Die Forscher gehen davon aus, dass der Schiffstransport von Reifen aus Asien eine wesentliche Rolle bei der Einschleppung der exotischen Mückenarten nach Europa spielt. In den Wasserpfützen der Reifen legen die Mücken ihre Eier ab, die so nach Europa gelangen. In Deutschland wurden die Forscher auf Friedhöfen und in Gärten fündig. Die Mücken brüteten in vergleichbaren Habitaten – in Blumenvasen, Gießkannen oder anderen Wasserbehältern. "Es sieht so aus, als ob die Buschmücke die heimischen Arten verdrängt", berichtete die Biologin Doreen Werner vom ZALF. Auf einigen Friedhöfen sei nur noch die asiatische Art vorgefunden worden.

Um die Ausbreitung exotischer Mücken besser beurteilen zu können, starteten das FLI und das ZALF im Frühjahr das Onlineprojekt Mückenatlas. Nach Angaben des ZALF haben Hobbyjäger seitdem 1.724 Einsendungen an die Forscher geschickt, von denen 850 bislang ausgewertet wurden. In knapp 600 Einsendungen befanden sich Stechmücken.

Bislang wiesen die Hobbyjäger 25 Arten nach – bis auf die Asiatische Buschmücke alles heimische Arten. Mit den gesammelten Mückendaten können Forscher das Gefährdungspotenzial besser abschätzen und eventuelle Bekämpfungsstrategien entwickeln.