Mecklenburg-VorpommernCDU will Jagd auf Wölfe erlauben

In der Müritz-Region soll ein Wolf mehrere Schafe gerissen haben. Weil der Schutz von Nutztieren Vorrang habe, will die CDU die seltenen Tiere zum Abschuss freigeben. von dapd

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).  |  © WWF/dapd

Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Wolfes auf eine Schafherde in der Müritz-Region will die CDU die seltenen Raubtiere zum Abschuss freigeben . Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder seien nicht ausreichend geschützt, sagte die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Beate Schlupp. Ein "Miteinander von Wolf und Nutztierhaltung" führe "zwangsläufig zu Konflikten".

In der Nacht zum Dienstag waren in Röbel acht tote Schafe gefunden worden, die laut Gutachtern des Landes wahrscheinlich von einem Wolf getötet wurden. Umweltminister Till Backhaus ( SPD ) versprach, den finanziellen Schaden zu ersetzen.

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Wölfe waren in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts komplett verschwunden, weil sie von Menschen gnadenlos gejagt wurden. Seit wenigen Jahren siedeln sich die inzwischen geschützten Tiere jedoch wieder an .

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Leserkommentare
  1. Und die wollen uns wirklich erzählen, dass in 2012 kein echter (elektronischer) Schutz für die Nutztiere hergestellt werden kann? Außerdem denke ich, dass die Wölfe die Nutztiere immer noch besser behandeln, als der Mensch mit Massentierhaltungen, Massenschlachtungen und Tiertransporten. Geht wohl um den Schaden der Bauern, die sind aber versichert, also geht's um die Versicherungen... aaaaaaalso geht's um Geld und wahrscheinlich um Wählerstimmen. Und dafür werden geschützte Tiere abgeschossen und dann regt man sich über die illegale Jagd in Afrika und Russland auf. [...] Abwählen.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/au.

    Eine Leserempfehlung
    • Otto2
    • 15. November 2012 14:13 Uhr

    Es geht auch anders:
    1. Muss gesichert werden, dass es ein Wolf war. Es gibt Fachleute, die sicher zwischen Wolf und streunenden Hunden anhand der Bissspuren unterscheiden können.
    2. Muss geprüft werden, ob die Schafe nachts sicher eingezäunt waren.
    3. Sind 1. + 2. gegeben, muss das Land dem Besitzer der Tiere den Schaden ersetzen.
    4. Die CDU von MV könnte in Brandenburg oder, wenn ihnen das lieber ist, im CDU-regierten Sachsen nachfragen.
    5. Es wäre auch möglich, den Koalitiospartner zu konsultieren, der schießt wohl nicht so gerne.

    Antwort auf "Unfassbar"
  2. Mich deucht,hier geht es wohl kaum um den Schutz von "Nutztieren",sondern eher um die "Trophähe". Abgesehen davon,dass jeder Züchter oder Jagd-Pächter garantiert eine Versicherung gegen Wildschaden hat, ist mir schon vor Jahren aufgefallen,dass gerade es in "konservativen" Kreisen zum "guten Ton" gehört einen Jagd-Berechtigung zu besitzen um als "privilegiert" zu gelten und je ausgefallener die Trophähe,desto "Hoi". Der Ruf "Bringt Ihn (Wolf) zur Strecke!" ertönte doch schon vor Jahren, gleich,nachdem sich der "Schlingel" ertreistete über die deutsch-polnische Grenze zu schleichen. Diese Klientel,die gerade wieder nach "Abschuss" plärrt,sollte sich in erster Linie Gedanken darüber machen,in was der Sinn der Jagd sowie die Hege und Pflege besteht! Illustre "Jagdgesellschaften" sind hierbei völlig fehl am Platze.

    2 Leserempfehlungen
  3. 46. Gerne

    Ich spende seit einigen Jahren für den NABU, in einem der 'Naturschutz heute'-Hefte las ich diesen Artikel: http://www.nabu.de/nabu/n... .

    Der NABU hat auch ein Projekt "Willkommen Wolf" auf www.nabu.de/aktionenundpr...

    Ist doch mal eine Idee zu Weihnachten: Eine Wolfspatenschaft verschenken. ;)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stimmt"
  4. 47. @mussec

    Sie schreiben, was denn das bloß für Menschen seien, die ein Tier dafür bestrafen wollen, weil es das tut, was in seiner Natur liegt.

    Ich bin mal von einem Wildtier angegriffen und verletzt worden. Und zwar auf der unbewohnten Vogelinsel Memmert in der Nordsee. Die Insel darf nur mit Genehmigung und auch nur von einer begrenzten Anzahl von Personen betreten werden.

    Ich näherte mich versehentlich einem Brutgelege einer großen Möwe. Sie tat das, was die Natur ihr mitgegeben hat, sie beschützte ihre Jungen und griff mich massiv an. Ich hatte blutende Wunden am Kopf.

    Dennoch käme doch wohl keiner auf die Idee, die Vögel dort abzuschießen. Und ich bin nicht einmal ein Nutztier.

    Der Mensch muss sich des öfteren in Erinnerung rufen, dass er Teil der Natur ist und nicht deren oberster Gebieter.

    Das ist der "Tatort":
    http://de.wikipedia.org/w...

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Vergeltung"
    • niebla
    • 15. November 2012 14:30 Uhr

    Wölfe fressen Schafe.
    Finden Landwirte doof, wäre aber mit nem Schadensersatz und anständiger Öffentlichkeitsarbet relativ schnell zu regeln.

    Oder anders herum.
    Jäger schießen Rehe.
    Wölfe fressen auch Rehe.
    Weniger Rehe = Jäger kann weniger schießen.
    Jäger zahlt >40€/a/ha Jagdpacht ohne dafür was zu bekommen.
    Manch ein Jäger will Wolf als Konkurenten ausschalten.
    Jäger i.d.R. eher konservativ eingestellt.
    Konservativ wählt CDU.
    CDU hilft Jägern.
    CDU will Wolf jagen lassen.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte CDU | SPD | Konflikt | Nutztier | Rind | Tier
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