure Wahnsinn.

  4. nein. Atomkraft ist kein Purer Wahnsinn.
    Vernünftig betrachtet ist es purer Wahnsinn die Umwelt mit Solartechnik zu verseuchen, deren Produktion nur durch Subventionen ermöglicht wird und die dann in einem Land aufgestellt wird, in dem die Sonne verdammt wenig scheint.

    • joG
    • 05. Juli 2012 20:36 Uhr
    14. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

  5. ... aber durch ihre worwahl suggerieren sie, 'fuer' oder 'im sinne des' japanischen volkes zu sprechen - daher meine ausfuehrungen... auch wenn es verallgemeinernd klingt: deutsche haben immer die angewohnheit 'fuer andere' sprechen zu muessen (die erfahrung machen sie, oder werden sie machen, wenn sie laengere zeit im ausland 'leben' -nicht als tourist!-).

    'sie hatte schon mehr als ein jahr zeit sich ueber langfristige energiepolitik gedanken zu machen' - a. auch wenn sie dieses in 'anfuehrungszeichen' setzen, druecken sie b. japan gegenueber einen vorwurf aus, der ihnen nicht zusteht... (auch 'meine meinung'!).

    und warum meine kritik 'unsachlich' sein soll erschlisst sich mir beim besten willen nicht - aber gut 'jedem tierchen sein plaesierchen' hat meine oma immer gesagt...

    cheers

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum man die nicht kritisieren oder loben (ist auch das verboten?) oder sich überhaupt über diese äußern darf, erschließt sich mir nicht. Sollen wir die Japaner in Zukunft etwa ignorieren?

    Also im Ernst, man sollte einen Artikel in einer Zeitung nicht mit einer Einmischung in innere Angelegenheiten verwechseln. Auf politischer Ebene könnte sich von Ihrer Haltung der britische Premier vielleicht eine Scheibe abschneiden. Auf die Besserwisserei Camerons beispielsweise können, vermute ich, auch die Staatenlenker der Eurozone durchaus dankend verzichten.

  6. Zitat: Der Tsunami hat viele Menschen getötet, die Strahlung (noch) nicht.......Sie verschweigen hier grundsätzlich die Tatsache das Strahlung in der Regel nicht direkt töet sondern erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten. Auc durch die Katastrophe in Tschernobyl sind "nur" 150 Menschen direkt gestorben. Die Zahl der Toten, die aber durch gesundheitliche Auswirkungen aufgrund der Strahlung gestorben ist, ist bei weitem höher! Bis heute gibt es keine einzige umfassende Studie die sich mit diesem Thema beschäftigt! Bis heute gibt es keine Untersuchung in wie fern die Gesundheit der 500000 Liquidatoren von Tschernobyl beeinträchtigt wurde! Warum wohl nicht??? Natürlich kann man sich kurzzeitig in der Nähe des Reaktors aufhalten, ein langfristiger Aufenthalt ist aber nicht möglich! Es ist nach Menschengedenken nicht absehbar wann die Region um Tschernobyl wieder bewohnbar sein wird! Nun zu Fukushima: Unter den Liquidatoren von Fukushima gibt es schon 2 Tote durch Leukämie! Andere leiden unter unerklärlich Immundefekten! Warum erlaubt die japanische Regierung Ärzten nicht die Bevölkerung auf Radioaktivität zu untersuchen??? Warum werden die Grenzwerte für Radioaktivität einfach um das 20fache angehoben??? Der renommierte britische Chemiker Christopher Busby hat eingehende Untersuchungen vor Ort durchgeführt und es wurde festgestellt das praktisch ganz Nordjapan mehr oder minder kontaminiert ist! Landwirtschaft ist dort auf Jahrzehnt unmöglich geworden! So etwas bezeichnen sie also als harmlos...???? Ist schon recht merkwürdig ihre Einstellung....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Radioaktivität tötet nach Jahren und Jahrzehneten- Ja , wenn sie eine Atomexplosion überlebt haben (100-200mSV auf einmal) dann stirbt einer aus 150 Überlebenden an Krebs, zurückzuführen auf Radiaktivität. Untersuchungen aus Hiroshima und Nagasaki. Gleichzeitig sterben heute aber 25% sowieso an Krebs.

    Bezüglich der Radiologischen Auswirkungen in Fukushima gibts den WHO bericht, der Entwarnung gibt:http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-05/fukushima-starhlenbelastung-who-bericht?commentstart=9#cid-2080638

    Bzgl. Tchernobyl gibt es Langzeitstudien aus Deutschland und Frankreich finanziert. Hier einzusehen:http://juwel.fz-juelich.de:8080/dspace/handle/2128/3551

    Aus der Zusammenfassung des Berichts: "...Bisher traten keine statistisch signifikanten Anzeichen für Erkrankungen auf, die
    durch die Strahlenbelastung hervorgerufen wurde.
    Bei regelmäßigen Kontrollen der internen Belastung und individueller Beratung zu
    dosisreduzierenden Maßnahmen besteht auch in naher Zukunft keine besondere
    Gefahr für die Bevölkerung im untersuchten Gebiet. Auch in ehemaligen Sperrge-
    bieten ist eine Ansiedlung heute wieder denkbar, wenn geeignete Verhaltensregeln
    in Bezug auf die Ernährung eingehalten werden. ..."

    Das sollte zeigen ,dass Apokalyptik im Zusammenhang mit Radiaktiver Belastung fehl am Platz ist.

    Bei solchen Meldungen " 2 tote durch Leukämie" ganz Nordjapan kontminiert, Landwirtschaft auf Jahrzehnten unmöglich,..."
    Wem wollen Sie da glauben? Gehts um Gesinnung oder Fakten?

    MFG

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Japan | Atomenergie | Atomkraft | Energiepolitik | Energieversorgung | Kernenergie
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