Der frühere Greenpeace-Aktivist Alice Leney kennt die Trägheit in Kiribati. Er ist Neuseeländer und mit einer Einheimischen verheiratet. "Es ist leichter für einen Ausländer, hier Dinge zu bewegen" sagt er. "Es ist ein flaches Land mit einer flachen Hierarchie. Kaum einer kann dem anderen hier vorschreiben, was er tun soll." Bis vor Kurzem türmten sich überall noch leere Getränkedosen. Leney hat das in den Griff bekommen: "Der Dosenimporteur zahlt jetzt fünf Cent extra pro Dose, das geht an unsere Recycling-Station. Für jede dort abgegebene Dose erhalten die Einwohner jeweils vier Cent." Ein Cent pro Dose bleibt dem Mann, der den Recyclinghof betreibt, und er kann das wertvolle Aluminium exportieren und zu Geld machen. Jetzt arbeitet er an einer Müllabfuhr, mit Mülltüten, die bezahlt werden müssen.

Viele Bewohner sind arbeitslos

Arbeit gibt es in Kiribati nur für wenige. Mangels Rohstoffe gibt es keine Industrie – das Land ist viel zu weit weg, als dass sich für Investoren hier eine Verarbeitungsfabrik lohnen würde. Selbst für eine nennenswerte eigene Fischfangflotte fehlt Geld. Die insgesamt 810 Quadratkilometer Inseln verlieren sich in einem 4.500 mal 2.000 Kilometer großen Seegebiet. Die Fischgründe leeren ausländische Flotten gegen eine geringe Lizenzgebühr.

Als Zeichen für den Umweltschutz hat Kiribati 400.000 Quadratmeter Meer zur Schutzzone erklärt, symbolisch. Denn kontrollieren kann die Regierung das nicht. Das einzige Patrouillenboot liegt meist im Hafen von Betio. Der Diesel ist zu teuer. Am Hafen haben Chinesen gerade eine Fischverarbeitungsfabrik gebaut. Im Gegenzug dürfen sie in der Zwölf-Meilen-Zone fischen. Sie haben 100 Jobs versprochen, aber ob die wirklich für Einheimische sind, weiß auch in den Behörden niemand.