Klimaerwärmung : Vier von fünf bayerischen Gletschern schmelzen weg

Seit Jahrzehnten frisst der Klimawandel an den Gletschern der Alpen. In Bayern wird wohl nur der Höllentalferner an der Zugspitze die nächsten 20 Jahre überstehen.

In den bayerischen Alpen wird es in 20 bis 30 Jahren wohl nur noch einen statt bisher fünf Gletscher geben. Nur der Höllentalferner auf der Zugspitze ist vorerst noch nicht vom Abschmelzen bedroht. Das geht aus dem ersten bayerischen Gletscherbericht hervor, den Umweltminister Marcel Huber ( CSU ) vorstellte. "Gletscher sind Mahnmale des Klimawandels : Sie reagieren besonders schnell und stark auf die Veränderungen des globalen Klimas", sagte Huber.

Der Höllentalferner ist nach Nordosten ausgerichtet und durch hohe Felswände vor Sonneneinstrahlung geschützt. Daher werde der Gletscher vermutlich der letzte verbleibende in Bayern sein, heißt es in dem Bericht. Der bekannteste deutsche Gletscher, der Schneeferner auf der Zugspitze, ist derzeit insgesamt noch etwa 30 Hektar groß. Der nördliche Teil wird dem Bericht nach noch über das Jahr 2020 hinaus bestehen. Der südliche Teil hingegen wird bald ganz geschmolzen sein.

Auch für die in den Berchtesgadener Alpen gelegenen Gletscher prognostiziert der Bericht ein baldiges Abschmelzen. "Der untere Teil des Blaueises und der Watzmanngletscher werden in den nächsten Jahren verschwinden", heißt es. 2007 hätten beide Gletscher noch etwa 15 Meter Eisdicke gehabt, seither aber jedes Jahr etwa einen Meter verloren. Damit könnten beide bis 2020 nahezu verschwunden sei. Der obere Teil des Blaueises könne durch die höhere Lage und eine starke Schattenlage noch länger überdauern.

Zusammengezählt sind die bayerischen Gletscher noch 0,7 Quadratkilometer groß – vor knapp 200 Jahren waren es noch vier Quadratkilometer. Huber verwies darauf, dass die Temperatur in den Alpen doppelt so schnell steige wie im globalen Durchschnitt. Bis 2100 sei mit einem Anstieg um drei bis sechs Grad zu rechnen.

Experten warnen vor durch das Abschmelzen entstehenden alpinen Gefahren, einer Gefährdung der Trinkwasserspeicher und Hochwasser. Auch Wildbäche, Bergwälder und die Tier- und Pflanzenwelt seien bedroht. Laut Huber wird derzeit zusammen mit dem Deutschen Alpenverein an einem Projekt zum Schutz der Alpenwelt gearbeitet. "Wir wollen den sanften Naturtourismus stärken. Jeder soll die Berge erleben, genießen und verstehen können, ohne die Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu gefährden."

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Kommentare

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Und was schlagen Sie vor?

Ich bin einer der Klimaskeptiker. Nicht im Sinne, dass ich nicht glaube, dass sich das Klima ändert, sondern im Sinne, dass ich nicht glaube, dass der Mensch wirklich so mächtig ist, eine Umkehr einzuleiten.
Dieser Pessimismus beruht auf folgenden Dingen, die ich in den letzten Jahren beobachtet habe:
- Als ich bei einem deutschen Premiumhersteller ein Praktikum gemacht und einen aus dem oberen Management gefragt habe, warum denn das neue Modell des Premiummodells schon wieder 200 Kg mehr wiegt als der Vorgänger und ob es nicht auch ein Zeichen von Premium wäre, wenn man ein leichteres Auto hätte, hat mich dieser auf den Komfortbedarf hingewiesen, der wohl alles rechtfertigt, und dass sein Haus "technologisch hochwertiger Fahrzeuge baue". Dass die Modellentwicklung nichts mit hochentwickelter Technologie sondern nur mit "von mehr Aufwand erhält man mehr Konfort" zu tun hatte, kam ihm gar nicht in den Sinn.
- In den letzten 20 Jahren hat man den Schwellenländern immer vorgebetet, dass alle mit dem Auto herumfahren müssen und doch weder Inder noch Chinesen so blöd sein können, immer noch mit dem Fahrrad herumzufahren. Zumindest die Chinesen haben aufgeholt, wie man immer öfter an Staus sehen kann, die sich über mehrere hundert Kilometer erstrecken.
- Viele der "Umweltbewußten" die vom Klimawandel jammerten haben mir bei der ersten Gelegenheit erzählt, wie toll es doch ist, jedes Wochenende in eine andere Stadt zu fliegen und sich gewundert, warum ich lieber zu hause bleibe.