Ein Kind zeigt seine Hände in der Goldmine Poushgin in Zorgho in Burkina Faso. © Jens Kalaene / dpa

Seit Jahrhunderten ist bekannt, dass Quecksilber ein Nervengift ist. Dennoch gelangen jährlich mehrere Tausend Tonnen des Schwermetalls in die Umwelt, etwa bei der Goldgewinnung und bei der Kohleverbrennung zur Stromerzeugung. Vor allem in Entwicklungsländern könnten Millionen von Menschen durch einen erhöhten Quecksilber-Gehalt in der Atmosphäre und in Gewässern bedroht sein. Das geht aus einem Bericht des UN-Umweltprogramms Unep hervor, der jetzt veröffentlicht wurde.

Asien ist der größte Quecksilber-Erzeuger

In kleinen Mengen kommt Quecksilber zum Beispiel in Elektrogeräten, Thermometern und einigen Kosmetikartikeln vor. Auch Reis und Fisch können das Schwermetall enthalten. Allerdings sind diese Mengen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unbedenklich. Die WHO-Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass eine Person bis zu 300 μg Quecksilber pro Woche aufnehmen kann, ohne Gesundheitsschäden davonzutragen. In westlichen Ländern nehmen die meisten Menschen heute weitaus weniger auf.

In Entwicklungsländern ist die Umwelt hingegen offenbar immer stärker mit dem Gift belastet. Besonders hohe Emissionen verzeichnen Afrika, Asien und Südamerika. Asien allein ist für mehr als die Hälfte der Quecksilber-Emissionen verantwortlich. In diesen Ländern wird das Schwermetall etwa beim Goldschürfen verwendet, weil es die Eigenschaft hat, Gold zu binden.

Goldschürfer mischen das Quecksilber Gesteinsschlamm bei, sodass sich das Gold im Quecksilber löst. Dabei ensteht eine flüssige Legierung. Anschließend erhitzen die Goldschürfer das Gemisch unter offener Flamme, wobei das Quecksilber verdampft und das reine Gold zurückbleibt. Laut dem Bericht geraten auf diesem Weg jährlich etwa 727 Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre, etwa doppelt so viel, wie noch vor acht Jahren. Wegen der steigenden Goldpreise rechnet das Unep mit einem weiteren Anstieg.