Der Energiekonzern Shell hat angekündigt, die geplante Erkundung von Öl und Gas-Vorkommnissen in der Arktis zu verschieben. Das Unternehmen werde vorerst keine Bohrungen in Gestein mit Öl- oder Gasvorkommen vornehmen, hieß es in einer Mitteilung . 2013 sollen die Versuche aber fortgesetzt werden. Umweltverbände kritisieren seit Längerem die Erkundung im Nordpolarmeer mit dem Eisbrecher Arctic Challenger .

Shell hat bereits 4,5 Milliarden Dollar in das Arktis-Projekt investiert. Der Grund für die Verschiebung ist nach Unternehmensangaben, dass ein Auffang-Behälter für mögliche Lecks beschädigt sei. "Es ist klar, dass es einige Tage dauern wird, den Behälter zu reparieren und die Einsatzfähigkeit abzuschätzen", hieß es weiter.

Die technischen Probleme zeigen, wie schwierig die Förderbedingungen in der Arktis sind. Andere Unternehmen sind daran schon gescheitert.

Schäden im sensiblen Ökosystem befürchtet

Konkurrent BP hatte bereits im Juli sein 1,5 Milliarden Dollar teures Erkundungsprojekt in Alaska ausgesetzt, weil die Kosten extrem anstiegen. Shell hatte in den fünfziger Jahren an der Erschließung von Ölfeldern vor Alaska gearbeitet, zog sich aber 1997 vorübergehend aus der Region zurück. 2001 sicherte sich das Unternehmen dann wieder Rechte zur Ausbeutung riesiger Unterwassergebiete.

In der Arktis gibt es immense Vorkommen von Erdöl und Gas, die internationale Ölkonzerne ausbeuten wollen. Umweltschützer befürchten jedoch durch Ölbohrungen schwere Umweltschäden in dem sensiblen Ökosystem und machen gegen die Projekte der Konzerne mit Aktionen mobil. In den vergangenen Monaten protestierten Aktivisten häufig verkleidet als Eisbären vor Shell-Tankstellen.