ErderwärmungRuß fördert den Klimawandel stärker als gedacht

Dass CO2 das Klima aufheizt ist lange bekannt. Doch auch Ruß beschleunigt die Erderwärmung wohl deutlich. Diese Emissionen werden von keinem Klimavertrag begrenzt. von 

In der Debatte um den Klimawandel gilt Kohlendioxid als Bösewicht Nummer Eins: Die CO2-Emissionen müssen drastisch reduziert werden, fordern Klimaschützer seit Jahrzehnten. Sonst könnte sich die Erde zum Ende des Jahrhunderts womöglich um rund vier Grad erwärmen. Davor warnte zuletzt etwa ein Bericht der Weltbank. Nun haben Klimaforscher wohl einen bislang unterschätzten Treiber des Treibhauseffektes identifiziert: Ruß.

Schwarze Kohlenstoffpartikel, die etwa bei Großbränden sowie von Schiffsmotoren, Fabrikschloten und anderen Verbrennungsanlagen in die Luft geschleudert werden, könnten die Erderwärmung etwa doppelt so stark beeinflussen wie gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein internationales Team von 31 Wissenschaftlern nach vier Jahren Forschung im Journal of Geophysical Research – Atmospheres veröffentlicht hat.

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Wegen ihrer schwarzen Farbe absorbieren die winzigen Partikel Sonnenstrahlen, erwärmen sich und heizen dabei auch die sie umgebende Atmosphäre auf. Warme Rußpartikel bringen Schnee und Eis zum Schmelzen. Zusätzlich schirmen sie die Oberflächen der Polkappen ab, sodass weniger Sonnenlicht reflektiert wird.

Mehr Rußpartikel als gedacht

Dass dieser Effekt existiert, ist Forschern schon länger bekannt. Das Forscherteam wollte nun herausfinden, wie stark er tatsächlich ist. Dazu mussten sie zunächst ermitteln, wie viele Rußteilchen in der Atmosphäre schwirren. Stefan Kinne vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und seine Mitarbeiter maßen dazu die Sonneneinstrahlung am Rande der Atmosphäre – denn je höher die Rußkonzentration ist, umso weniger Licht kommt durch.

Die Forscher verwendeten dazu die Messdaten von etwa 400 Sonnenlicht-Messgeräten, die an verschiedenen Stationen der Erde stehen. Diese verglichen sie dann mit geschätzten Werten, die in bisherige Klimamodelle eingeflossen waren. "Dabei stellten wir fest, dass die Modelle von einer zu geringen Menge schwarzer Rußpartikel in der Atmosphäre ausgehen", sagt Kinne. Die Teilchen könnten die Klimaerwärmung also stärker antreiben.

Weniger Ruß könnte den Klimawandel kurzfristig bremsen

Das UN-Umweltprogramm (Unep) fordert Länder und Unternehmen daher dazu auf, den Rußausstoß zu drosseln. So lautet auch die Quintessenz der Studie: Da Rußpartikel sich nicht lange in der Atmosphäre halten, könnte eine Verringerung der Emissionen sich rasch bemerkbar machen. "Auf diese Weise könnte man den Klimawandel kurzfristig bremsen", erläutert Unep.

Der Wissenschaftler Kinne ist sich da nicht sicher: "Wie Ruß das Klima beeinflusst, wissen wir noch nicht genau", sagt er. "Er verstärkt zum Beispiel auch die Wolkenbildung – was wiederum das Klima abkühlt", sagt er. Es sei deshalb nicht mit Sicherheit zu sagen, ob eine Verringerung der Rußkonzentration den Klimawandel bremsen könnte. "Das langfristige Klimaproblem können wir nur lösen, wenn wir die CO2-Emissionen drosseln", sagt auch seine Mitautorin Tami Bond von der University of Illinois.

Der Rußausstoß wird derzeit im Rahmen des Klimaschutzprotokolls von Kyoto nicht begrenzt. Unep-Chef Achim Steiner versucht daher, weitere Länder, Konzerne und Organisationen zu überzeugen, der Vereinigung Climate and Clean Air Coalition (CCAC) beizutreten. Diese habe zahlreiche Projekte zur Reduktion von Ruß und anderen kurzlebigen Klimaschadstoffen gestartet, etwa bei den Emissionen von Dieselfahrzeugen.

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Leserkommentare
  1. Zunächst einmal merkwürdig:

    Nach Vulkanausbrüchen mit starkem Rußausstoß sank die Globaltemperatur jeweils deutlich ab.
    Siehe Pinatobu 1991: Absinken der GT um 0.5°.

    Schönes Zitat:
    "Wie Ruß das Klima beeinflusst, wissen wir noch nicht genau", sagt er. "Er verstärkt zum Beispiel auch die Wolkenbildung – was wiederum das Klima abkühlt"

    Ich sitze gerade vor einem ökologisch korrekten Holzofen und jage einen Wäschekorb nach dem anderen voller nachhaltigem Holz durch.

    Wer sich fragt, wieviel Ruß so ein nachhaltiger Brennstoff erzeugt - den lade ich gerne auf eine Kaminbesichtigung bei mir ein.

    Die Ruß-, Kohlenmonoxid-, Schwefel- und Feinstaubemission meines ökologisch korrekten und mit nachhaltigem Brennstoff ( Waldholz ) betriebenen Holzofens ist recht hoch.

    Vermutlich bin ich an diesem ganzen Klimawandel schuld.

    Ruß und Asche auf mein Haupt !

    P.S.:

    Die verbleibende Asche hat teilweise erhebliche Schwermetallkonzentrationen von Kalium, aber auch z.B. 0,05 g/kg Uran, sowie Blei, Cäsium etc. .

    Die Asche streue ich üblicherweise Samstag-Nachmittags in die umliegenden Wälder.
    Die Bäume lieben das.

    7 Leserempfehlungen
  2. da hat man zum einen den Klimapast des PIK Prof. Rahmstorf dessen Arbeit sagen wir mal grenzwertig ist, da die von ihm prognostizierten Szenarien irgendwie nicht eintreffen wollen,
    http://www.readers-editio... er dafür aber ordentlich Geld bekommen hat.

    dann hat man den offenen Brief an UN Moon
    http://opinion.financialp...

    natürlich aus ihrer Sicht auch alles inkompetente Verschwörungstheoretiker.

    Und zm Schluss die in dt. Medien totgeschwiegen sicherlich iMn manipulierten Daten des brit. Met Offices
    http://www.dailymail.co.u...

    und auch deren Vorhersage das es in den nächsten 5 Jahren zu keinem Anstieg kommen wird,
    http://www.telegraph.co.u...

    sich also dann seit 21 nichts tut.

    Und jetzt kommen sie mit Quellen für belastbare Zahlen, aber bitte nicht von Leuten/"Wissenschaftlern" oder besser Esoterikern die mit der Hysterie Geld verdienen.

    6 Leserempfehlungen
  3. Dann hat man uns mit der Wirksamkeit des CO2 ganz schön angeschwindelt. Kein Wunder, daß lt. Met-Office die Global-Temperatur seit 15 Jahren stagniert, obwohl das CO2 ständig steigt. Das passt nicht zusammen. Die zugrundeliegende Physik ändert sich ja nicht alle paar Jahre. Wenn aber Russ und andere Faktoren die Erwärmung verursachen ist es ziemlich sinnlos ausgerechnet das unwirksame CO2 mit aller Anstrengung zu vermeiden. Angesichts der neuen Fakten wäre doch eher ein Moratorium angebracht als verstärkte Bemühungen in eine Richtung, die offensichtlich nicht die richtige ist. Der Wissenschaftler Kinne gibt offen zu, daß noch zu wenig Wissen für fundierte Aussagen vorhanden ist. Also muss ein Moratorium her, bis diese machbar sind. Entsprechend langsamer sollte auch die CO2-begründete Energiewende angegangen werden.. Ein Subventionsstopp erhielte die Mittel für die richtigen Massnahmen. Die können nämlich nur einmal ausgegeben werden.

    6 Leserempfehlungen
  4. ...was man braucht. Nach dem Vulkanausbruch in Island bemühten sich viele Wissenschaftler aus dem Bereich des menschengemachten Klimawandels darum, die Bedeutung solcher Naturereignisse kleinzureden. Das würde nämlich bedeuten, dass der Klimawandel doch nicht vollständig durch den Menschen verursacht wird.
    Nun haben sie wieder die typische Argumentation ausgebuddelt: "(wir wissen eigentlich gar nicht genau, wie das funktoniert, aber) Der Ruß, den die Menschheit produziert, ist am Klimawandel schuld!"
    Ich leugne nicht den Klimawandel, aber ich hasse es, mich für dumm verkaufen zu lassen.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Was stimmt?"
    • Halapp
    • 17. Januar 2013 11:27 Uhr

    Man hat hier ein eindeutiges Basisproblem.
    Wenn die Basis an das auslaufen der kleinen Eiszeit
    gelegt wird ist der Wärmeanstieg vorprogrammiert.
    Die Alpengletscher waren im Klimaoptimum im Mittelalter
    weiter abgeschmolzen.
    Kolmisch, daß die Klimaforscher die mittelalterliche
    Wärmeperiode als "Klimaoptimum" bezeichenen und heute
    Zeterr und Mordio schreien, wenn es wieder so warm wird
    wie damals.

    6 Leserempfehlungen
    • Halapp
    • 16. Januar 2013 22:49 Uhr

    Es wird dringend ein Vorreiter gesucht.
    Vorschlag Deutschland. Keine Nation eignet sich
    so für Vorreiterrollen.
    Mir tut nur der arme Altmaier leid, der als Umwelt-
    minister das alles ernst nehmen muß.
    Der Zentralrat der Ökos darf doch den Gesprächsfaden
    nicht abreißen lassen. Nächste Wochen kommen die
    Hubschrauber dran, da Sie die Wolkenbildung negativ
    beeinflußen durch Zerwirrbelung tragen sie zur Klima-
    erwärmung bei, den mehr Wolken würden eine Kühlwirkung
    haben.
    Stutzig mach mich bei der Rußgeschichte er zitierte
    Wissenschaftler Kinne "Wie Ruß das Klima beeinflußt wissen
    wir noch nicht genau". Warum dann die Gewissheit in der
    Überschrift. Ökozuspitzung wie so oft.

    5 Leserempfehlungen
  5. Seit langer Zeit wieder ein greifbares Ergebnis mit Realitätsbezug und ohne übermächtig dogmatische Herangehensweise.

    Oft sind es die ja ganz naheliegenden Dinge, die man zuerst mal untersuchen sollte.

    Ruß, Staub, Müll, Versiegelung. Da brauch man keine Krebschalen in der Südsee zu messen und auch keinen Eisbärkod zu untersuchen auf sündteuren Expeditionen.

    Leider ist die derzeitige Klimadiskussion nur noch rein Politisch orientiert, so dass man an CO2-Dogma, Quecksilber-Sondermüll-Energiesparlampen, Häuser zwangseinpacken und weiterem Unsinn festhalten wird wie auch am Dosenpfand, der Sommerzeitumstellung oder der Sektsteuer.

    Würde man mal die naheliegensten Probleme angehen, anstatt im Elfenbeinturm der Computersimulationen, Jet-Set-Proffesoren, Morgen-Geht-die-Welt-unter-weil-die-Menscheit-sich-an-der-Schöpfung-versündigt Apokalyptiker und der Alles-Neue-ist-schlecht Prediger zu verbleiben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Klimawandel | Erderwärmung | Achim Steiner | Klima | Kohlendioxid | Treibhauseffekt
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