AtomunglückTepco verharmloste Tsunami-Gefahr für Fukushima

Der Energiekonzern Tepco hat die Gefahren für den Unglücksreaktor Fukushima heruntergespielt. Grund war die Angst vor einer Schließung. von afp

Ein Bewohner der Region Fukushima lässt mit einem Strahlenmessgerät seine Hände untersuchen.

Ein Bewohner der Region Fukushima lässt mit einem Strahlenmessgerät seine Hände untersuchen.  |  © Athit Perawongmetha/Getty Images

Der Betreiber des Unglückreaktors im japanischen Fukushima hat nach eigenen Angaben die Gefahren durch einen Tsunami für das Atomkraftwerk bewusst verharmlost. Die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Company (Tepco) räumte erstmals ein, das bestehende Risiko verharmlost zu haben, um eine Schließung des Atomkraftwerks aus Sicherheitsgründen zu verhindern.

Das Erdbeben vom 11. März 2011 und der dadurch ausgelöste Tsunami führten in Fukushima zu einer Kernschmelze und zur folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Das Atomkraftwerk von Tepco war bei dem Unglück schwer beschädigt worden, große Teile der Region wurden radioaktiv verseucht.

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"Es gab eine latente Angst vor einer Schließung", heißt es in dem Tepco-Bericht . Wären vor dem Unglück weitreichende Sicherheitsmaßnahmen angeordnet worden, so hätte dies den Eindruck erweckt, Atomkraftwerke seien nicht sicher.

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.

Ein von der Regierung eingesetzter Untersuchungsausschuss hatte das Unglück Anfang Juli als vermeidbar und deshalb als "von Menschen verursachte Katastrophe" bezeichnet. Das Atomkraftwerk sei damals "verwundbar" gewesen. Tepco hatte den Tsunami, der über das Kraftwerk hereinbrach, dagegen wiederholt als "unvorhersehbar" bezeichnet.

Das Atomunglück hat in Japan ein politisches Umdenken in Gang gesetzt: Inzwischen hat die Regierung beschlossen, bis zum Jahr 2040 aus der Atomkraft auszusteigen .
 

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Leserkommentare
  1. sendet genauso ihre Lebensmittel mit Chemoekelstyle durch die Welt wie sie auch unsichere Anlagen betreibt, der Profit ist entscheident.

    Die Strafe für die damaligen Entscheider die Anlage so weiterlaufen zu lassen kann nicht hoch genug sein !

    Und ob 2040 hier eine echte Antwort ist bezweifele ich mehr als stark.

    Gerade die Japaner waren doch gut im industriellen Ideenklau, also klaut alles über moderne Ökoenergieherstellung und setz es um, ausnahmsweise im eigenen Land. Wenn das dann funktioniert gibt es einen wunderbaren neuen Exportmarkt den die Japaner ohnehin brauchen werden.

  2. Ich bin zutiefst erschüttert, dass ein gewinnorientiertes Unternehmen unethisch handelte, um den eigenen Fortbestand zu sichern. Zum Glück ticken Atomstromerzeuger in Europa ganz anders.

  3. Die Tepco-Leute haben „verharmlost“ und der deutsche Journalisten haben die „Energiewende herbeigeschrieben“.

    Dazu Professor Kepplinger: „Die Mehrheit der Journalisten will weder an dem Ausstieg rütteln noch an ihre unrühmliche Rolle in der Berichterstattung erinnert werden.“ http://www.nzz.ch/aktuell...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich möchte hier dagegen halten. Die Journis tragen hier mit Sicherheit nicht die alleinige Schuld!

    Ich höchst Persönlich habe da fleissig mit gemombt gegen die Atomkraftwerke und pro Atom Ausstieg. Der Weg dahin allerdings ist eben nicht so klar und eindeutig.

    Eines aber weiss ich 100% sicher weder wünsche ich noch irgendwo auf der Welt einen Weiteren GAU noch sonnst irgendwelche Atomaren Probleme.

    Wenn ich mir aber so die Endlager in Deutschland ansehe, na ja die Hoffnung stirbt zu Letzt.

    Allerdings habe ich von der Möglichkeit gelesen das gar kein Uran benötigt wird für eine Kernspaltung und mit einer neuen Methode die Strahlung und Halbwertzeiten auf 12 Jahre Reduziert werden können.

    Nur weder Wissenschaftler und schon gar nicht Politiker sind glaubhaft. Man kann ihnen nicht mehr glauben oder vertrauen, es sind zu viele Lügner am Werk gewesen.

    Deshalb Diskussionslos aussteigen.

    Mit der zunehmenden Dezentralisierung, ist es nämlich dann auch nicht mehr möglich, mit ein paar gezielten angriffen ein ganzes Land lahm zu legen.

    Ich finde es merkwürdig das man immer nur von den Nachteilen sprich, welche die Energie Wende bringt.

  4. ... es mir nicht nehmen lassen, meine japanischen Kollegen zu besuchen, die etwa 50 km nördlich von Fukushima Daiichi leben.
    Man hat mir Shinchi gezeigt, ein Dorf, von dem nur noch die Betonbodenplatten der Häuser übrig waren. Man hat mir Videos gezeigt, wie die Flut dort kam und alles abgeräumt hat.
    Man beginnt das Trauma "Tsunami" langsam aufzuarbeiten.
    Auf Unverständnis stieß ich allerdings, als ich danach fragte, warum die Oberen von Tepco noch nicht Sepukku gemacht hätten - von mir aus auch nicht unbedingt traditionell, sondern mit einem 45er Colt am Kopf.

    Man muss aber auch sehen, dass mehr als 20.000 ( Zwanzig-TAUSEND ) Menschen ertrunken sind, am "Super-GAU" ist bislang noch kein einziger gestorben - was nicht heißt, dass das noch geschieht, aber die 20.000 sind schon länger tot.
    Das Problem an der Kernenergie ist die Tatsache, dass es sozusagen das Höllenfeuer auf Erden ist und die Menschen wie alle Affen sich an alles gewöhnen, auch an die drohende Gefahr, und schlampig werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nun Ausser den 2 oder 3 Arbeiter die Wohl schon beim Tzunami umgekommen sind. Gibt es noch einige Helfer die zumindest verstrahlt wurden, auch wenn hier Tepco die Schuld den Arbeitern in die Schuhe schiebt.

    Und folgenlos?
    http://mediathek.daserste...
    Sorry ist erst der 3. Beitrag.
    Nur weil eine Regierung sagt es sei ungefährlich, muss das nicht stimmen.

    Ganz ohne Tote?
    http://www.sueddeutsche.d...

    http://www.focus.de/gesun...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    die Menschen haben sich an die Gefahr gewöhnt und werden schlampig???
    Wie aus obigem Artikel hervorgeht, hat Tepco die Gefahr ganz bewußt verharmlost. Die Gefahr haben sie billigend dabei in Kauf genommen. Sie wollten keine Schließung 'riskieren', weil, oh Wunder, die Atommeiler, sofern stillgelegt, kein Geld bringen. Außerdem hatten sie eine Anlage, die die Explosionen verhindert hätte, aus Kostengründen NICHT einbauen lassen; das ging aus der Berichterstattung vom März l.J. hervor.
    Letztendlich ging also das Hoffen auf Profit über die Sicherheit der Menschen rings um Fukushima.
    Die Gefahr eines Super-GAUs war definitiv bekannt - einmal durch Harrisburg, einmal durch Tschernobyl - aber damals wurde ja die unzureichende Technik der Russen als Ursache benannt und immer wieder behauptet, in einem auf westlicher Technik basierenden KKW könne so etwas nicht passieren.
    Man sollte ehrlich sein: Kernkraft ist ein Milliardengeschäft - und da spielen Sicherheitsbedenken eben keine große Rolle. Es darf halt nicht sein, was nicht sein darf. Jeder Handwerker, der so an seine Produktion herangehen würde, würde mit Recht irgendwann zur Rechenschaft gezogen.

  5. 5. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  6. Ich möchte hier dagegen halten. Die Journis tragen hier mit Sicherheit nicht die alleinige Schuld!

    Ich höchst Persönlich habe da fleissig mit gemombt gegen die Atomkraftwerke und pro Atom Ausstieg. Der Weg dahin allerdings ist eben nicht so klar und eindeutig.

    Eines aber weiss ich 100% sicher weder wünsche ich noch irgendwo auf der Welt einen Weiteren GAU noch sonnst irgendwelche Atomaren Probleme.

    Wenn ich mir aber so die Endlager in Deutschland ansehe, na ja die Hoffnung stirbt zu Letzt.

    Allerdings habe ich von der Möglichkeit gelesen das gar kein Uran benötigt wird für eine Kernspaltung und mit einer neuen Methode die Strahlung und Halbwertzeiten auf 12 Jahre Reduziert werden können.

    Nur weder Wissenschaftler und schon gar nicht Politiker sind glaubhaft. Man kann ihnen nicht mehr glauben oder vertrauen, es sind zu viele Lügner am Werk gewesen.

    Deshalb Diskussionslos aussteigen.

    Mit der zunehmenden Dezentralisierung, ist es nämlich dann auch nicht mehr möglich, mit ein paar gezielten angriffen ein ganzes Land lahm zu legen.

    Ich finde es merkwürdig das man immer nur von den Nachteilen sprich, welche die Energie Wende bringt.

  7. Nun Ausser den 2 oder 3 Arbeiter die Wohl schon beim Tzunami umgekommen sind. Gibt es noch einige Helfer die zumindest verstrahlt wurden, auch wenn hier Tepco die Schuld den Arbeitern in die Schuhe schiebt.

    Und folgenlos?
    http://mediathek.daserste...
    Sorry ist erst der 3. Beitrag.
    Nur weil eine Regierung sagt es sei ungefährlich, muss das nicht stimmen.

    Ganz ohne Tote?
    http://www.sueddeutsche.d...

    http://www.focus.de/gesun...

    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    • otto_B
    • 12. Oktober 2012 18:00 Uhr

    Im Zuge einer Erdbebenkatastrophe historischen Ausmaßes hat sich ein Industrie-Unfall mit bisher Null Toten ereignet, wenn auch mit erheblichen Sachschäden und Aufräumungskosten.
    (Daß man mit der Windrichtung Glück hatte, soll nicht verschwiegen werden.)

    Wir erfahren, daß dem Management Schlamperei und Vertuschung anzulasten ist, der Atomunfall bekommt das Etikett "vermeidbar".

    Was sagt uns das für den deutschen Atomausstieg?
    Fukushima hatte konkrete Ursachen.
    Das Prinzip aller Kultur ist das Lernen aus Fehlern. Für die Atombranche soll jetzt die Abwägung von Nutzen und Risiko nicht mehr gelten, das Zepter haben die Jakobiner in die Hand genommen.

    Nicht daß gegen die Nutzung von Wind und Sonne etwas einzuwenden wäre -
    aber wir machen Atomanlagen dicht, die unter vergleichsweise stabilen Rahmenbedingungen (technisch, geologisch) laufen,
    - und die fossile Stromerzeugung läuft weiter bzw. wird ausgebaut.
    Dabei bedienen wir uns auf begrenzten Märkten für Gas und Kohle, von den Umweltfragen mal ganz abgesehen.
    Ob da wohl die Prioritätensetzung stimmt.
    Bis vor kurzem sah das die Politik auch bei uns ja noch anders.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so lange gut, wie sie eben gut laufen - wenn dann tatsächlich etwas passiert, sind halt die Folgen gravierend; aber dann wills mit Sicherheit keiner gewesen sein.
    Wenn Sie gern wissen möchten, wie lange ein Landstrich verstrahlt sein kann, sollten Sie sich darüber informieren, wieviele Wildschweine heute noch in Bayern entsorgt werden müssen, obwohl Tschernobyl inzwischen fast dreißig Jahre her ist, und wie hoch immer noch die Belastung der Pilze ist.
    Man kann sich auch über die Halbwertszeiten der radioaktiven Stoffe informieren - findet sich alles auf Wikipedia.
    Wissenschaftler gehen davon aus, daß die Gegend rings um Tschernobyl für mindestens 300 Jahre nicht mehr bewohnbar ist. Würde so etwas in Biblis passiert sein - wo sollen bitte die Bewohner der Rhein-Main-Region alle hin???

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Atomkraft | Atomkraftwerk | Erdbeben | Katastrophe | Kraftwerk | Tsunami
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