Sturm Sandy : Feuer in New York, Hochwasser in New Jersey

An der US-Ostküste werden jetzt Sturmschäden deutlich sichtbar. In New York brennen mehr als 50 Häuser, in New Jersey sind nach einem Dammbruch mehrere Städte bedroht.

Der Wirbelsturm Sandy hat in den vergangenen Stunden schwere Schäden an der amerikanischen Ostküste angerichtet. In einem Bezirk des New Yorker Stadtteils Queens stehen über 50 Häuser in Flammen . Im Bundesstaat New Jersey brach nach Angaben von CNN ein Damm. Hunderte Menschen werden dort in Sicherheit gebracht. Die Wassermassen bedrohten nahe gelegene Städte, sagte der Polizeichef der Ortschaft Little Ferry.

In New York sind ganze Straßenzüge überflutet, Millionen Menschen entlang der Küste sind ohne Strom. Die Zahl der Toten stieg laut CNN auf 17. Der Sturm zieht derzeit weiter gen Norden . Betroffen ist das Küstengebiet von Maine bis South Carolina – ein etwa 1.100 Kilometer langes Gebiet, das etwa der Entfernung von Berlin nach Rom entspricht.

Das Zentrum des Sturms war in der Nacht mit Windstärken von 130 Kilometern pro Stunde und starkem Regen auf Atlantic City im Bundesstaat New Jersey getroffen. Zwischenzeitlich erreichte Sandy einen Durchmesser von 1.600 Kilometern .

Präsident Barack Obama rief für New York und New Jersey den Notstand aus. Es ermöglicht den vom Sturm Betroffenen, Bundesgelder zu beantragen, etwa für den Wiederaufbau ihrer Häuser oder für die Unterbringung in Ersatzwohnungen.

Nach einer ersten Expertenschätzung könnte Sandy Gesamtschäden von bis zu 20 Milliarden US-Dollar (rund 15,5 Milliarden Euro) angerichtet haben. Diese Zahl nannte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat. Allerdings ist das Unwetter noch nicht vorbei.

Laut mehrerer Medien sind zwischen 6,5 und 7,5 Millionen Menschen in mehreren US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington ohne Strom. In einem New Yorker Umspannwerk hatte es eine Explosion gegeben. Bilder zeigten einen gewaltigen Feuerball aus der Anlage in der Lower East Side von Manhattan am späten Montagabend. Von Verletzten wurde dort zunächst nichts bekannt.

Zudem wurde Sandy zur Belastungsprobe für mehrere Atomkraftwerke. In Oyster Creek südlich von New York wurde nach Angaben der US-Atomaufsichtsbehörde NRC wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels Alarm ausgelöst. Es ist das älteste Kraftwerk der USA und war zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen. Im AKW Indian Point, rund 70 Kilometer nördlich von New York, wurde ein Reaktor wegen externer Probleme des Stromnetzes abgeschaltet, wie die Betreiberfirma Entergy mitteilte. 

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Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Richtig

Für mich ist da der Begriff "Jahrhundertsturm" so früh in unserem neuen Jahrhundert eher sehr irreführend und dient anscheinend nur dem Hype der medialen Aufbereitung und dem Symbolcharakter der dortigen Wahlkampfstrategie. Die Hexenjagd hat hier wahrscheinlich schon längst begonnen, man sieht dies sehr schön im Kommentarbereich. Da entstehen momentan schnell Anfeindungen, welche sich letztendlich als Selbstinszenierung analysieren lassen. Letztlich bei allen zerstörten Pommesbuden bzw. aller Dramatik bleibt diese Sturm doch nur ein normaler, wenn auch sehr schwerer Sturm (meine Meinung).

mfG Vidarr

Jahrhundertsturm

Naja, wie schon in einem anderen Forum beschrieben: fuer Manhattan war es die hoechste Sturmflut seit 150 Jahren. Noch nie wurde die Subway geflutet, und noch nie stand Battery Park oder die Lower East Sude so hoch unter Wasser. Im Gegensatz zu Irene letztes Jahr waren die Warnungen diesmal berechtigt. Fuer uns die wir hier wohnen war das tatsaechlich ein Jahrhundertsturm (= der groesste seit 100 Jahren. Das exzellete Fruehwarnsystem der USA sowie die emergency response Infrastruktur sind der Grund warum es hier so viel weniger Schaeden und Tote gibt als in Schwellenlaendern bei vergleibaren Unwettern.

Wie wollen sie

darauf präventiv reagieren, hoffentlich nicht Geoengineering, denn im Prinzip hat keiner einer Ahnung wie Stürme in ihrer Stärke oder Schwäche entstehen, ansonsten wären die Vorhersagen akkurater und wie sich Wetterbeinflussung (wie z.B. in Russland) langfristig auswirkt kann auch niemand genau sagen.

Das andere Problem ist die Problematik der Ing. die sich mit Schutzmassnahmen gegen solche Ereignisse beschäftigen, die gehören mit zu den Schlechtbezahltesten in D Gehälter liegen so zwischen 1400-2500 /Euro Brutto und in den Ämtern beschäftigen sich aufgrund der Geiz ist Geil Mentalität Facharbeiter und Fachschüler mit der Problematik, also geballtes Fachwissen.

Der Mensch wird damit leben müssen, das die Natur sich selbst reguliert. Und das hat er auch in der Vergangenheit, hier mal eine Liste von Wetterkatastrophen und ein Großteil ist nicht auf den s.g. Klimawandel zurückzuführen.
https://de.wikipedia.org/...

USA - Haiti

Wenn in Haiti ein Sturm fegt und über 50 Menschen sterben - interessiert keinen.

Wenn in New York derselbe Sturm tobt - 10+ Artikel pro Tag auf Zeit Online mit Newsblog und stündlicher Opfer-Statistik (Opfer im Sinne von: zeitweise Ohne Stromanschluss).

In was für einer Welt leben wir?

Berichterstattung Karibik

Liebe/r nouraa,

auch uns ist diese Schieflage natürlich aufgefallen und bitter aufgestoßen. Allerdings war Sandys Eintreffen in der Weltmetropole New York absehbar. Auf das Ereignis haben wir uns folgerichtig natürlich vorbereitet. Haiti haben wir nicht vergessen und werden es in den kommenden Tagen, wenn es gilt, die Folgen des Sturms einzuschätzen, wieder zur Sprache bringen. Im Newsblog wiesen wir schon heute früh darauf hin:

"07:47 Während sich die Berichterstattung auf die Ostküste der USA konzentriert, sollte nicht vergessen werden, dass Sandy bereits in der Karibik gewütet hat. Auf Haiti sind mindestens 52 Menschen ums Leben gekommenen, etwa 18.000 Menschen wurden obdachlos. In der Hauptstadt Port-au-Prince hat der Sturm auch die Notunterkünfte beschädigt, in denen seit dem Erdbeben im Jahr 2010 über 370.000 Menschen untergebracht sind. Die Regierung Haitis fürchtet jetzt steigende Nahrungsmittelpreise: “Der Sturm hat uns alles weggenommen”, sagte ein Mitarbeiter des haitianischen Landwirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. (wb)"

http://blog.zeit.de/newsb...

Dennoch, Ihre Beobachtung, dass sich Nachrichtenwerte zu sehr danach richten, wo etwas stattfindet, teilen viele hier absolut.