Frage: Wie hängen Permafrostböden mit dem Treibhauseffekt zusammen?

Hugues  Lantuit: Die Forschung geht davon aus, dass Permafrostböden doppelt so viel Kohlenstoff enthalten, wie sich heute in der Atmosphäre befindet. Die Temperaturen dieser Erdschichten haben sich in den vergangenen 30 Jahren um bis zu zwei Grad erhöht. Sie tauen an der Oberfläche auf. Dort wandeln Mikroben den gespeicherten Kohlenstoff um und geben die Treibhausgase CO2 und Methan in die Atmosphäre ab.

Frage: Welche Gefahren drohen, wenn sich der im Eis gespeicherte Kohlenstoff gewissermaßen in Luft auflöst?

Lantuit: Bis zum Jahr 2100 könnte so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangen, wie die Hälfte aller Brennstoffemissionen seit Anfang der Industriellen Revolution. Wir würden davon allerdings nicht sofort etwas mitbekommen, weil wir CO2-Gas nicht riechen können. Die Auswirkungen der auftauenden Permafrostböden würden wir aber auch in Deutschland von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer stärker in Kombination mit anderen Effekten des Klimawandels zu spüren bekommen.

Frage: Welche Länder werden diese Veränderungen vor Ort bemerken?

Lantuit: Besonders betroffen wären Regionen wie Finnland, Süd-Quebec und Süd-Sibirien. Dort werden die Böden an der Oberfläche relativ tief, bis zu fünf Metern, auftauen. Im russischen Jakutsk stehen viele Häuser auf Pfeilern. Sie sind im Eisboden verankert. Weil die Permafrostböden aber bei einer Temperatur von minus eins bis null Grad schon aufgetaut sind, sind einige Gebäude dadurch bereits eingestürzt oder beschädigt worden.