HitzewelleTausende fliehen vor Waldbränden auf den Kanaren

Auf den Kanarischen Inseln stehen Nationalparks in Flammen. Knapp 5.000 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Am schwersten betroffen ist La Gomera.

Ein Löschflugzeug im Einsatz über Teneriffa

Ein Löschflugzeug im Einsatz über Teneriffa

Die Feuerwehr hat große Schwierigkeiten, die Waldbrände auf den Kanarischen Inseln in den Griff zu bekommen. Auf La Gomera und Teneriffa wurden mehrere Dörfer und Siedlungen evakuiert. Insgesamt mehr als 4.700 Bewohner mussten nach Angaben der spanischen Behörden ihre Wohnungen verlassen. Auf der Insel La Gomera, die besonders stark betroffen ist, brannte es auch im Nationalpark von Garajonay, der zum Weltnaturerbe der Unesco gehört.

"Nach fünf Hitzewellen in Folge brennt es auf der Insel auch in Gegenden, in denen es seit 150 Jahren keine Waldbrände gegeben hatte", sagte der Sicherheitschef der Regierung, Humberto Gutiérrez. Das Feuer auf La Gomera war von den Löschmannschaften eigentlich schon unter Kontrolle gebracht worden, aber der Wind und die Hitze fachten die Flammen wieder an.

Auf Teneriffa, der größten Kanareninsel, brannte es in der Gegend von Santiago del Teide. Die Feuerwehr konnte die Flammen dort aber am Sonntag löschen. Insgesamt waren 13 Löschflugzeuge auf beiden Inseln im Einsatz. Die Nachrichtenseite Canaries News berichtet in einem Live-Ticker über die aktuelle Lage.

Auch auf dem Festland brennt es

Auf dem spanischen Festland brachen in zwei Nationalparks Feuer aus: Ein Waldbrand loderte im Doñana-Park in Südspanien, einem der wichtigsten Schutzgebiete des Landes, ein anderer im Cabañeros-Nationalpark im Südwesten. In beiden Parks gelang es den Löschmannschaften eine Ausweitung der Brände zu verhindern. Auch in der Region Galizien im Nordwesten Spaniens gibt es eine Serie von Waldbränden. In der Gegend von Ourense wurden mehrere Siedlungen evakuiert. In der Ortschaft Barco de Valdeorras mussten mehrere Bewohner wegen Rauchvergiftungen in einem Krankenhaus behandelt werden.

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In weiten Teilen des Landes sanken die Temperaturen am Sonntag etwas. Auf den Kanaren und im Südosten des Festlands hielt die Hitze allerdings an und erschwerte den Löschtrupps die Arbeit.

Waldbrände in Portugal

Auch Portugal ist von schweren Waldbränden betroffen. Vor allem in der Gemeinde Algoso, 30 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt, brach in ausgetrockneten Waldgebieten vielerorts Feuer aus. Vergangene Woche war ein Feuerwehrmann bei Figueiró dos Vinhos knapp 200 Kilometer nördlich von Lissabon in seinem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden und gestorben. Bis Ende Juli hatten die Brände in Portugal etwa 67.000 Hektar Wald zerstört. Das entspricht in etwa der Fläche Hamburgs. Nach einem Bericht der portugiesischen Zeitung Diario de Noticias musste die Feuerwehr allein in der vergangenen Woche knapp 1.000 Brandherde bekämpfen.

In Griechenland entspannte sich die Situation: Starke Regenfälle löschten in der Nacht zum Sonntag den gefährlichen Waldbrand auf der Halbinsel Chalkidiki weitgehend. "Heute morgen haben wir kaum noch Brände", sagte der Regionalgouverneur Christos Pachtas im griechischen Radio. Das Feuer hatte zuvor vier Tage lang in der Klosterregion Berg Athos auf der östlichen Landzunge der Halbinsel im Norden des Landes getobt. Nach mehreren Tagen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius zeigten die Thermometer in Griechenland am Sonntag noch immer um die 32 Grad an.

 
Leserkommentare
  1. Ich war schon zweimal dort. Ich werde es nie vergessen. Der Lorbeernebelwald (Laurisilva googeln) des Garajonay auf Gomera repräsentiert ein einzigartiges Ökosystem, wie man es bis zur letzten Eiszeit im gesamten mediterranen Bereich vorfand.

    Es ist von derart atemberaubender Schönheit, dass jeder Quadratmeter vernichtete Waldfläche sehr bedauernswert ist.

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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  • Schlagworte Feuerwehr | Portugal | Waldbrand | Griechenland | Spanien | Lissabon
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