Mecklenburg-VorpommernCDU will Jagd auf Wölfe erlauben

In der Müritz-Region soll ein Wolf mehrere Schafe gerissen haben. Weil der Schutz von Nutztieren Vorrang habe, will die CDU die seltenen Tiere zum Abschuss freigeben. von dapd

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).

Ein Wolf (Canis lupus) tappt im Raum Sperenberg in eine Kamerafalle des WWF (Archiv).  |  © WWF/dapd

Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Wolfes auf eine Schafherde in der Müritz-Region will die CDU die seltenen Raubtiere zum Abschuss freigeben . Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder seien nicht ausreichend geschützt, sagte die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Beate Schlupp. Ein "Miteinander von Wolf und Nutztierhaltung" führe "zwangsläufig zu Konflikten".

In der Nacht zum Dienstag waren in Röbel acht tote Schafe gefunden worden, die laut Gutachtern des Landes wahrscheinlich von einem Wolf getötet wurden. Umweltminister Till Backhaus ( SPD ) versprach, den finanziellen Schaden zu ersetzen.

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Wölfe waren in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts komplett verschwunden, weil sie von Menschen gnadenlos gejagt wurden. Seit wenigen Jahren siedeln sich die inzwischen geschützten Tiere jedoch wieder an .

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Leserkommentare
  1. Der Schutz von Nutztieren hat Vorrang? Haben die das wirklich gesagt? Ich muss lachen und weinen zugleich. Ein Mastschwein zählt doch auch als Nutztier, wird aber getötet. Wo wird da was geschützt?

    Grotesk.

    Und der Wolf weiß es nicht besser. Schafft die Nutztierhaltung besser ab, dann habt ihr das Problem nicht mehr.

    43 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    in Masentierhaltungen und über die Züchtung erst gequält - geschützt gequält. - Vielleicht vergeht jedoch bei solchen Nutztieren selbst einem Wolf der Appetit. -

    • Otto2
    • 15. November 2012 14:13 Uhr

    Es geht auch anders:
    1. Muss gesichert werden, dass es ein Wolf war. Es gibt Fachleute, die sicher zwischen Wolf und streunenden Hunden anhand der Bissspuren unterscheiden können.
    2. Muss geprüft werden, ob die Schafe nachts sicher eingezäunt waren.
    3. Sind 1. + 2. gegeben, muss das Land dem Besitzer der Tiere den Schaden ersetzen.
    4. Die CDU von MV könnte in Brandenburg oder, wenn ihnen das lieber ist, im CDU-regierten Sachsen nachfragen.
    5. Es wäre auch möglich, den Koalitiospartner zu konsultieren, der schießt wohl nicht so gerne.

    • Nebula
    • 15. November 2012 12:46 Uhr

    So etwas bescheuertes habe ich ja lange nicht mehr gehört. Ich kann dem ersten Kommentar vollkommen zustimmen. Anstatt die gefährdeten Tiere hier in Deutschland stärker unter Schutz zu nehmen wird hier wegen ACHT Schafen der Schießbefehl gegeben? So etwas rückständiges. Es scheint in der CDU scheinen noch mittelalterliche Ängste vor dem großen bösen Wolf verankert zu sein.
    Genauso könnte man die Jagd auf Katzen erlauben, weil sie in Nachbars Garten die kleinen Kaninchen jagen könnten...

    26 Leserempfehlungen
  2. ... wundert es nicht, daß dieser "Vorstoß" von der CDU kommt?

    Sie sollten besser eine sehr gute Erklärung dafür parat haben, warum ein einzelner Wolf angeblich 8 Schafe am Stück reißen sollte.

    Ich bin von der Geschichte des 'wölfischen Amokläufers' nicht überzeugt. Das klingt doch etwas arg nach Schreckgeschichte.

    19 Leserempfehlungen
    • Uxmal
    • 15. November 2012 12:59 Uhr

    Die Schafe enden doch eh als Futter für den "domestizierten" Wolf! Oder glaubt die CDU die 5 Millionen Hunde in Deutschland sind Vegetarier? *kopfschüttel*

    Der Kommentare wurde wiederhergestellt. Die Redaktion/se

    16 Leserempfehlungen
    • Marobod
    • 15. November 2012 13:28 Uhr

    echt bedauerlich. Ich bin im Harzraum aufgewachsen, das heißt ich habe einen langen und haeufigen Kontakt zur Natur in meinem Leben, und will es nicht missen.

    Man hat dort Luchse angesiedelt, die Jaeger schrien auf, haben es aber irgendwann akzeptiert , die Woelfe sollen folgen, Wissen sie wie ungastlich ein Waldgebiet ist ohne natuerliche Jaeger? Einmal im Jahr wird eine Großjagt im Harz durchgefuehrt um alles abzuknallen was rumlaeuft und den Bestand wieder einzugrenzen. Seitdem die Raubtiere dort ausgewildert worden sind hat sich das reduziert , es gibt nur soviele Raeuber wie es die beute zulaeßt.

    Auch habe ich schon des oefteren gerissne Tiere gesehen und gerochen, Widshweinsuhlen sind aber geruchsintensiver und weitlaeufiger als ein kadaver.
    Auch sollte man mal bedenken, Hirtenhunde werden bei uns normalerweise eingesetzt um schafe und andere solcher Nutztiere zu schuetzen, funktioniert sehr gut, da mueßten die Woelfe schonsehr hungrig sein um das zu probieren.
    Sollten Nutztiere doch mal gerissen werden, gibt es dafuer eine Versicherung, die das begleicht.

    Ihre Einstellung zur Natur ist mir ein Graus und meines Erachtens sehr rueckschrittlich , aber das paßt zur CDU

    12 Leserempfehlungen
  3. Ich frage mich wirklich, wie man so wenig umsichtig sein kann. Naturschutz haben sich mittlerweile alle Parteien auf die Fahnen geschrieben. Zumindest einen grünen touch lässt jeder Umweltminister anmuten.

    Da wird sein Jahren versucht eine quasi in Deutschland ausgerottete Tierart wieder anzusiedeln und mit großen Bemühungen gelingt es das Ökosystem langsam wieder her zu stellen und da wird verlang das Wildtiere erschossen werden weil sie nach Instinkten handeln? Wer glaubt denn bitte das ein Wolf weiß ob ein Tier ein wertvolles Nutztier ist oder nicht?

    Viel grotesk absurder ist nur, dass diejenigen die am lautesten nach der erschießung von Wölfen (also Jäger und Bauern) schreien, am meisten nach Umweltschutz und "Öko" rufen. Ein Bauer der eine abschusserlaubniss für ein bedrohtes Wildtier fordert sollte auf keinen Fall das Gütesiegel "Öko" für seine Produkte verwenden dürfen.

    Da sieht man doch wieder die wahre Öko-mentalität der meisten Deutschen. Solange es bequem ist, ist man gerne Öko. Das gehört sich ja schließlich so und ist auch noch chique. Aber sobald man auch nur ansatzweise selbst betroffen ist hört das Öko-sein sofort auf.

    Windräder, Wasserkraft, Wildtiere etc. immer gerne, aber bitte nicht in meinem Dorf.

    Hier kommen vor allem die Deutschen einer ihrer größten Tugenden nach: Dem kleinkarriert-sein!

    Manchmal kann man sich nur für die Menschen in diesem Land schämen.

    11 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte CDU | SPD | Konflikt | Nutztier | Rind | Tier
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