KrankheitsüberträgerAsiatische Buschmücke macht sich in Deutschland breit
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Buschmücke verdrängt wohl heimische Arten

Die Forscher gehen davon aus, dass der Schiffstransport von Reifen aus Asien eine wesentliche Rolle bei der Einschleppung der exotischen Mückenarten nach Europa spielt. In den Wasserpfützen der Reifen legen die Mücken ihre Eier ab, die so nach Europa gelangen. In Deutschland wurden die Forscher auf Friedhöfen und in Gärten fündig. Die Mücken brüteten in vergleichbaren Habitaten – in Blumenvasen, Gießkannen oder anderen Wasserbehältern. "Es sieht so aus, als ob die Buschmücke die heimischen Arten verdrängt", berichtete die Biologin Doreen Werner vom ZALF. Auf einigen Friedhöfen sei nur noch die asiatische Art vorgefunden worden.

Um die Ausbreitung exotischer Mücken besser beurteilen zu können, starteten das FLI und das ZALF im Frühjahr das Onlineprojekt Mückenatlas. Nach Angaben des ZALF haben Hobbyjäger seitdem 1.724 Einsendungen an die Forscher geschickt, von denen 850 bislang ausgewertet wurden. In knapp 600 Einsendungen befanden sich Stechmücken.

Bislang wiesen die Hobbyjäger 25 Arten nach – bis auf die Asiatische Buschmücke alles heimische Arten. Mit den gesammelten Mückendaten können Forscher das Gefährdungspotenzial besser abschätzen und eventuelle Bekämpfungsstrategien entwickeln.

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Leserkommentare
  1. mich würde einmal interessieren, ob die Häufigkeit an Erkrankungen durch Krankheiten, die Mücken übertragen, in den letzten Jahren in Deutschland deutlich gestiegen ist.

    2 Leserempfehlungen
    • TDU
    • 20. November 2012 11:14 Uhr

    Wie lange hält sich denn der Virus in der Mücke?. Die nächste Generation dürfte den doch nicht mehr sich rumtragen. Und die verdrängung der keimisschen Mücke dürfte doch kein Prolem sein, wenn sie denn auch von einheimischen Nachfragern gefressen wird.

    Und dann stellt sich auch die Frage für Besitzer von kleinen Feuchtbiotopen, wie man die überhaupt unterscheiden kann.

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    • Flari
    • 20. November 2012 11:34 Uhr

    Virus und Mücke müssen zueinander "passen", um eine Gefährdung darzustellen.
    Zueinander passen heisst hier, dass sich das Virus, einmal aufgenommen, auch in der Mücke vermehren kann.
    ANSONSTEN reicht die Anzahl der durch einen Stich AUF einen Menschen übertragenen Viren i.d.R. nicht aus, bei diesem die Krankheit auszulösen.

    Natürlich muss dazu die Mücke selber auch erst einmal infiziert sein, also vorher einen humanen Virenträger gestochen haben.
    Nur das kann in unserem Fernreisezeitalter natürlich auch sehr leicht passieren, wenn die Mückenart entsprechend verbreitet ist.
    Ein Einzelner kann da ja ggf. ausreichen, eine Erkrankungswelle auszulösen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

    • konnat
    • 20. November 2012 18:21 Uhr

    Die Mücken werden über Autoreifen aus Asien eingeschleppt.
    Diesmal kamen sie nicht wegen des "Klimawandels".

    Ansonsten nennt man das Globalisierung.

    2 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 15. August 2013 16:00 Uhr

    Sie schreiben:
    >> Diesmal kamen sie nicht wegen des "Klimawandels".<<

    Naja GEKOMMEN sind Arten noch selten wegen des Klimawandels. Der könnte aber durchaus Einfluss darauf haben, ob es diesen Arten gelingt, hier zu BLEIBEN (also z.B. Winter zu überstehen).

    Mal einzelne Tiere oder Eier eingeschleppt werden auch die Seefahrer vergangener Jahrhunderte schon haben (Reifen werden ja heute immernoch per Schiff transportiert). Dass aber erst jetzt hier heimische Populationen gefunden wurden, könnte in Hinweis sein, dass sich die Bedingungen eben doch verändert haben.

  2. wissenschaft ist oft bieder und fokussiert. die fragen nach den ursachen für die verbreitung der asiatischen mücken, die hier in den kommentaren anklingen, werden im artikel erst gar nicht gestellt.
    spielen einstellungen dabei eine ungute rolle? wissenschaftler sind nach ihrem berufsverständnis selten gesellschaftskritisch. darum dürfen sie den globalisierten handel, der ja im text mit dem import von autoreifen angetippt wird, nicht kritisieren. das sollen bitte die journalisten und kabarettisten tun. die vielfliegerei wird auch einmal angedeutet, kritisiert wegen der unschönen folgen wird sie nicht.

    Eine Leserempfehlung
    • GDH
    • 15. August 2013 16:00 Uhr

    Sie schreiben:
    >> Diesmal kamen sie nicht wegen des "Klimawandels".<<

    Naja GEKOMMEN sind Arten noch selten wegen des Klimawandels. Der könnte aber durchaus Einfluss darauf haben, ob es diesen Arten gelingt, hier zu BLEIBEN (also z.B. Winter zu überstehen).

    Mal einzelne Tiere oder Eier eingeschleppt werden auch die Seefahrer vergangener Jahrhunderte schon haben (Reifen werden ja heute immernoch per Schiff transportiert). Dass aber erst jetzt hier heimische Populationen gefunden wurden, könnte in Hinweis sein, dass sich die Bedingungen eben doch verändert haben.

    Antwort auf "Da bin ich aber froh !"

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  • Quelle dpa
  • Schlagworte Belgien | Alpen | Asien | Baden-Württemberg | Bonn | Europa
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