Im Tian-Shan sollen Wilderer zu Gejagten werden

In der Weite des kirgisischen Tian-Shan Hochgebirges gibt es nur wenige Hirtenfamilien. Ihre Hütten sind die einzigen Unterkünfte für die Wildhüter nach einem anstrengenden Arbeitstag. | © Christian Martischius & Sara Sun Hee Schuh
Das Tian-Shan-Gebirge in Zentralasien ist eine fast menschenleere Gegend, in der nur vereinzelte Hirten in einfachen Verhältnissen wohnen. Die beiden Fotojournalisten Sara Sun Hee Schuh und Christian Martischius haben hier Wildhüter der kirgisischen Naturschutzbund-Filiale begleitet. Wilderei ist dort ein großes Problem und bedroht den Lebensraum von Schneeleoparden oder dem Marco-Polo Schaf. Denn immer mehr kommerzielle und organisierte Gruppen haben die kirgisische Tierwelt als Profitobjekt entdeckt.
- Datum 13.11.2012 - 13:13 Uhr
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Nicht ein Baum, grenzenlose Einöde, schweinekalt. Die Gegend ist nichts für mich.
Diese endlose Weite, dazu kaum Menschen, aber viele Berge und frische, unverpestete Luft. Für ein paar Wochen oder Monate würde ich gerne dort leben! Man hätte endlich Zeit, Tolstoi und Dostojewski zu lesen...
Gehört bei der Reise dorthin unbedingt ins Gepäck.
Gehört bei der Reise dorthin unbedingt ins Gepäck.
Bild Nr. 7 ist einfach nur: Wow!
Ich war 2004 und 2006 für mehrere Wochen beim Nabu in Kirgistan. Die Landschaft ist so, wie auf man den Fotos sieht. Mir verschlug es fast den Atem vor so viel Weite und Einsamkeit. Es gab ein kleines Familienunternehmen, dass die Fahrten dorthin organisierte und ich konnte mit einem Fahrer und einer Dolmetscherin durch das nördliche Kirgistan fahren und in verschiedenen Jurten übernachten. Wir besuchten die Rehabilitationsstation des Nabu für Schneeleoparden aber auch einen kleinen Zoo in Karakol, der unter viel Engagement zu einem Reha-Zentrum umgebaut werden sollte.
Wenn ich jetzt hier die Bilder sehe, so erkenne ich zumindest einen der Ranger wieder, der also nun wohl schon viele Jahre für den Tierschutz in Kirgistan arbeitet. Ich muss sagen, ich bewundere seine Ausdauer, denn die Verzweifelung, sich gegen die z.T sehr einflussreichen Wilderer durchzusetzen erfordert schon viel Mut und eine hohe Frustschwelle. Ich könnte es nicht, denn es ist wie ein Kampf David gegen Goliath, unterfinanzierter Tierschutz und sanfter Tourismus gegen Geld, Korruption und den steinzeitlichen Wunsch, sich mit toten Tierfellen schmücken zu können.
Gehört bei der Reise dorthin unbedingt ins Gepäck.
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