ArtenschutzJapan verhindert Walschutzgebiet im Südatlantik

Brasilien und Argentinien wollen eine Walschutzzone durchsetzen, doch Japan stellt sich quer. Tierschützer sind geteilter Meinung, wie schlimm diese Entscheidung ist. von dpa

Umweltschutzorganisationen protestieren in Panama gegen das Töten von Walen.

Umweltschutzorganisationen protestieren in Panama gegen das Töten von Walen.  |  © Carlos Jasso/Reuters

Die Einrichtung eines Schutzgebietes für Wale im Südatlantik ist erneut am Widerstand Japans gescheitert. Zu Beginn der 64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama-Stadt blockierten Japan und einige weitere Staaten eine Initiative Brasiliens und Argentiniens . Diese Länder wollen, dass in dem riesigen Gebiet nur noch Walbeobachtung möglich ist.

"Es ist sehr enttäuschend, dass es Japan gelungen ist, das Schutzgebiet zu blockieren ", sagte der deutsche Meeresbiologe Ralf Sonntag vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) . "Das ist zwar eine politische Niederlage für die im Walschutz sehr engagierten lateinamerikanischen Länder, aber sie ist keine Katastrophe für den Walschutz", sagte dagegen Sandra Altherr von der Organisation ProWildlife . "Denn in dem beantragten Gebiet findet keinerlei Walfang statt – und die Länder können in ihrer 200-Seemeilen-Zone ohnehin auf eigene Faust ein Schutzgebiet einrichten."

Ein weiteres umkämpftes Thema auf der Konferenz in Panama sind Fangquoten, die für die Ureinwohner in Grönland , Alaska und Tschukotka ( Russland ) gelten sollen. Dänemark etwa verlangt für seine Jäger in Grönland eine Ausweitung des Walfangs, um die Selbstversorgung sicherzustellen. Kritiker bezweifeln, dass dies nötig ist. Dort wird inzwischen in Restaurants Walfleisch für Touristen angeboten.

Am Sonntag hatten Umweltschutzorganisationen in Panama gegen das Töten der Meeressäuger protestiert . In der Nähe des Panamakanals bildeten Hunderte Menschen die Umrisse eines Wals nach. "Mit dieser von Greenpeace unterstützten Aktion senden wir eine klare Botschaft an die Delegierten der IWC-Tagung", sagte Larissa de León von der Stiftung MarViva.

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Vor der Abstimmung hatte Greenpeace an die Walfangkommission appelliert, "endlich einen Weg einzuschlagen, der eine wirkliche Veränderung für die Wale und nicht nur für die Walfangnationen bringt". Die Umweltaktivisten betonten die Wichtigkeit des Schutzgebietes, damit sich die Walpopulation langsam erholen könne. "Im Südatlantik leben über 40 Walarten. Ein Schutzgebiet dort wäre insbesondere für die bedrohten Bestände wie Buckel-, Finn- oder Blauwal ein wichtiger Rettungsanker."

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Leserkommentare
  1. Kann mir bitte jemand erklären warum Japan Einfluss auf den Suedatlantik hat?

    Die Anrainrstaaten ja, aber Japan?

  2. So wie ich das verstehe ist es nicht so, dass Japan in diesem Bereich auch auf Jagd geht. Aber auch Japans Stimme, wie auch die anderer Ländern, die keine Anrainerstaaten sind, wurde gezählt. Ich denke mal, dass es bei Japan eine Wahl aus Prinzip war, um zu zeigen, dass man generell für die Jagd auf Wale ist.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Greenpeace | Blauwal | Japan | Restaurant | Walfang | Argentinien
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