Auch Großbritannien ächzt unter einer Wetterkatastrophe. Die Zeitung The Times forderte vor wenigen Tagen: "Aufhören!" und meinte den Regen, der seit drei Monaten mit Rekordwerten vom Himmel fällt. Mit mehr als 75 Flutwarnungen und hunderten überschwemmten Häusern kommt das dem katastrophalen Ereignis von 2007 bereits ziemlich nahe. Damals entschied die Regierung, Hunderte von Dämmen bauen zu lassen. Die neue konservativ-liberale Regierung sah sich jedoch angesichts der Haushaltsengpässe gezwungen, diese Mittel gleich wieder zu streichen. Im Katastrophengebiet hat das zu heftigen Diskussionen geführt, zumal die Regierung von Premierminister David Cameron selbst vor wenigen Wochen einen Bericht vorgelegt hatte, nach dem Überflutungen das größte klimabedingte Risiko für Großbritannien sind.

Auf der koreanischen Halbinsel leiden sowohl der Norden wie der Süden unter der schlimmsten Dürre seit mehr als 100 Jahren. In Australien und China gab es im Februar/März, beziehungsweise Mai und Juni, dramatische Überschwemmungen und vom Regen ausgelöste Erdrutsche. In China starben dabei 127 Menschen. In Japan sind erst vor wenigen Tagen eine Viertelmillion Menschen wegen dramatischer Überschwemmungen durch Regen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden. In den USA sind durch Tornados im März und April mindestens 41 Menschen gestorben und gewaltige wirtschaftliche Schäden entstanden. Die Wetterforscher sind sich allerdings noch nicht einig, ob die Zunahme der Tornados in den USA auf den Klimawandel zurückzuführen ist. In Mosambik starben im Januar 46 Menschen durch einen Zyklon mit dem Namen Funso. Januar ist eigentlich kein Monat für Zyklone. Die Daten stammen von der Rückversicherung Munich Re, die für das erste Halbjahr 450 Naturkatastrophen verzeichnet hat. Darin sind allerdings auch Erdbeben enthalten.

Erschienen im Tagesspiegel