KlimaforschungHalo-Forschungsflugzeug startet zu erster Mission

Der deutsche Spezialjet soll Wetterextreme erkunden und die Schadstoffverteilung über den Wolken. Forscher hoffen auf Erkenntnisse zur Klimaforschung und zum Wetter. von dpa

Nach zehnjähriger Vorbereitungszeit ist das Forschungsflugzeug Halo des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt ( DLR ) in Oberpfaffenhofen zu seiner ersten Mission gestartet. Halo steht für High Altitude and Long Range Research , also Forschung in großen Höhen und auf langer Strecke. Das Flugzeug soll unter anderem Wetterextreme und Schadstoffverteilung erkunden. Auch Wettervorhersagen soll das fliegende Labor verbessern.

Das etwa 70 Millionen Euro teure Flugzeug soll einen Blick auf die Entwicklung von Wolken und die Eisverteilung an den Polen ermöglichen. Untersucht werden soll unter anderem die Zerstörung der Ozonschicht. Ein wichtiges Forschungsfeld sind auch die Wege, die Schadstoffe in den Höhenregionen rund um den Erdball nehmen.

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Maschine soll Klimaforschung voranbringen

Der vom DLR betriebene Flieger kann über 15 Kilometer hoch aufsteigen , etwa fünf Kilometer höher als der 30 Jahre alte Vorgänger Falcon. Mit einer Nutzlast von bis zu drei Tonnen finden auch doppelt so viele wissenschaftliche Instrumente Platz wie bisher. Mit seiner Flughöhe, einer Reichweite von mehr als 8.000 Kilometern und der großen Nutzlast übertrifft Halo bisherige Forschungsjets in Europa – und sichert Deutschland den Anschluss an die USA , wo es ein ähnliches Forschungsflugzeug gibt.

Der Jet wird ab sofort regelmäßig im Auftrag deutscher und internationaler Einrichtungen zu Flügen rund um den Globus abheben.

Die erste Atmosphärenforschungsmission namens Tacts führt Halo bis zu den Kapverdischen Inseln. Wissenschaftler wollen die saisonale Veränderung der Struktur in der Tropopausenregion in bis zu 16 Kilometern Höhe untersuchen, speziell während des Wechsels vom Sommer in den Herbst. Dazu werden verschiedene klimarelevante Stoffe wie Stickoxide, Schwefeldioxid und Wasserdampf gemessen.

Bis 2015 sind laut DLR rund ein Dutzend wissenschaftliche Missionen geplant.
 

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