Eine Animation zeigt den Roboter Curiosity auf der Oberfläche des Mars. © Nasa/JPL-Caltech

Staubstürme auf dem Mars sind keine Seltenheit. So wie es auf der Erde mancherorts stürmische Jahreszeiten gibt, hat auch der Rote Planet Phasen mit starkem Wind. Sobald bei uns auf der Nordhalbkugel der Herbst beginnt, kann man auch auf dem Mars vermehrt mit Stürmen rechnen.

Entsprechend genau haben Forscher das Marswetter zu Beginn der Sturmsaison beobachtet. Einer davon ist der Physiker Bruce Cantor. Das kalifornische Unternehmen Malin Space Science System , für das er arbeitet, stellt hochauflösende Kameras für Marsrover her. Mitte November entdeckte Cantor den Sturm auf Aufnahmen der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) . Sie kreist seit 2006 um den Mars, um dessen Oberflächenstruktur zu erkunden: Auf den Bildern ist die durch den Sturm aufgewirbelte Staubschicht gut zu erkennen.

Sofort nach seiner Entdeckung informierte Cantor das Nasa-Team, das die beiden Rover Curiosity und Opportunity betreut , die derzeit direkt auf dem Mars – von gegenüberliegenden Seiten des Planeten aus – wertvolle Informationen sammeln und zur Erde schicken. So zeigte sich, welche Auswirkungen der Staubsturm hat: Die Wetterstation des Curiosity-Rovers konnte Veränderungen der Atmosphäre messen: Die nächtlichen Tiefsttemperaturen stiegen durch den Sturm, während der Luftdruck abnahm. Das spricht für eine allgemeine Erwärmung im Sturmgebiet.

Diese lokalen Temperaturveränderungen klingen zwar wenig spektakulär: Trotzdem haben sie großen Einfluss auf die Temperatur auf dem gesamten Mars. Zusätzliche Informationen der Raumsonde MRO bestätigten das: Etwa 25 Kilometer über dem Sturmgebiet stieg die Temperatur um 25 Grad Celsius an. Durch den dunklen Staub, den der Wind aufgewirbelt hatte, wurde das Sonnenlicht absorbiert. Deshalb erwärmte sich der Staub und damit die Atmosphäre im Bereich des Sturms. Je weiter sich die Staubschicht ausdehnt, umso mehr könnte sie also das Klima auf dem Planeten beeinflussen, vermuten die Forscher der Nasa .

Wird es auf der Marsoberfläche wärmer, nimmt das Risiko zu, dass Staubteufel entstehen.   Sie ähneln Wirbelstürmen auf der Erde. Sie geraten ins rotieren und wirbeln jede Menge Staub auf während sie über den Planeten sausen – und das kann dazu führen, dass es in der Atmosphäre noch wärmer wird.

Weltraum - Wirbelstürme auf dem Mars

Für die beiden Roboter könnte das stürmische Wetter gefährlich werden. Opportunity wird mit Solarmodulen angetrieben. Wenn sie durch den Sturm mit einer Staubschicht überzogen werden, könnte dem Rover die Energie ausgehen – denn ohne Sonnenlicht laden sich seine Solarzellen nicht auf. Curiosity ist da schon wetterfester: Seine Elektronik wird anders angetrieben, über die Wärmeenergie aus radioaktivem Zerfall.

Forscher rechnen mit Bildstörungen

Bisher haben die Rover gute Bilder des Wirbelsturms gemacht, doch die Qualität der Daten könnte sich durch den Staub in der Atmosphäre verschlechtern, sollten die Stürme näherkommen. Die MRO-Sonde wäre davon allerdings unbeeindruckt. Sie fliegt 300 Kilometer hoch über dem Mars, ähnlich wie die Wettersatelliten, die uns aus dem All täglich darüber informieren, wie das Wetter auf der Erde ist.

Aus den Aufnahmen, die der Mars Reconnaissance Orbiter am 18. November gemacht hat, haben Forscher ein Mosaik zusammengesetzt. Es zeigt den Staubsturm auf der Südhalbkugel des Roten Planeten. Die Positionen der Rover Opportunity und Curiosity sind eingezeichnet. Die schwarzen Flächen entstanden dort, wo Daten fürs Gesamtbild fehlten. © Nasa/JPL-Caltech/MSSS