ErderwärmungTauende Permafrostböden beschleunigen den Klimawandel

Riesige Mengen Kohlenstoff schlummern unter den Permafrostböden der ganzen Welt. Wenn sie abtauen, kann das den Klimawandel antreiben, sagt Polarforscher Hugues Lantuit. von David Fischer

Frage: Wie hängen Permafrostböden mit dem Treibhauseffekt zusammen?

Hugues  Lantuit: Die Forschung geht davon aus, dass Permafrostböden doppelt so viel Kohlenstoff enthalten, wie sich heute in der Atmosphäre befindet. Die Temperaturen dieser Erdschichten haben sich in den vergangenen 30 Jahren um bis zu zwei Grad erhöht. Sie tauen an der Oberfläche auf. Dort wandeln Mikroben den gespeicherten Kohlenstoff um und geben die Treibhausgase CO2 und Methan in die Atmosphäre ab.

Anzeige

Frage: Welche Gefahren drohen, wenn sich der im Eis gespeicherte Kohlenstoff gewissermaßen in Luft auflöst?

Lantuit: Bis zum Jahr 2100 könnte so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangen, wie die Hälfte aller Brennstoffemissionen seit Anfang der Industriellen Revolution. Wir würden davon allerdings nicht sofort etwas mitbekommen, weil wir CO2-Gas nicht riechen können. Die Auswirkungen der auftauenden Permafrostböden würden wir aber auch in Deutschland von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer stärker in Kombination mit anderen Effekten des Klimawandels zu spüren bekommen.

Frage: Welche Länder werden diese Veränderungen vor Ort bemerken?

Lantuit: Besonders betroffen wären Regionen wie Finnland, Süd-Quebec und Süd-Sibirien. Dort werden die Böden an der Oberfläche relativ tief, bis zu fünf Metern, auftauen. Im russischen Jakutsk stehen viele Häuser auf Pfeilern. Sie sind im Eisboden verankert. Weil die Permafrostböden aber bei einer Temperatur von minus eins bis null Grad schon aufgetaut sind, sind einige Gebäude dadurch bereits eingestürzt oder beschädigt worden.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Nicht das ich das Thema uninteressant finde, aber ein wenig mehr an Stoff wäre sicherlich besser gewesen.

    3 Leserempfehlungen
    • Sven88
    • 14. November 2012 16:07 Uhr

    Ich habe vor einiger Zeit, es war glaube ich in der NG, einen Artikel über einen russischen Forscher gelesen, der gerne Mammuts wiederbeleben möchte, damit diese den Permafrostböden verfestigen, damit diese nicht auftauen. War ein sehr interessanter, auch menschlicher, Artikel. Der Forscher hat auch ausgerechnet, dass der Einfluss der Permafrostböden gewaltig ist. An genaue Maßstäbe kann ich mich leider nicht mehr erinnern, kam aber mit dem Regenwald gleich.

  2. In einen Inventmentfond für Baueschliessungen in Permafrostgebieten würde ich sofort investieren.

    Kollosal welche Entwicklungsmöglichkeiten sich hier auftun.
    Aus Eismatsch wird fruchtbares Ackerland, Rohstofflagerstätten ungeahnten Ausmaßes können endlich erschlossen werden und Wohnraum für Abermilliarden Ostasiaten kann erschlossen werden.

    Während die Europäer jammern und wehklagen und daran verzweifeln dass die Welt nicht stehenbleibt, , werden die anderen die Chancen des Klimawandels zu nutzen wissen.

    Eine Leserempfehlung
    • bulb
    • 28. November 2012 14:37 Uhr

    [...] Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass wir aus urheberrechtlichen Gründen keine vollständigen Gedichte verbreiten dürfen. Die Redaktion/kvk

    alles braucht(e) energie
    und wir fördern sie wie nie
    gas aus schlot und rohren
    blasen wir moderne toren
    als ze-o-zwei im übermaß
    klimawandel macht kei’ spaß

    denn das große tauen
    auf der weiten welt
    macht das große hauen
    und da hilft kein geld

    mehr ...

    © 28.11.2012 brmu / www.litbiss.de

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • bulb
    • 29. November 2012 16:47 Uhr

    liebe redaktion, der einwand ehrt sie und die kürzung wird verständlich.
    allerdings ist das gedicht von mir eigens für dieses thema geschrieben worden, als urheber gebe ich es hiermit zur verbreitung frei und liefere den anfang als unvollständigen gedichtteil. das gedicht ist als ganzes zu lesen auch auf meinem literaturblog www.litbiss.de.

    permafrost

    erst das große klauen
    von der ersten welt
    dann das große bauen
    in der zweiten welt

    brmu / litbiss

    • bulb
    • 29. November 2012 16:47 Uhr

    liebe redaktion, der einwand ehrt sie und die kürzung wird verständlich.
    allerdings ist das gedicht von mir eigens für dieses thema geschrieben worden, als urheber gebe ich es hiermit zur verbreitung frei und liefere den anfang als unvollständigen gedichtteil. das gedicht ist als ganzes zu lesen auch auf meinem literaturblog www.litbiss.de.

    permafrost

    erst das große klauen
    von der ersten welt
    dann das große bauen
    in der zweiten welt

    brmu / litbiss

    Antwort auf "das große tauen"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Atmosphäre | CO2 | Gebäude | Klimawandel | Treibhauseffekt | Treibhausgas
Service