Mecklenburg-VorpommernCDU will Jagd auf Wölfe erlauben

In der Müritz-Region soll ein Wolf mehrere Schafe gerissen haben. Weil der Schutz von Nutztieren Vorrang habe, will die CDU die seltenen Tiere zum Abschuss freigeben. von dapd

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).  |  © WWF/dapd

Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Wolfes auf eine Schafherde in der Müritz-Region will die CDU die seltenen Raubtiere zum Abschuss freigeben . Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder seien nicht ausreichend geschützt, sagte die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Beate Schlupp. Ein "Miteinander von Wolf und Nutztierhaltung" führe "zwangsläufig zu Konflikten".

In der Nacht zum Dienstag waren in Röbel acht tote Schafe gefunden worden, die laut Gutachtern des Landes wahrscheinlich von einem Wolf getötet wurden. Umweltminister Till Backhaus ( SPD ) versprach, den finanziellen Schaden zu ersetzen.

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Wölfe waren in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts komplett verschwunden, weil sie von Menschen gnadenlos gejagt wurden. Seit wenigen Jahren siedeln sich die inzwischen geschützten Tiere jedoch wieder an .

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Leserkommentare
  1. Schutzzäune bringen nicht viel.

    Aber es gibt eine sehr viel effektivere Lösung: Bereits zwei Herdenschutzhunde pro Herde genügen für einen zuverlässigen Schutz.

    Es gibt mittlerweile regelrechte 'Herdenschutzhund-Sonderkommandos', d.h., daß Nutztierhalter gut ausgebildete Herdenschutzhunde auch mieten können um ihre Herde vorübergehend oder dauerhaft zu schützen.

    Diese Möglichkeiten sollte man erstmal vollends nutzen.

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    habe ich so garnicht dran gedacht.

    Danke für die Info.

    Mfg

    K-F

    Mit dem Vorschlag eine Herdenschutzhundmassnahme einzufuehren koennen ich mich sofort anfreunden. Nicht nur weil Herdenschutzhundmassnahme derzeit mein absolutes Lieblingswort ist. Nein, sondern weil bei dieser Massnahme scheinbar keinem Tier ein Leid geschieht.

    • DDave
    • 15. November 2012 13:55 Uhr

    In Südamerika werden Esel zur Bewachung von Herden eingesetzt. Dort gibt es auch noch Bären und richtige Raubtiere, die einem Menschen gefährlich werden können.
    Nicht, wie in De, ein paar neuangesiedelte wildere Hunde, die sich nur im Winter und im Rudel einen Menschen angreifen.

    Das kostet doch (zusätzlich) Geld? Wer soll das denn bezahlen? Muß da nicht erst eine Förderung beschlossen werden? Mehrwertsteuerreduzierung für jede Übernachtung eines Schafs im Freien oder so. Fragt mal bei der FDP nach. Die kennen sich mit solchen Modellen aus. >ironie aus>

  2. Katzen werden längst bejagt.

  3. Für die Wolfsschützer kommt die Milch aus der Tüte und der Strom aus der Steckdose. Mit Sicherheit hat noch keiner der Naturfreunde ein gerissenes Schaf natura gesehen, geschweige den Geruch der Gedärme aufgenommen. Wenn wir schon das Schächten erlaubt haben, ist bei der Akzeptanz der Tötung von Nutztieren durch Wildtiere das Tierschutzgesetz eindeutig gebrochen. Stellen wir uns vor, in den Zoos würden lebende Ziegen den Löwen zum natürlichen Ausleben des Jagdtriebes überlassen, welch ein Aufschrei. Ich möchte definitiv keine Wölfe in unseren Wäldern.

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    Ein Wolf tötet Beute von der Größe eines Schafes mit einem gezielten Biss in Kehle oder Nacken, nicht indem er die 'Gedärme ausnimmt'.

    haben natürlich 'ne richtig tiefe Nase genohmen, nicht wahr?

    Und Ahnung vom Gerissen-werden haben Sie selbstverständlich auch.

    Bitte wachen Sie auf.

    Tierschutz ist gleich Naturschutz. Und Natur sieht das gegenseitige Töten nunmal vor. Nennt man, na, Wissen Sie's?

    !!!NATUR!!!

    Oder wollen Sie mir glauben machen, der Seeadler, der sich einen Fisch aus dem See greift, begeht ein Verbrechen in Form vom "Verstoß gegen das Tier- und Naturschutzgesetz" weil er ja den armen Fisch getötet hat, welchen Sie sich lieber auf den Teller gewünscht hätten?
    Arg eingeschränkte Sichtweise. Bemitleidenswert.

    Mfg

    K-F

    • theo777
    • 15. November 2012 13:27 Uhr

    @Karlos111:

    Haben Sie schon mal gesehen, wie eine Hauskatze eine Maus oder einen Vogel fleddert? Wollen Sie nun sämtliche Katzen töten? Oder was ist mit den Greifvögeln, die ihre Beute auseinander nehmen? Überhaupt, wenn ich ihre Ansicht generalisieren müsste: am besten und "saubersten" ist der Wald doch ganz und gar ohne fleischfressende Tire. Halt, dann hätten die anderen keine Feinde mehr. Also: Karlos111 möchte eine Natur ohne dieses grässliche Tierzeug. Ach, fast vergessen: fleischfressende Pflanzen sind natürlich auch i-bäh.

    • Marobod
    • 15. November 2012 13:28 Uhr

    echt bedauerlich. Ich bin im Harzraum aufgewachsen, das heißt ich habe einen langen und haeufigen Kontakt zur Natur in meinem Leben, und will es nicht missen.

    Man hat dort Luchse angesiedelt, die Jaeger schrien auf, haben es aber irgendwann akzeptiert , die Woelfe sollen folgen, Wissen sie wie ungastlich ein Waldgebiet ist ohne natuerliche Jaeger? Einmal im Jahr wird eine Großjagt im Harz durchgefuehrt um alles abzuknallen was rumlaeuft und den Bestand wieder einzugrenzen. Seitdem die Raubtiere dort ausgewildert worden sind hat sich das reduziert , es gibt nur soviele Raeuber wie es die beute zulaeßt.

    Auch habe ich schon des oefteren gerissne Tiere gesehen und gerochen, Widshweinsuhlen sind aber geruchsintensiver und weitlaeufiger als ein kadaver.
    Auch sollte man mal bedenken, Hirtenhunde werden bei uns normalerweise eingesetzt um schafe und andere solcher Nutztiere zu schuetzen, funktioniert sehr gut, da mueßten die Woelfe schonsehr hungrig sein um das zu probieren.
    Sollten Nutztiere doch mal gerissen werden, gibt es dafuer eine Versicherung, die das begleicht.

    Ihre Einstellung zur Natur ist mir ein Graus und meines Erachtens sehr rueckschrittlich , aber das paßt zur CDU

    aha - aber die Menschen, die Nutztiere so gut schützen, daß sie sie in kleine Käfige sperren, die sie teilweise sogar Kleinvolieren nennen, in Massen auf kleinem Raum halten, in Metallkäfigboxen einsperren, völlig überzüchten, mästen, absolut künstlich befruchten, Gänse mit Zwang stopfen, unter tierverachtenden Bedingungen zur Großschlachterei transportieren, um sie dort unter ebenfalls tierverachtenden Bedingungen zu Tode bringen zu lassen - diese Menschen möchten Sie gerne in der Gesellschaft behalten; denn eben diese schützen ja die Nutztiere - s. o. -. -

    ... reißt keine 8 Schafe und lässt sie dann liegen - bestimmte Hunderassen aber schon. Jedes wilde Tier tötet nur soviel, wie es auch fressen kann oder braucht, um seine Jungen zu versorgen. Wer sich auch nur ein wenig informiert, weiß das auch - siehe Dokus im TV (ausgenommen die Privatsender). Das Ganze ist nur Angstmacherei und die Lust an der Aufregung. Außerdem geben die Besitzer sogenannter Nutztiere gerne einen höheren Schaden an, als tatsächlich entstanden ist. Habe ich in Spanien selbst erlebt, als ein Greifvogel angeblich 30 Hühner gegriffen hat. Hat er aber nicht, aber der Bauer wollte Kasse machen. So läuft das eben.

    Nun, der Wolf möchte Sie auch nicht in seinem Wald ! Um Sie zu beruhigen: Er weiß eher das Sie da sind,als umgekehrt und bestitzt die Cleverness "stiften" (liegt wohl an der angeborenen "7,62mm Bronzemantel-Unverträglichkeit) zu gehen.

    Ein Wolf ist keine juristische Person und fällt bestimmt nicht unter unsere Gesetze. Und weinen Sie wirklich rum, weil die Natur nicht so schön und leidfrei ist, wie sich der Durchschnittsstädter das vorstellt?

  4. 12. Stimmt

    habe ich so garnicht dran gedacht.

    Danke für die Info.

    Mfg

    K-F

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    Ich spende seit einigen Jahren für den NABU, in einem der 'Naturschutz heute'-Hefte las ich diesen Artikel: http://www.nabu.de/nabu/n... .

    Der NABU hat auch ein Projekt "Willkommen Wolf" auf www.nabu.de/aktionenundpr...

    Ist doch mal eine Idee zu Weihnachten: Eine Wolfspatenschaft verschenken. ;)

  5. Erst wird alles versucht z. B. Wölfe und Bären in Deutschland wieder anzusiedeln, gehen diese dann ihren natürlichen Instinkten nach wird sofort der Ruf nach Abschuss laut (der arme "Problembär" Bruno mußte ja schon vor Jahren dran glauben). Ich glaube allerdings, dass diese Tiere im dichtbesiedelten Deutschland keine Chancen haben. Sie brauchen riesige Reviere, wo sollen die denn herkommen?In den dünn besiedelten Gebieten Osteuropas sind sie mit Sicherheit besser aufgehoben.

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    • DDave
    • 15. November 2012 14:00 Uhr

    am besten in Kanada, dann kommen Wolf und Bär gar nicht in Versuchung die deutschen Wälder zu wiederbevölkern.

  6. Wie schön lassen sich die leicht schizoiden Befindlichkeiten des mitteleuropäischen Zivilisationsmenschen an diesem Fall doch illustrieren.

    Man lässt guten Gewissens einige Millionen überzüchtete Kleinraubtiere (Katzen) auf die Umwelt los und hält die so erzeugte irrwitzig hohe Predatorendichte für "natürlich" und schert sich keinen Deut um die Konsequenzen, bekommt aber Panikattacken, wenn bei einem mutmasslichen Angriff eines Wolfes (der auch ein wildernder Haushund gewesen sein könnte), einige Schafe ums Leben kommen.

    Nun könnte man ganz pragmatisch eine versicherungstechnisch abgesicherte Lösung für derartige Schadensfälle finden, bzw. sich über die Rückkehr der Wölfe in die zentraleuropäische Agrarsteppe vielleicht sogar freuen. Stattdessen ziehen einige es dann doch vor, den drohenden Weltuntergang durch Wölfe mit dem Gewehr in der Hand abzuwehren. Der Bär, der vor einigen Jahren Bayern bedrohte, lässt grüssen.

    Wenn schon dann aber bitte richtig: Warum sollte man also die gute Gelegenheit nicht gleich für einen Inlandseinsatz der Bundeswehr nutzen? Immerhin sind Sachwerte, Menschenleben und irgendwie auch die FDGO bedroht, und wie die Dinge liegen, kann man auch davon ausgehen, dass besagte Wölfe die Grenze illegal übertreten haben.

  7. Mit dem Vorschlag eine Herdenschutzhundmassnahme einzufuehren koennen ich mich sofort anfreunden. Nicht nur weil Herdenschutzhundmassnahme derzeit mein absolutes Lieblingswort ist. Nein, sondern weil bei dieser Massnahme scheinbar keinem Tier ein Leid geschieht.

  8. 16. Unfug

    Ein Wolf tötet Beute von der Größe eines Schafes mit einem gezielten Biss in Kehle oder Nacken, nicht indem er die 'Gedärme ausnimmt'.

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    Ein Wolf jagt ein Schaf, beisst und verletzt es an den Läufen bis es strauchelt und fällt. Dann reisst er mit seinen Zähnen das Fell auf, um an die fleischige Masse zu kommen. Für das Schaf ein elender, schmerzvoller Tod.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte CDU | SPD | Konflikt | Nutztier | Rind | Tier
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