Naturschutz : UN will Artensterben mit Milliarden bremsen

Zur Bewahrung bedrohter Arten wollen die Industrienationen der Welt deutlich mehr Geld ausgeben. Bis 2015 sollen jährlich sieben Milliarden Euro an ärmere Länder fließen.

Zwei Jahre nach den Beschlüssen zum Stopp des Artensterbens hat sich die Weltgemeinschaft auf eine Finanzierung des Plans geeinigt. Delegierte aus 193 Staaten kamen auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) in der indischen Stadt Hyderabad überein, dass die Industriestaaten bis 2015 ihre Zahlungen an die armen Länder verdoppeln. Einem Sprecher der Konferenz zufolge sollen die Naturschutzhilfen dann etwa 7,7 Milliarden Euro jährlich erreichen.

Vor zwei Jahren hatten sich die UN-Staaten in der japanischen Stadt Nagoya bis zum Jahr 2020 ehrgeizige Ziele zum Schutz der Artenvielfalt gesteckt. In Hyderabad ging es nun um die Frage, wie die Umsetzung der Ziele finanziert werden soll. Die Finanzierung war lange umstritten, die Industriestaaten stemmten sich dagegen, den größten Anteil der Finanzierung des Artenvielfaltschutzes zu übernehmen.

Vor allem Brasilien und China sperrten sich bis zuletzt gegen höhere Finanzzusagen, berichteten Beobachter. Nun verpflichteten sich die Entwicklungsländer im Gegenzug zu höheren Finanzhilfen dazu, für eine bessere Mittelverwendung zu sorgen und auch eigene Finanzierungsanstrengungen zu unternehmen. Nach Angaben der  Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) soll das Geld für neue Nationalparks, Waldschutzgebiete und nachhaltige Landnutzungsprojekte in den Entwicklungsländern ausgegeben werden.

Naturschutzorganisationen begrüßen Kompromiss

Wie sich die Transferleistungen nach 2015 entwickeln, werde auf der nächsten Konferenz 2014 festgelegt. Der WWF und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lobten den Abschluss, der Präsident des Naturschutzbunds Nabu, Olaf Tschimpke, bezeichnete den Kompromiss als "die nötige Anschubfinanzierung", um dem Artensterben bis 2020 Einhalt zu gebieten.

Die 27 europäischen Staaten zahlen nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu derzeit etwas mehr als die Hälfte des globalen Naturschutzes, nämlich 3 Milliarden Euro jährlich. Die nun verabschiedete Verdopplung werde jedoch anhand des Durchschnittswertes der Jahre 2006 bis 2010 ermittelt, der bei knapp 1,7 Milliarden Euro liege. Damit müssten die Europäer dem Nabu zufolge ihre Hilfen bis zum Jahr 2015 um etwa 400 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro erhöhen.

Alle teilnehmenden Naturschutzorganisationen begrüßten die Ergebnisse, die in Hyderabad beim Wald- und Meeresschutz erzielt wurden. So seien 48 ökologisch bedeutsame Meeresgebiete in der Karibik , dem westlichen Atlantik und dem südwestlichen Pazifik anerkannt worden, berichtete der WWF. So komme man dem vor zwei Jahren beschlossenen Ziel näher, zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen.

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Sankt Florian

Selbstverständlich ist Artensterben eine unschöne Sache.
Aber diese Agenda ist doch bekannt: es geht um

GELD für (.....), was in ENTWICKLUNGSLÄNDER transferiert werden soll.
Alles klingt nett. Aber wird das funktionieren, wenn (dauerhaft) eine Art Sozialhilfe zum Prinzip internationaler Politik erhoben wird?
Lassen sich so Konflikte um die Landnutzung vermeiden?

Schön, wenn man was für das Überleben "bedrohter Arten" tun kann - solange man dazu nur den lieben (.....) sagen muß, wie sie leben sollen und das ganze nicht vor der eigenen Haustür stattfindet.
Das Schicksal Brunos läßt grüßen.
Wie sieht es denn aus mit den Lebensmöglichkeiten für Bär, Wolf, Elch, Wisent, Rabe und und und
in unserer dicht (menschlich) besiedelten und agrarindustriell genutzten mitteleuropäischen Landschaft?
....in der letzten Auflage mit der Mais-Wüste im Dienste der "Energiewende".
Und der "Bio"-diesel, wo kommt der her?.....

Liebe Redaktion

ZEIT: „Nun verpflichteten sich die Entwicklungsländer im Gegenzug zu höheren Finanzhilfen und dazu, für eine bessere Mittelverwendung zu sorgen und auch eigene Finanzierungsanstrengungen zu unternehmen.“

Es scheint irgendwas mit diesem Satz nicht zu stimmen: Entweder leisten jetzt die Entwicklungsländer die Finanzhilfe oder das „und“ ist fehl am Platz.

Ausdruck gesellschaftlicher Dekadenz

„Artensterben bremsen“, welch ein Anspruch oder welch eine Vergewaltigung der evolutionswissenschaftlicher Erkenntnisse.

Und gebremst soll werden mit Milliarden Dollar oder Euro. Übersetzt soll das heißen, es bekommt jemand Geld, damit er keine wilden Tiere und Fische umbringt und nicht an die verkauft, von denen die Milliarden kommen.

Armer schwarzer Kater

das ist es ja, es geht nicht um das evolutionsbedingte Artensterben. Es geht darum, dass es eben nicht dieses Artensterben ist, es aber mit dieser Wortwahl so ummäntelt wird, um es von uns weg zu stellen und zu verharmlosen. Es ist Ausrottung, Vernichtung und Auslöschung. Mutwillig, vorsätzlich und grenzenlos dumm. Als Christ sage ich, wir entfernen lebendiges aus der Schöpfung, zu dem wir kein Recht haben. Und anstatt die Ursache zu verändern, glauben wir mal wieder mit Geld alle Wunden zu heilen. Es wird Zeit, dass die Menschheit ausstirbt! Was, liebe Redaktion das ist zu fett? Aber, aber, wäre nur ein ganz normaler evolutionswissenschaftler Vorgang. Why not.