Erdbeben bei TäbrisIran will sich nicht helfen lassen

Nach den schweren Erdbeben im Iran sind Hunderte Menschen tot geborgen worden – Tausende sind obdachlos. Hilfe aus dem Ausland lehnt die Führung in Teheran jedoch ab.

Im iranischen Dorf Baje-Baj kauert ein Anwohner auf den Trümmern seines zerstörten Hauses.

Im iranischen Dorf Baje-Baj kauert ein Anwohner auf den Trümmern seines zerstörten Hauses.

Bei den zwei schweren Erdbeben und zahlreichen Nachbeben sind im Nordwesten des Iran mindestens 306 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 3030 Menschen seien verletzt worden, sagte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid Dastdscherdi vor dem Parlament. Innenminister Mohammad Najar sagte, die USA hätten angeboten, dem Land zu helfen.

"Das amerikanische Volk spricht dem iranischen Volk sein zutiefst empfundenes Beileid aus", hieß es demnach in einer schriftlichen Erklärung von Sprecher Jay Carney. "Unsere Gedanken gelten den Angehörigen jener, die ihr Leben verloren haben, und wir wünschen den Verletzten eine rasche Genesung. Wir stehen bereit, in dieser schwierigen Zeit Hilfe zu leisten."

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Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle drückte den Angehörigen der Opfer in einem Telegramm an seinen iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi sein Beileid aus. Deutschland stehe bereit, dem Iran in dieser schweren Stunde zu helfen. Papst Benedikt XVI. rief die Weltgemeinschaft zur Solidarität für die vom Erdbeben betroffenen Menschen auf.

Hilfe zurückgewiesen

Die vom Ausland angebotene Hilfe wurde von der Führung in Teheran jedoch zurückgewiesen. Der Iran brauche keine Unterstützung von außen und könne die Lage selbst bewältigen, sagte der iranische Innenminister Mohammad Najar. Er sagte der Erdbebenregion weitere Hilfen zu.

Die beiden Erdstöße am Samstag in der Nähe der Millionenstadt Täbris hatten US-Geologen zufolge eine Stärke von 6,4 beziehungsweise 6,3. Sie ereigneten sich in einem Abstand von elf Minuten. Ihnen folgten 60 Nachbeben. Zahlreiche Menschen flohen aus Angst aus ihren Häusern auf die Straßen. 16.000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.

Medizinische Versorgung problematisch

Am stärksten sollen die Städte Ahar und Varzeghan betroffen sein. In einigen Dörfern der Umgebung werden noch zahlreiche Menschen unter den Trümmern vermisst. Helfer kritisierten insbesondere die ungenügende medizinische Versorgung der Region.

"Viele Menschen hätten vielleicht gerettet werden können, wenn es hier zumindest kleine Kliniken gegeben hätte", sagte ein Helfer des Roten Halbmonds, der nicht namentlich genannt werden wollte. Da Ärzte und Krankenhäuser fehlten, hat der Rote Halbmond im Krisengebiet mobile Krankenhäuser aufgebaut.

 
Leserkommentare
  1. "Bei den zwei schweren Erdbeben und zahlreichen Nachbeben SIND im Nordwesten des Iran SIND mindestens 306 Menschen ums Leben gekommen"

    Aber zum Thema, es ist schon seltsam von den USA zu glauben, daß sie nachdem sie erst letzte Woche offen darueber beraten haben den Iran noch vor November anzugreifen, daß der Iran sich da sehr dankbar zeigen wuerde. Diese Logik bei den Amerikanern ist noch nicht bis zu mir durchgedrungen.

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    Dann können Sie wohl nicht zwischen Volk und seinem Regime unterscheiden. Typisch, fällt vielen schwer.

    Ich finde es einen tolle Geste, eigentlich ist es selbstverständlich in Katastrophensituationen Hilfe anzubieten, unabhängig wie das Verhältnis auf politischer Ebene zwischen zwei Ländern ist (oder man persönlich davon hält).

    ein hilfseinsatz richtet sich an die Bevölkerung.

    ein krieg richtet sich gegen den staat bzw. dessen führung.
    die führung dieses staates demonstriert mit der ablehnung der hilfe jedoch gleichgültigkeit gegenüber dem leid der eigenen bevölkerung.

    Redaktion

    Wir haben das dann mal korrigiert, danke für den Hinweis!

    Beste Grüße
    Sebastian Horn

    Dann können Sie wohl nicht zwischen Volk und seinem Regime unterscheiden. Typisch, fällt vielen schwer.

    Ich finde es einen tolle Geste, eigentlich ist es selbstverständlich in Katastrophensituationen Hilfe anzubieten, unabhängig wie das Verhältnis auf politischer Ebene zwischen zwei Ländern ist (oder man persönlich davon hält).

    ein hilfseinsatz richtet sich an die Bevölkerung.

    ein krieg richtet sich gegen den staat bzw. dessen führung.
    die führung dieses staates demonstriert mit der ablehnung der hilfe jedoch gleichgültigkeit gegenüber dem leid der eigenen bevölkerung.

    Redaktion

    Wir haben das dann mal korrigiert, danke für den Hinweis!

    Beste Grüße
    Sebastian Horn

  2. Dann können Sie wohl nicht zwischen Volk und seinem Regime unterscheiden. Typisch, fällt vielen schwer.

    Ich finde es einen tolle Geste, eigentlich ist es selbstverständlich in Katastrophensituationen Hilfe anzubieten, unabhängig wie das Verhältnis auf politischer Ebene zwischen zwei Ländern ist (oder man persönlich davon hält).

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  3. ein hilfseinsatz richtet sich an die Bevölkerung.

    ein krieg richtet sich gegen den staat bzw. dessen führung.
    die führung dieses staates demonstriert mit der ablehnung der hilfe jedoch gleichgültigkeit gegenüber dem leid der eigenen bevölkerung.

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    ...das Gegenteil gesehen. Siehe Videos von Bradley Manning.

    ... über stattliche Hilfen wird auf höchster politischer Ebene entschieden. Und dass das Verhältnis dieser beiden Staaten nicht gerade das Beste ist, dürfte sich mittlerweile rum gesprochen haben.

    Dass die USA dem Iran unter den gegenwärtigen Bedingungen "Hilfe" anbieten, ist doch purer Zynismus. Als ob die plötzlich ein Herz für leidende Menschen hätten. Keine Regierung der Welt würde so ein "Angebot" eines verfeindeten Staates annehmen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich dabei um einen ein weiteren Akt zur Legitimierung und propagandistischen Vorbereitung eines Angriffskriegs handelt.

    ...das Gegenteil gesehen. Siehe Videos von Bradley Manning.

    ... über stattliche Hilfen wird auf höchster politischer Ebene entschieden. Und dass das Verhältnis dieser beiden Staaten nicht gerade das Beste ist, dürfte sich mittlerweile rum gesprochen haben.

    Dass die USA dem Iran unter den gegenwärtigen Bedingungen "Hilfe" anbieten, ist doch purer Zynismus. Als ob die plötzlich ein Herz für leidende Menschen hätten. Keine Regierung der Welt würde so ein "Angebot" eines verfeindeten Staates annehmen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich dabei um einen ein weiteren Akt zur Legitimierung und propagandistischen Vorbereitung eines Angriffskriegs handelt.

  4. ...das Gegenteil gesehen. Siehe Videos von Bradley Manning.

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    Antwort auf "die logik ist simpel."
  5. Die Logik ist diese: Man bietet Hilfe an, sieht barmherzig aus, kann sich aber sicher sein, dass man nichts tun muss ;)
    Gleichzeitig steht die iranische Führung schlecht da, weil sie den betroffenen Regionen Hilfe verweigert - wenn auch nur Ausländische.

    Merke: USA gut, Iran böse.
    Dieses Bild wurde weiter verfeinert, macht doch Sinn, vor allem (!) bei schlechten politischen Beziehungen.

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    von 100 hilfskräften, die die usa schicken würden, hätten wahrscheinlich 99 einen "geheimdienstlichen hintergrund".

    von 100 hilfskräften, die die usa schicken würden, hätten wahrscheinlich 99 einen "geheimdienstlichen hintergrund".

  6. werden definitiv durch die Sanktionen verhindert.
    Der NIAC (Vereinigung USIraner) ist mit der
    Administration im Gespräch, dass Hilfsorganisationen
    eine offizielle Lizenz zur Hilfeleistung im Iran bekommen.

    Dies ist bislang noch NICHT geschehen.

    "Under current U.S. sanctions it is legal to donate food and medicine directly to Iran under an existing humanitarian exemption. Efforts to send these goods have been obstructed due to confusion about the law and over enforcement of the sanctions. Banks, drug companies, and reportedly even the U.S. Postal Service have been unwilling to facilitate and send such items. However, in our discussions with Treasury it has been made explicit that such transactions are indeed legal and we are urging Treasury to take additional steps necessary to ensure private and public entities are not blocking legal transactions." NIAC

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  7. Eine Leserempfehlung
  8. gegenueber ist aber nichts zu erkennen von Iranischer Seite. Immerhin spricht der Innenminister Irans von weiteren Hilfsleistungen , und daß sie das selbst schaffen. Außerdem entscheidet die Regierung ob sie die Hilfe von einem Land annehmen moechte welches laut paroliert einen in wenigen Monaten anzugreifen.

    Die Amerikaner nehmen auch keine Hilfe von außen an wenn be ihnen katastrophen stattfinden, solange sie sich selber helfen koennen.

    Und sie meinen sicher auch das die Bomben der Israelis und Amerikaner nur Regimeanhaenger treffen werden und die Bevoelkerung durch den eingebauten Demokratiesensor der Amerikaner keinen Schaden nehmen wird, selbst die Haeuser werden dann mit Sicherheit nichts abbekommen. Ja natuerlich.

    Die Kollateralschaeden die ein krieg in dem land verursachen werden, werden die Erdbebenopfer wie Peanuts aussehen lassen.

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    die Kommentatoren 2 und 3

    die Kommentatoren 2 und 3

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