Haiti Verdammt zu einem Leben in der ewigen Katastrophe
Beben, Dürren, und Wirbelsturm Sandy: Haiti ist ein Land in Trümmern. Hoffnung haben wenige, das nächste Desaster wartet.
Als die Erde torkelte, saß Gilles Thermosy im Garten hinter seinem Haus und spielte mit den Nachbarn Karten. "Ich habe gedacht, Jesus kommt zurück", sagt Thermosy heute. Nur wenige Sekunden reichten, um alles, was er sich aufgebaut hatte, zu vernichten. Das Haus stürzte in sich zusammen, Thermosy wurde obdachlos. Zwei seiner Cousins starben, als das große Beben seine Heimat heimsuchte.
Gilles Thermosy lebt heute in Léogane, dem Epizentrum des Erdgrollens von 2010, bei dem 350.000 Menschen ums Leben kamen und das Haiti, die einstige Perle der Karibik, um Jahrzehnte zurückwarf. Thermosy zog damals in eine Notunterkunft, errichtet von den herbeigeeilten Helfern aus den USA, Japan und Frankreich. Fünf Monate lebte er dort, bis er schließlich auf dem Land seines Vaters ein neues Zuhause fand: eine eigene Hütte, spartanisch, aber mit richtigen Wänden und einem Schuppen, in dem er Kohle lagern kann, die er verkauft. Erbaut vom Deutschen Roten Kreuz. "Es ist schön", sagt der 58-Jährige.
Thermosy hatte Glück, denn viele Menschen in seinem Land kämpfen seit zwei Jahren wieder und wieder. Die Launen der Natur setzen dem Inselstaat zu. In den vergangenen Monaten folgte auf eine Dürre der Tropensturm Isaac, zuletzt vor einigen Wochen Sandy. 254 Millionen Dollar hat die Landwirtschaft seit dem Frühjahr verloren. Ein Viertel der Haitianer arbeiten dort, 1,6 Millionen Menschen sind in Not. Es sei nicht der Wind gewesen, der Verwüstung brachte, erzählen sie hier. Es war vor allem der Regen, den Sandy aufs Land drückte. Drei Tage am Stück ergoss er sich und setzte ganze Landstriche unter Wasser, vernichtete die Ernte, tötete Ziegen und Schweine.
Die Haitianer nennen ihr Land "Republic of NGO"
Samson Berlus verlor sein Haus, als Sandy über die Insel fegte. Seither lebt der 22-Jährige bei einem Freund. Seine Eltern wollen das Haus im vier Stunden von Léogane entfernten Les Cayes wieder aufbauen. Insgesamt 200.000 Gebäude wurden beschädigt, als der Sturm übers Land peitschte – beim Aufbau hilft niemand. "Die Regierung lässt die Menschen auf dem Land allein", sagt Berlus.
Zerstörtes Haiti auf einer größeren Karte anzeigen
Weit mehr als 15.000 Hilfsorganisationen waren seit dem Beben im Land. "Republic of NGO", das Land der Nichtregierungsorganisationen, nennen die Haitianer ihre Halbinsel. Und dennoch fragen sie sich, wo denn die Hilfe sei. Fast 400.000 Menschen sind noch immer obdachlos oder leben in den notdürftig errichteten Zelten, in denen es auch im Dezember bei Temperaturen von 30 Grad im Schatten unerträglich heiß wird und für deren Grund oft Miete gezahlt werden muss.
Das Land steuere auf die nächste Katastrophe zu, sagt Andre Paultre, ein Haitianer aus Port-au-Prince, der seit dem Beben mit vielen Hilfsorganisationen zusammenarbeitet. Der Preis für eine Banane ist schon jetzt von fünf Gourdes auf 15 gestiegen, umgerechnet 35 US-Dollarcent. Im kommenden Jahr, wenn die Vorräte zur Neige gehen, werden die Preise weiter in die Höhe gehen. 80 Prozent der Menschen hier leben von weniger als zwei US-Dollar am Tag, die Hälfte muss mit weniger als einem Dollar klarkommen.
Landeinwärts, in dem Tal entlang des Momance-Rivers, sind 50.000 Menschen seit dem Wirbelsturm von der Wasserversorgung abgeschnitten, weil die Schlamm-Massen Dämme gebrochen und den Flussverlauf verändert haben. Die Anwohner schleppen Wasserkrüge, verzweifelt versuchen sie, die Schleusen mit der Hand freizuschaufeln. Erst spät hat das Agrarministerium reagiert. Zwischen Léogane und Les Cayes haben die Wassermassen ganze Küstenstraßen aufgespült, viele Straßen und Brücken sind wegen Erdrutschen blockiert und erschwerten die Versorgung der Hilfsbedürftigen.
Straßenhändler verkaufen in einsturzgefährdeten Trümmern
Doch wie es Haiti heute geht, zeigt sich vor allem in Port-au-Prince. Die Hauptstadt des Landes ist gut eine Stunde von Léogane entfernt. Das ehemalige Bankenzentrum sieht noch immer aus, als habe vor Kurzem eine Bombe ein großes Loch in den Platz gerissen. Überall stehen die Ruinen der Filialen, Bauschutt und Müll blockieren die Straßen. Der Regierungspalast ist abgerissen, Ministerien noch immer in vorübergehenden Gebäuden untergebracht. Erst vor wenigen Tagen ist das neue Flughafengebäude eröffnet worden.
Im Zentrum errichten Tag für Tag Straßenhändler ihre Stände in den Trümmern der Gebäude. Viele davon hat die Regierung mit roter Farbe markieren lassen – akute Einsturzgefahr für 80.000 Gebäude. Eigentlich sollen sie abgerissen werden, doch die Arbeiten kommen kaum voran. "Es reicht eine leichte Erschütterung, und sie brechen zusammen", sagt André Paultre. Erst vor wenigen Wochen habe eines der Häuser nachgegeben und vier Menschen unter sich begraben.
- Datum 18.12.2012 - 19:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.
Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/mo.
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Das armselig hoffnungslose Leben im Hinterhof der einzigen Weltmacht ist nicht allein den Naturgewalten geschuldet. Die Kubaner sollten sich den Entwicklungsstand dort genau vor Augen halten, denn das käme auch auf die überwiegende Mehrheit von ihnen zu, wenn Uncle Sam in Kuba wieder "hilfreich" das Sagen haben sollte: haitianische Zustände mit Brosamen von NGOs.
Und nicht der erträumte "american way of life" mit Zweitwagen und Swimming-Pool.
Also, das müssten sie uns mal genauer erklären, inwiefern "Uncle Sam", also die Amerikaner, jetzt am Elend von Haiti schuld sind. Bin ja wirklich auf ihre Antwort gespannt.
"Die Kubaner sollten sich den Entwicklungsstand dort genau vor Augen halten, denn das käme auch auf die überwiegende Mehrheit von ihnen zu, wenn Uncle Sam in Kuba wieder "hilfreich" das Sagen haben sollte..."
Ach ja und noch was, der "Entwicklungsstand" von Kuba ist auch jetzt, wo die USA noch nicht in Kuba "hilfreich" das sagen haben, weiß Gott nicht so weit von den haitianischen Zuständen entfernt, wie sie das hier leichtfertig behauptend suggerieren wollen. Auch in Kuba gibt es genug Armut und Ruinen zu besichtigen. Castro sei dank. Vor der Revolution war Kuba das reichste Land der Region und auf dem zivilisatorischen Niveau eines entwickelten Industrielandes. Wie gesagt, vor der Revolution. Und nu? Richtig, nun gehört es zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.
Zitat aus Wickipedia.de: "Kuba zählte VOR der Revolution, gemäß Pro-Kopf-BIP, zu den reichsten Ländern Lateinamerikas. Seine Infrastruktur, wie zum Beispiel das Verkehrs- und Telekommunikationsnetz, war auf dem modernsten Stand. Auch das Gesundheits- und Schulwesen konnte sich mit den Staaten der Ersten Welt messen. Kuba war der weltweit größte Exporteur von Zucker, und die Vereinigten Staaten kauften jährlich eine große und garantierte Menge Zucker zu festgesetzten Preisen auf....Der Einfluss von US-Direktinvestoren auf die kubanische Volkswirtschaft war zwar nach wie vor recht groß, jedoch stetig rückläufig..."
Es war für mich so klar wie das Amen in der Kirche.
Als ich die Headline des Artikels sah war für mich 100% klar....der Ami ist schuld.
[...]
Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls
Also, das müssten sie uns mal genauer erklären, inwiefern "Uncle Sam", also die Amerikaner, jetzt am Elend von Haiti schuld sind. Bin ja wirklich auf ihre Antwort gespannt.
"Die Kubaner sollten sich den Entwicklungsstand dort genau vor Augen halten, denn das käme auch auf die überwiegende Mehrheit von ihnen zu, wenn Uncle Sam in Kuba wieder "hilfreich" das Sagen haben sollte..."
Ach ja und noch was, der "Entwicklungsstand" von Kuba ist auch jetzt, wo die USA noch nicht in Kuba "hilfreich" das sagen haben, weiß Gott nicht so weit von den haitianischen Zuständen entfernt, wie sie das hier leichtfertig behauptend suggerieren wollen. Auch in Kuba gibt es genug Armut und Ruinen zu besichtigen. Castro sei dank. Vor der Revolution war Kuba das reichste Land der Region und auf dem zivilisatorischen Niveau eines entwickelten Industrielandes. Wie gesagt, vor der Revolution. Und nu? Richtig, nun gehört es zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.
Zitat aus Wickipedia.de: "Kuba zählte VOR der Revolution, gemäß Pro-Kopf-BIP, zu den reichsten Ländern Lateinamerikas. Seine Infrastruktur, wie zum Beispiel das Verkehrs- und Telekommunikationsnetz, war auf dem modernsten Stand. Auch das Gesundheits- und Schulwesen konnte sich mit den Staaten der Ersten Welt messen. Kuba war der weltweit größte Exporteur von Zucker, und die Vereinigten Staaten kauften jährlich eine große und garantierte Menge Zucker zu festgesetzten Preisen auf....Der Einfluss von US-Direktinvestoren auf die kubanische Volkswirtschaft war zwar nach wie vor recht groß, jedoch stetig rückläufig..."
Es war für mich so klar wie das Amen in der Kirche.
Als ich die Headline des Artikels sah war für mich 100% klar....der Ami ist schuld.
[...]
Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls
der Grenze sieht es tatsächlich deutlich anders aus. Darüber berichtet niemand - über Haiti dagegen jede Woche.
Wer mag, soll sich da gern engagieren. Verlorene Missionen ziehen ja immer Leute an - wenn was rauskommen soll, gibt es sicherlich bessere Projekte
Wer einen interessanten und erhellenden Vergleich zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik lesen möchte, in dem die Gründe für die Unterschiede der beiden Staaten historisch erläutert werden, dem empfehle ich das 11. Kapitel in dem Buch "Kollaps" von Jared Diamonds (knapp 40 Seiten).
Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/mo.
mit Haiti zu tun? Da sind unsere Großväter doch gar nicht hingekommen.
Das war eine Antwort auf Kommentar 1, der sagte, die Haitianer sollten nicht faulenzen, sondern Trümmer beseitigen wie unsere Großeltern vor 70 Jahren. Heute vor 70 Jahren aber starben unsere Großväter in Stalingrad, das sie vorher in Trümmer, Schutt und Asche gebombt hatten.
mit Haiti zu tun? Da sind unsere Großväter doch gar nicht hingekommen.
Das war eine Antwort auf Kommentar 1, der sagte, die Haitianer sollten nicht faulenzen, sondern Trümmer beseitigen wie unsere Großeltern vor 70 Jahren. Heute vor 70 Jahren aber starben unsere Großväter in Stalingrad, das sie vorher in Trümmer, Schutt und Asche gebombt hatten.
Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mo.
Ist das Ihr ernst? Oder versuchen Sie sarkastisch zu sein?
Auch für Sie mal ein kleiner erhellender Link:
http://de.wikipedia.org/w...
Wenn Sie das dann gelesen haben stellen Sie sich mal vor welche Auswirkungen diese Geschichte und alles erlittene Leid der letzten Jahrzehnte auf Ihre Person gehabt hätten.
Ich kann da kein Mentalitätsproblem erkennen.
Die Bewohner sind bereits über Generationen hinweg schwerstens Traumatisiert.
Ist das Ihr ernst? Oder versuchen Sie sarkastisch zu sein?
Auch für Sie mal ein kleiner erhellender Link:
http://de.wikipedia.org/w...
Wenn Sie das dann gelesen haben stellen Sie sich mal vor welche Auswirkungen diese Geschichte und alles erlittene Leid der letzten Jahrzehnte auf Ihre Person gehabt hätten.
Ich kann da kein Mentalitätsproblem erkennen.
Die Bewohner sind bereits über Generationen hinweg schwerstens Traumatisiert.
Haiti hatte mehrfach Pech, das muss man sagen. Auch wenn es den Menschen in der Dom. Rep. besser geht, auch dort gibt es viele Arme, die neben First Class Resorts leben müssen. Ok, dadurch kommt Geld rein, aber dann gleich zu schliessen, dort wäre man fleissiger... ich weiss nicht. Die Bevölkerungen sind sich wahrscheinlich ziemlich ähnlich. Insofern finde ich die Vergleiche hier unpassend.
Das Erdbeben war jedenfalls gravierend, weil man darauf nicht vorbereitet war. 350.000 Todesopfer bei ein paar Mio. Einwohnern, gesamte Infrastruktur zerstört, halbe Regierungsmannschaft tot, das muss ein auch vorher armer Staat erstmal überwinden.
Und baufällige Häuer reparieren geht nunmal nicht, wenn man NICHTS hat, weder Zeit, noch Geld, noch Verwandte oder Bekannte, die was hätten. Woher soll man Zement bekommen, wenn es keinen Zement gibt, oder ein Sack Zement das Monatseinkommen verschlingen würde? Diese Art der Perspektivlosigkeit kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen und viele Leute meinen dann, der fleissige Deutsche würde eh immer alles viiiiel besser machen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass dies NICHT unbedingt der Fall ist. Zum Erfolg gehört auch ein passendes Umfeld, ohne das selbst Überflieger gerademal das Brot auf den Tisch bekommen.
Auf den Bildern sehe ich jedenfalls keine unglücklichen Menschen. Das finde ich angesichts der beissenden Armut bemerkenswert.
und das ist unsere sogenannte Political Correct Press.
Natürlich hat Haiti Umweltprobleme nur das eigentlich Problem wird wieder mal nicht erläutert.
Viele ungebildete Menschen bekommen ungebildete Kinder.
Fatalistisch sehen sie ihrem Schicksal zu.
Es leben einfach zu viele Menschen au dieser Insel.
Die Osterinsel lassen Grüßen.
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