UnwetterViele Tote bei Überschwemmungen in Russland

In der südrussischen Region Krasnodar sind bislang mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden sprechen von den schlimmsten Überschwemmungen seit 70 Jahren.

Die überschwemmte Krasnodar-Region in Russland

Die überschwemmte Krasnodar-Region in Russland

Bei Unwettern in der russischen Schwarzmeer-Region Krasnodar sind mindestens 103 Menschen ums Leben gekommen. Starke Regenfälle und Sturm lösten schwere Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Tausende Häuser standen unter Wasser. Zahlreiche Einwohner flohen vor den Fluten in den Straßen auf die Dächer. Nach Behördenangaben sind mindestens 13.000 Menschen von der Naturkatastrophe betroffen.

Im Bezirk Krymsk seien 88 Menschen ums Leben gekommen, in Noworossiisk und in Gelendschik zehn Menschen, sagte die Polizei. Krymsk ist eine beliebte Urlaubsregion, in der 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden sollen. "Es gibt eine Menge umgekippter Autos, sogar schwere Lkws. Feste Mauern sind weggespült worden", sagte ein Dorfbewohner in Nowukrainsky.

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Hafen stoppt wegen Unwetter Ölverschiffung

Den Behörden zufolge fiel innerhalb weniger Stunden so viel Regen wie sonst im Zweimonatsdurchschnitt. "Niemand kann sich in der Geschichte an solche Überschwemmungen erinnern. In den vergangenen 70 Jahren hat es nichts Vergleichbares gegeben", sagte Gouverneur Alexander Tkachow. Er rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Nach Angaben des Wetterdienstes muss am Sonntag mit weiteren Regenfällen gerechnet werden.

Der Polizei zufolge gelten zwei Menschen als vermisst. Die Polizei will ihre Präsenz in der Katastrophenregion verstärken, um Plünderungen zu verhindern. Russlands größter Schwarzmeer-Hafen Noworossiisk stoppte wegen des Sturms die Ölverschiffung und schränkte auch den übrigen Betrieb ein. "In der ganzen Region ist der Verkehr zusammengebrochen", sagte ein Sprecher des Ölpipeline-Betreibers Transneft. Der Regen sorgte auch für Unterbrechungen bei der Bahn. Alle Züge von und nach Noworssiisk wurden vorerst eingestellt. "Die Schienen liegen einen halben Meter unter Wasser", sagte die Bahn in der Region.

Schwere Unwetter auch in Deutschland

Auch in Deutschland sind bei schweren Unwettern drei Menschen ums Leben gekommen. In Heidenau bei Dresden wurde ein neunjähriges Mädchen von einem Blitz erschlagen. Es lief gerade an einem Baum auf einem Schwimmbadgelände vorbei, als dieser vom Blitz getroffen wurde. Nördlich der sächsischen Landeshauptstadt, bei Laußnitz, stürzte ein Baum auf das Auto eines 23-Jährigen, der kurz darauf starb. In Lüneburg wurde eine Radfahrerin eine Stunde nach einem Gewitter von einem umstürzenden Baum getötet. Mindestens 20 Menschen erlitten in Deutschland zudem Verletzungen.

Wegen starker Regenfälle wurden Straßen überflutet und Keller liefen voll. Die Feuerwehren waren teilweise im Dauereinsatz. Am Samstagvormittag verhängte der ostsächsische Landkreis Görlitz für Teile der Region zeitweise Katastrophenalarm. Mehrere Straßen seien gesperrt worden.

Insgesamt gab der Deutsche Wetterdienst aber vorsichtig Entwarnung. "Ganz so schlimm wird es erstmal nicht mehr werden", sagte Meteorologe Christian Herold. "Aber man muss noch vereinzelt mit Gewittern rechnen."

 
Leser-Kommentare
  1. Nicht einfach das Unwetter ist hier schuldig! Die Leute der Region haben keine Vorwarnung bekommen. Dagegen der Bürgermeister hat die Stadt eine Stunde vor der Überschwemmung verlassen. Das Wasser ist sehr rasch gekommen, wie eine Welle von 6-7 Meter hoch, seitens Neberdzhaev Stausee, der 100 Meter höher als Krimsk liegt und schon seit Jahren sich in einem baufälligen Zustand befindet. Die Einwohner der Stadt Krimsk vermuten, dass die Schleusen zusammengebrochen haben oder sogar geöffnet wurden. Es gibt kein funktionierendes Notfallsystem fürs Wasserniveauminderung, die Schleusen bei Hochwasser können nur auf die Noworossijsk- oder Krimsk-Seite geöffnet werden. Heute wurden zahlreiche Videos, wo man darüber spricht, und auch Bilder aus dem Internet entfernt, die Gruppen in sozialen Netzwerken blockiert!

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    prophylaktisch göffnet wurden, damit der Dammkörper nicht bricht.

    Angesichts des geringen Reliefs und des recht großen Einzugsgebietes mit entsprechender Zuwachsspende schon bedenklich; aber was passsiert wenn der Damm bei Vollstau versagt?

    Die Folgen kann man nach Blick auf das Sat-Bild in etwa abschätzen!

    MfG KM

    prophylaktisch göffnet wurden, damit der Dammkörper nicht bricht.

    Angesichts des geringen Reliefs und des recht großen Einzugsgebietes mit entsprechender Zuwachsspende schon bedenklich; aber was passsiert wenn der Damm bei Vollstau versagt?

    Die Folgen kann man nach Blick auf das Sat-Bild in etwa abschätzen!

    MfG KM

  2. prophylaktisch göffnet wurden, damit der Dammkörper nicht bricht.

    Angesichts des geringen Reliefs und des recht großen Einzugsgebietes mit entsprechender Zuwachsspende schon bedenklich; aber was passsiert wenn der Damm bei Vollstau versagt?

    Die Folgen kann man nach Blick auf das Sat-Bild in etwa abschätzen!

    MfG KM

    Antwort auf "Empöhrung"

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