Im Meer vor Fukushima gefangene Fische enthalten Rekordwerte radioaktiven Cäsiums. Bei zwei Grünlingen wurde eine Belastung von 25.800 Becquerel Cäsium pro Kilogramm gemessen. Das gab der AKW-Betreiber Tepco nach japanischen Medienberichten bekannt. Der Messwert entspricht dem 258-Fachen dessen, was der Staat als unbedenklich zum Verzehr einstuft. Die Fische wurden Anfang August in einer Entfernung bis 20 Kilometer von der Atomruine in 15 Metern Tiefe gefangen.

Am 11. März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi stark beschädigt. Es kam zu Kernschmelzen; große Mengen Radioaktivität gelangten in die Umgebung und ins Meer. Zwar hat die Regierung die Lage in der Atomruine für stabil erklärt, dennoch bereiten Strahlenbefunde wie die in den Grünlingen vielen Menschen Sorgen.

Die Reaktorkatastrophe hat sich zudem auf in der Region heimische Schmetterlinge ausgewirkt. Forscher entdeckten noch in der dritten Generation unnatürliche Mutationen bei einer Schmetterlingsart, die sie im Umfeld des Unglücksorts gesammelt hatten. Wenige Monate nach der Katastrophe waren bei einigen Bläulingen Form und Farbmuster der Flügel verändert. Das schreibt das Team von Atsuki Hiyama und Chiyo Nohara von der Universität von Ryukyu in Okinawa im Online-Journal Scientific Reports .

"Wir folgern, dass künstliche Radionuklide aus der Nähe des Atomkraftwerks von Fukushima physiologische und genetische Schäden bei dieser Spezies verursacht haben", schreiben die Wissenschaftler. Schmetterlinge sind bei Experten als Bioindikatoren bekannt, die rasch auf Veränderungen in der Umwelt reagieren und Rückschlüsse auf das jeweilige Ökosystem zulassen.