Schleswig-Holstein : Wolf streift durch den Norden

Seit fast 190 Jahren galt der Wolf in Schleswig-Holstein als ausgerottet. Im Kreis Segeberg haben Experten nun Spuren eines Rüden nachgewiesen.

Der Wolf ist in ein weiteres deutsches Bundesland zurückgekehrt: Ein Tier sei in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden, teilte das Kieler Umweltministerium mit. Den Angaben zufolge wurde der Wolf im Kreis Segeberg nördlich von Hamburg von Experten anhand von Kotspuren identifiziert. Die genetische Analyse der Probe habe gezeigt, dass es sich um einen Rüden der deutsch-westpolnischen Wolfspopulation handelt. Es sei davon auszugehen, dass das scheue, streng geschützte Tier als Einzelgänger über Mecklenburg-Vorpommern eingewandert sei, hieß es vom Umweltministerium.

In Schleswig-Holstein war der letzte Wolf nach Angaben des Ministeriums 1820 erschossen worden und galt seitdem als ausgerottet. Schon 2007 war kurz ein Wolf im nördlichsten Bundesland aufgetaucht, aber auf einer Landstraße von einem Auto überfahren worden.

Die Rückkehr des Wolfes sei ein Symbol dafür, dass Arten, die schon ausgerottet waren, in Schleswig-Holstein wieder eine Zukunft haben können, sagte Umweltminister Robert Habeck ( Grüne ). Spaziergängern und spielenden Kindern drohe keine Gefahr , teilte das Ministerium mit. Halter von Schafen und Ziegen sollten ihre Tiere angemessen schützen.

Seit den 1990er Jahren siedeln in Deutschland wieder Wölfe . In Brandenburg und Sachsen gibt es bereits Rudel mit Jungtieren, einzelne Tiere bewegten sich auf ihren Wanderschaften bis Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen , Hessen , Rheinland-Pfalz , Bayern und Nordrhein-Westfalen . Erst in der vergangenen Woche waren Aufnahmen von Wolfswelpen in der Lüneburger Heide (Niedersachsen) veröffentlicht worden.
 

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Kommentare

28 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Gefährlichkeit des Wolfes?

Ich finde solche Aussagen so ein Wolf bedeute keine Gefahr immer ein wenig vermessen. Wenn man mal so sieht was für Hunde manche Halter bei sich führen (respektive: was für Halter manche Hunde ertragen müssen, wenn man versteht worauf ich hinaus will), dann kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Wolf ein friedlebendes Wesen ist.
Aber diese Problematik ist ja nicht dem Wolf an sich zuzuschreiben. Wenn es in Deutschland mehr Platz gäbe in dem sich die Wölfe tatsächlich mehr ausbreiten könnte, wäre die Sache sicher weniger kritisch. Doch ich bin nicht sicher inwiefern eine Ansiedlung des Wolfes Sinn macht, wenn er bei gleichzeitg durchgeführter Natureinhegung (gleichwohl sie schonmal schlimmer war) sich doch wieder mehr verstecken muss. Schlussendlich wird der Wolf dann doch wieder gejagt, und das auf einem zu engen Territorium, welches er sich auch mit anderen Tieren teilen muss.

Vielleicht mag ich mich da irren, doch das ist zumindest eine Intention von mir.

Ich finde Aussagen wie die ihre ziemlich vermessen.

Nur weil ein Wolf eine gewisse Gefahr darstellt, soll er vollständig vom deutschen Erdboden getilgt werden? Lächerlich. Verglichen mit Autoverkehr oder auch selbstverschuldete Krankheiten wie Herzinfarkt und Krebs könnten selbst Millionen von Wölfen nicht solchen Schaden anrichten. Eine Wolfsphobie ist damit einfach nur hochgradig Irrational. Wir sollten langsam einsehen, dass der Erhalt der Natur durchaus die damit einhergehende Gefahr wert ist.

Beim Autoverkehr, beim Laufen über die Straße, beim Essen einer Schweinshaxe und beim Rauchen einer Zigarette ist die Gefahr noch viel naheliegender und allgegenwärtig und dennoch tolerieren wir sie. Wieso kann man diese Gefahr - so gering sie ist - nicht auch beim Wolf hinnehmen und ihm zumindest etwas Lebensraum gönnen, zumal die Wahrscheinlichkeit eines Übergriffs auf Menschen doch extrem viel geringer ist.

Andererseits kann ich mir jetzt schon die Schlagzeilen bei einem Zwischenfall mit Wolfsbeteiligung vorstellen. Die Presse wird sich auf jeden Wolfsunfall wie irrsinnig stürzen. Und sofort wird ein Rache-Förster losgeschickt, der dem armen Tier den Garaus macht. Zugleich werden die verbleibenden Wölfe zum Inhalt diverser Wahlversprechen, wie "Wir beseitigen die Gefahr".

Wahrscheinlich ist schon aufgrund der Struktur der modernen Demokratie und der Medien, sowie der allgemeinen hochgradigen Volksverdummung durch diverse Presseorgane, das Experiment der Wolfsansiedlung zum Scheitern verurteilt.

Gefahr, die es wert ist...

"Wir sollten langsam einsehen, dass der Erhalt der Natur durchaus die damit einhergehende Gefahr wert ist."

Das ist, mít Verlaub, doch etwas einfältig. Wenn irgendein Ast Ihnen auf den Kopf fällt wird akribisch geforscht, wem der wohl gehörte, wer was in welchem Falle unterlassen oder getan hat usw. Stürzt ein Kind von irgendeinem Fels oder fällt in ein Loch, steht die Staatsanwaltschaft auf dem Plan. Rutschen Sie auf Schnee und Eis (auch das ist Natur) aus und brechen sich die Haxen, zeigen Sie den den Grundstücksbesitzer an.

Und hier ist es die Gefahr wert, da muss ich, nochmals Entschuldigung, lachen.

Mich interessiert sehr, wie sich das Verhalten der Wölfe, die richtigerweise bis jetzt als scheu bezeichnte werden, unter dem Eindruck eines absoluten Jagdverbotes ändern wird.
Wenn ich an die Krähen denke, die sich jetzt auf mein Fensterbrett wagen und an die Scheiben picken, frech wie Oskar, sehr lernfähig...

Wir müssen halt alles übertreiben, um uns gut zu fühlen, wahrscheinlich, um Schuldgefühle zu verdrängen.

dafür ist der Wolf gut

Der Wolf vermittelt uns auch einen gewissen Demut vor der Natur. Das das wichtig ist, zeigt ihr Kommentar. Sie setzen Krähen und Eis und Schnee mit einem Wolf gleich... Das braucht man eigentlich nicht zu kommentieren. Wölfe sind Lebewesen wie Du und ich. Und wenn es hier einmal in ferner Zukunft 1000 Wölfe geben sollte (mehr wird man sicherlich nicht erwarten können), dann sollten wir 82000000 Deutschen das einfach tolerieren lernen. Das ist ethisch unbedingt zu fordern. Es nutzt auch uns Menschen - z.B. weniger Forstschäden oder eben der angesprochene Lerneffekt. Die Natur gehört uns nicht, wir nutzen sie!!!

Natur ist nicht nur der Wolf

Sie wissen doch nicht, was Sie wirklich wollen: "Wölfe sind Lebewesen wie Du und ich."

Krähen aber auch.

Und Rebhühner erst! Komischerweise setzt sich kaum ein selbsternannter Naturschützer für diese ein -unverständlich, denn sie sind sehr selten geworden bei uns. Und würde er sich so vehement wie für den Wolf einstzen. Warum, dass kann ich nur mutmaßen:
erstens mythische Gründe ("Demut vor der Natur")
zweitens Schuldkomplexe
drittens Statusdenken
viertens verklärte Vorstellung von Natur, Personifizierung dieser, Zusprechung von menschl. Eigenschaften...

Um bei den Wölfen, Krähen und Rebhühnern zu bleiben: Was gibt Ihnen das Recht, hier zu werten in der Wichtigkeit dieser für die Natur?

Für Sie ist der Wolf wichtiger als... jeder darf das m. M. nach anders sehen, je nach Standpunkt. Der ist nur bei uns mittlerweile verwischt, weil wir uns gut versorgt glauben von Aldi und Co. und der Wolf kein Nahrungskonkurrent mehr zu sein scheint, weil wir die *Natur*, hier zumindest, umgestaltet haben in eine Kulturlandschaft. daher siehe zweitens.

Und der Standpunkt ist deshalb verwischt, weil wir uns weit von der Natur, dem Natürlichen, entfernt haben, aber dann die Ethik bemühen....siehe viertens. Die Natur kennt die nicht, sie ist nicht gut oder böse.

Es sind oft jene, die immer diese ethischen Ansprüche stellen, die von wirklicher Natur herb enttäuscht sind, abseits von Touristenpfaden und Handyempfang, bei Regen und Wind....

das ist was verdreht

Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihrem Kommentar folgen konnte... Ich versuche es einmal. Die Ethik ist eine Schaffung der Philosophie und natürlich ein rein menschliches Konstrukt zur Bewertung des eigenen Handelns. Da wir aber Menschen sind und keine Tiere, ist die Ethik nun einmal unser Maßstab für unser Handeln.
Für mich sind Rebhühner und Krähen genauso viel "wert" wie der Wolf, in diesem Artikel geht es nun aber mal um den Wolf. Dass dieser mehr Eingang in die Medien findet als die diverse Hühnerarten kann man nicht leugnen, es bedeutet aber noch lange nicht, dass sich nicht auch Naturschützer mit diesen beschäftigen - dazu bitte informieren. Wie Sie jetzt "Statusdenken" mit dieser Thematik in Verbindung bringen, bleibt für mich verschlossen. Nochmals, der Wolf ist für mich und die meisten Naturschützer nicht wichtiger als ein anderes Lebewesen. Er hat es in Deutschland nur wesentlich schwerer Fuß zu fassen, das zeigt auch ihr vorangegangener Kommentar oder Kommentar Nr. 1. Gegen ein Rebhuhn würde sicherlich niemand auf die Barrikaden gehen ;) Meistens ist die Ablehnung schlichtweg der Angst entsprungen. Diese wiederum basiert auf falschen Kenntnissen über das, was ein Wolf so den lieben langen Tag macht (da verspeist er nämlich kein jungfräuliches Rotkäppchen!). Beste Grüße

Das ist ethisch unbedingt zu fordern.

Warum ist es ethisch unbedingt zu fordern, dass 1000 Wölfe in Deutschland toleriert werden. Haben 1000 Wölfe überhaupt Platz in Deutschland oder worauf fusst Ihre Erwartung?
Ist das eine mit Gemeinplätzen (Wölfe sind Lebewesen wie Du und ich) um sich werfende Moralkampagne, die ohne Rücksicht auf sachliche gegebenheiten für höhere Werte in der Volkserziehung (die Deutschen sollten das und dies lernen)antritt?

ethik

Hallo, es mag ja sein, dass hier häufig schwadroniert wird. Davon sollten Sie aber nicht ausgehen, wenn Sie auf einen Kommentar antworten. "Ethik" ist sicherlich keine Worthülse und ich habe darin auch entsprechende Kenntnisse. Die Frage hätte man also ruhig als solche formulieren können. Um Sie nun dennoch zu beantworten, würde ich Ihnen die Lektüre dieses Links empfehlen: http://www.umweltethik.at... Die Thematik lässt sich fast 1:1 auf diese hier übertragen. Warum zweifeln Sie daran, dass hier 1000 Wölfe Platz finden könnten? Lässt sich diese Meinung irgendwie belegen?

@ 1 Intention?

Als Intention bezeichnet man die Absicht, die verfolgt wird.
-> Es ist Ihre Absicht zu irren?

Der Wolf wird Ihnen in der Anzahl, in der er hierzulande (noch) auftritt, sicher nicht gefährlich, wenn Sie nicht gerade völlig hilflos vor seiner vielleicht hungrigen Schnauze liegen.
Da sollten Sie tatsächlich eher Angst vor freilaufenden Hunden oder vor Blitzschlag haben.

Jäger mögen keine Konkurrenz

Der Großteil der Jäger wird eher gegen den Wolf hetzen, weil der Wildtierbestand ja bisher künstlich "reguliert" werden musste. Klartext heisst das: weniger Rehkeule für den Jäger -> Jäger unglücklich -> Jäger betreibt lobbyismus, gibt seine "Expertenmeinung" zu der Gefährlichkeit des Wolfes ab und das alles nur weil er in Zukunft genauso viel Rehkeule wie bisher vertilgen mog. Natürlich gibt es ausnahmen. Aber Konkurrenz konnten unsere Jäger noch nie besonders gut leiden.

Wolf ist wichtig

Der Wolf ist für die Regulierung des Wildbestandes sehr wichtig. Zu viele Rehe bedeuten das Ende der Tanne und der Eibe da die Triebe der jungen Bäume dem Reh besonders Gut schmecken. Die Fichte die in diesen Breiten eh nichts Verlohren hat wird in ruhe gelassen...

Der Wolf hat also als Letztes Glied der Nahrungskette eine Große Bedeutung, da Pflanzenfresser nur schwer durch ihre Futterverknappung reguliert werden können. Der Wolf hingegen wird sehr gut durch den Futterbestand der großen Wildtiere reguliert. Übergriffe auf Menschen sind gerade deshalb sehr unwarscheinlich weil das Futterangebot Ziemlich groß ist. Die Paar wölfe die sich hier neu ansiedeln könnten beiten auch dem Jäger keine Große Konkurrenz.

Nicht ganz richtig

"Spaziergängern und spielenden Kindern drohe keine Gefahr"

Das ist nicht ganz richtig. Der Wolf ist gegenüber dem Menschen zwar extrem scheu und jagt diesen nicht, aber wie jedes Tier hat er einen Selbsterhaltungstrieb und reagiert als Raubtier eher aggressiv, wenn er sich in die Ecke gedrängt gefühlt und der Nachwuchs gefährdet ist.
Somit besteht sehr wohl eine Gefahr für unachtsame Spaziergänger und Kinder. Nur die Aufklärung über richtiges Verhalten bei einer Begegnung mit dem Wolf kann das Risiko eines Angriffs reduzieren.
Was bei der engen Besiedelung nicht ausbleibt ist, dass der Wolf mit Sicherheit Nutztiere bejagt. Hier sind die Länder und Kommunen in Zusammenarbeit mit Umwelt- und Tierschutzverbänden gefragt, den Haltern und Landwirten dabei zu helfen, effektive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um einen Bejagung von Nutztieren durch den Wolf nahezu unmöglich zu machen.
Tatsache ist, dass der Wolf für unsere Wälder unschätzbar wertvoll ist für ein biologiscvhes Gleichgewicht, ohne massiven Eingriff des Menschen.

MfG
AoM