Die lokale Bevölkerung protestiert gegen die Plantage © SAVE

Wie kann eine Palmölplantage, fast so groß wie Hamburg mitten im Regenwald Kameruns , als nachhaltiges Konzept für Mensch und Umwelt verbrieft werden? Der Plan, den sich Manager der New Yorker Herakles Group in den Kopf gesetzt hatten, mag absurd klingen. Doch dafür waren sie ziemlich weit gekommen. Immerhin hatte es die lokale Tochterfirma SG Sustainable Oils Cameroon Limited (SG-SOC) geschafft, Mitglied im Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO) zu werden.

Der Versuch, sich die Monokultur aus Ölpalmen, die knapp 70.000 Hektar umfassen sollte, als nachhaltiges Projekt vom RSPO zertifizieren zu lassen, ist nun gescheitert. Am Dienstag bestätigte der RSPO den freiwilligen Austritt des Plantagen-Betreibers aus dem Gremium.

Der SAVE Wildlife Conservation Fund , der wie ZEIT ONLINE berichtete seit vielen Monaten gegen die Plantage kämpft, wertet den Austritt zwar als Erfolg im Kampf gegen das Unternehmen. Doch die Plantage ist keinesfalls abgewendet. Eine ganze Armada an NGOs, darunter Pro Wildlife und der Verein Rettet den Regenwald , engagiert sich weltweit gegen das Projekt. Sie alle befürchten, dass SG-SOC den Ausbau der Plantage jetzt noch radikaler vorantreiben wird, weil die Firma nun erst recht keine Rücksicht mehr auf irgendwelche RSPO-Richtlinien nehmen muss. Mit der Abholzung erster Bäume für die Ölpalmen-Setzlinge hatten die Betreiber sogar gegen geltende Gesetze Kameruns verstoßen. Selbst einen Gerichtsbeschluss ignorierte die Firma zunächst.

Von Nachhaltigkeit keine Spur

Im März hatten elf internationale Wissenschaftler den Herakles-Konzern in einem  offenen Brief angeklagt: "Wir glauben, dass diese Plantage gegen wesentliche Regeln und Standards des RSPO verstößt und eine ernsthafte Bedrohung für die Artenvielfalt und die Bevölkerung in Südwest-Kamerun darstellt", schrieben die Forscher. Sie deckten erhebliche Mängel in dem Umweltgutachten auf, dass der Plantagenbetreiber vorgelegt hatte.

Das Waldgebiet liegt am Korup-Nationalpark, in dem gefährdete Arten wie Drills und Waldelefanten leben. Mindestens die Hälfte des Gebietes, auf dem bald nur noch Reihen aus Ölpalmen stehen sollen, sind nach Ansicht der Forscher intakter Regenwald und keine degradierten Flächen, wie das Gutachten behauptet.