Ein Pinguin auf einer Eisfläche in der Antarktis

"Das letzte Meer" wird nicht zum Schutzgebiet – Russland und China lehnten eine Beschränkung der Fischerei in den Antarktischen Gewässern ab. Die Nachricht ist ernüchternd für viele Umweltschützer: "Die Mitglieder der Internationalen Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis (CCAMLR) haben versagt, weil wenige Länder aktive Blockade geleistet haben", sagt Steve Campbell von der Antarctic Ocean Alliance (AOA) .

Die CCAMLR hat sich am Ende nicht einigen können. Seit zwei Wochen hatte die seit 1982 bestehende Kommission im australischen Hobart getagt. Alle hatten damit gerechnet, dass zumindest ein Grundstein zum Schutz der antarktischen Meere gelegt würde, sagt Campbell.

Wirtschaftliche Interessen gingen vor Naturschutz

Doch Fischerei- und Erdölinteressen standen dem Naturschutz im Wege. Vor allem drei Nationen – Russland, China und die Ukraine – haben ein Abkommen verhindert. Im Gegensatz dazu hatten sich die EU , Australien , Neuseeland und die USA für den Erhalt der Tier- und Wasserwelt am südlichen Erdpol stark gemacht, sagt Campbell von der AOA, einem Zusammenschluss aus 16 einzelnen Umweltschutzorganisationen.

1,6 Millionen Quadratkilometer des antarktischen Meeres sollten zu einem marinen Schutzgebiet erklärt werden. Besonders das vom Südpol aus in Richtung Neuseeland gelegene Rossmeer ist zunehmend bedroht durch industrielle Verschmutzung, kommerzielle Überfischung und den Klimawandel. "Dieses Jahr hat sich die CCAMLR wie ein Vertreter von Fischereiorganisationen verhalten anstatt wie eine Organisation zum Schutz der Antarktischen Gewässer", sagt Farag Obaidullah von Greenpeace .

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Die Umweltschutzorganisationen sind sich einig: Es gab keine wissenschaftliche Begründung, um neue Schutzzonen zu verzögern, konstatiert Paul Gamblin vom WWF . Man hoffe auf den Sommer 2013, denn noch ist die Diskussion nicht zu Ende. Die CCAMLR wird im Juli 2013 in Deutschland zusammenkommen.

Seine Vorreiterrolle im Umweltschutz kann die Bundesrepublik dann im geplanten Schutz des Weddellmeeres beweisen. Das 2,6 Quadratkilometer große Gewässer in der östlichen Antarktis wird nun unter Leitung des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung untersucht. Die Forscher sollen ein Schutzkonzept entwickeln. Mit dem Vorstoß könnte der Prozess beschleunigt werden, ein wichtiges Stück Küstengewässer zu erhalten, als Lebensraum für Pinguine, Seelöwen, Wale und Robben.