Der Betreiber des Unglückreaktors im japanischen Fukushima hat nach eigenen Angaben die Gefahren durch einen Tsunami für das Atomkraftwerk bewusst verharmlost. Die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Company (Tepco) räumte erstmals ein, das bestehende Risiko verharmlost zu haben, um eine Schließung des Atomkraftwerks aus Sicherheitsgründen zu verhindern.

Das Erdbeben vom 11. März 2011 und der dadurch ausgelöste Tsunami führten in Fukushima zu einer Kernschmelze und zur folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Das Atomkraftwerk von Tepco war bei dem Unglück schwer beschädigt worden, große Teile der Region wurden radioaktiv verseucht.

"Es gab eine latente Angst vor einer Schließung", heißt es in dem Tepco-Bericht . Wären vor dem Unglück weitreichende Sicherheitsmaßnahmen angeordnet worden, so hätte dies den Eindruck erweckt, Atomkraftwerke seien nicht sicher.

Ein von der Regierung eingesetzter Untersuchungsausschuss hatte das Unglück Anfang Juli als vermeidbar und deshalb als "von Menschen verursachte Katastrophe" bezeichnet. Das Atomkraftwerk sei damals "verwundbar" gewesen. Tepco hatte den Tsunami, der über das Kraftwerk hereinbrach, dagegen wiederholt als "unvorhersehbar" bezeichnet.

Das Atomunglück hat in Japan ein politisches Umdenken in Gang gesetzt: Inzwischen hat die Regierung beschlossen, bis zum Jahr 2040 aus der Atomkraft auszusteigen .