ArtenschutzSüdkorea will Walfangverbot nun doch einhalten

In der vergangenen Woche hatte Südkorea verkündet, dass Wale vor seinen Küsten wieder gejagt werden sollen. Nach heftigen Protesten scheint das Land nun einzulenken. von 

Südkorea will die Jagd auf Meeressäuger weiterhin verbieten. Australiens Außenminister Bob Carr sagte, das Land habe ihm dies versichert. Erst in der vergangenen Woche hatte Südkorea auf dem Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama-Stadt angekündigt, wieder auf Walfang gehen zu wollen – angeblich für wissenschaftliche Untersuchungen.

Die IWC hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Wie Japan wollte auch Südkorea die darin enthaltene Möglichkeit nutzen, die Meeressäuger offiziell zu Forschungszwecken zu töten.

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Australiens Umweltminister Tony Burke bestätigte, dass Südkorea seine Pläne zurücknehme. "Das trägt erheblich zur Entspannung der Lage bei", sagte er dem Sender Sky News . Australien habe in den Verhandlungen hart argumentiert: "Es gibt nichts Wissenschaftliches daran, einen Wal zu harpunieren, ihn in Stücke zu schneiden und aufzuessen", sagte Burke.

Südkorea behauptet, Wale vernichteten Fischbestände

Er sei sehr froh, dass Südkorea sich nun anders entschieden habe. Die Meldung über die Wiederaufnahme des Fangprogramms hatte heftige Reaktionen vor allem von Umweltverbänden wie Greenpeace ausgelöst.

Auf dem Treffen der IWC hatte der südkoreanische Delegationleiter Kang Joon-Suk behauptet, die Population der Minkwale vor der Küste Südkoreas habe sich erholt und stelle ein Problem dar. Die Meeressäuger würden die Fischbestände vernichten. Deshalb habe man die Hoffnung, dass die Walfangkommission die Waljagd wieder erlaube. Falls nicht, benötige sein Land aber ohnehin keine internationale Erlaubnis.

Die Umweltschutzorganisation Pro Wildlife begrüßt nun das Einlenken Südkoreas. Doch weist sie auch darauf hin, dass derzeit dennoch jährlich bis zu 100 Wale vor Südkorea sterben, angeblich als Beifang in Fischernetzen. Anschließend werden die Wale versteigert, behaupten die Umweltschützer, für bis zu 30.000 US Dollar. "Solange die koreanische Regierung den Verkauf erlaubt, werden auch weiterhin Wale sterben."

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Leserkommentare
  1. Man wird verfolgen, wiesich Südkorea entscheidet und ggf. protestieren.

    • jb890
    • 14. Juli 2012 9:21 Uhr

    Es scheint so, dass dies vor allem ein Verdienst der Nichtregierungsorganisationen sei. Das freut mich :-)
    Natürlich muss man erst einmal abwarten, wie es weitergeht, aber es ist schonmal ein kleiner Erfolg, dass aufgrund von starken weltweiten Protesten dieses Vorhaben erst einmal zurückgerudert wurde.
    Danke Leute.
    Euer Engagement lohnt sich. Klasse.

  2. nach dem EuGH-Saatgut-Urteil wieder eine gute Nachricht! Vllt. diente ja auch die Ankündigung Sea Shepherds, sich auf einen Einsatz in koreanischen Gewässern vorzubereiten, als Entscheidungshilfe. :-)

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Greenpeace | Südkorea | Australien | Außenminister | Entspannung | Jagd
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