KlimaerwärmungUSA verzeichnen heißestes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

2012 war das Jahr der Wetterextreme in den USA: Wärmerekord, Dürre und Wirbelstürme. Experten halten die Entwicklung für ein Zeichen anhaltender Klimaerwärmung.

Ein Freibad in New York

Ein Freibad in New York  |  © Lucas Jackson/Reuters

Die USA haben 2012 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Die Temperaturen in den Vereinigten Staaten (außer Alaska und Hawaii) lagen um 1,83 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts, teilte die Behörde für Wetter und Ozeanographie NOAA mit. "Die Temperaturen steigen und sie werden in den nächsten Jahren weiter steigen", sagte NOAA-Klimaforscher Jake Crouch.

Überraschend ist nach den Worten des Experten vor allem der starke Anstieg gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 1998. Im vergangenen Jahr sei es um 0,55 Grad heißer gewesen. "Ein halbes Grad oben drauf – das ist eine ganze Menge", sagte Crouch. Das sei ein klares Zeichen für eine anhaltende Klimaerwärmung in den USA, fügte Crouch hinzu.

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Zudem habe es 2012 den zweitwärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gegeben. 61 Prozent der US-Staaten hätten unter Dürre gelitten. Die Dürre habe Wald- und Buschbrände begünstigt, bei denen 9,2 Millionen Hektar Land zerstört worden sein. Im Mittleren Westen der USA sei ein Großteil der Ernte vernichtet worden, was zu steigenden Mais- und Soja-Preisen geführt habe.

Die USA wurden zudem 2012 von elf extremen Unwettern heimgesucht, darunter die Hurrikans Sandy und Isaac. Sandy hatte im Herbst an der US-Atlantikküste schwerste Schäden verursacht. Durch die Katastrophe kamen allein in den USA mehr als 130 Menschen ums Leben. Laut NOAA verursachte Sandy das niedrigste Tiefdruckgebiet, das jemals an der Nordostküste der USA gemessen wurde.

Extremwetter auch in Australien

Unter enormer Hitze leiden derzeit die Australier. Nach wochenlanger Hitze und Trockenheit haben sich Buschfeuer entzündet, die von starkem Wind weiter angefacht werden. In vielen Teilen des Kontinents ist der Sommer so heiß wie seit 40 bis 80 Jahren nicht mehr. Besonders im sonst für sein mildes Klima bekannte Tasmanien ist es extrem heiß.

Auch wenn sich einzelne Ereignisse wie ein besonders heißer Sommer, Sturmfluten oder Rekordkälte wissenschaftlich nicht direkt auf die globale Erwärmung zurückführen lassen, sehen Forscher in diesen Wetterextremen einen Trend. Sie sind überzeugt, dass die Häufung solcher Extreme eine Folge des Klimawandel ist.

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Leserkommentare
  1. was genau die angeführte "Dürre" damit zu tun hat und was genau will der Artikel damit bezwecken ?

    Aus hydrologischer Sicht sind deren Ursachen nämlich eindeutig identifizierbar.

    Beste Grüße CM

    2 Leserempfehlungen
    • footek
    • 09. Januar 2013 8:57 Uhr

    mich als aufrechten Amerikaner interessiert dieses sozialistische Harvard-Klima-Geschwätz nicht. Ich werde wegen einem knappen Grad nicht auf meine 3 Klimaanlagen und meinen V8 verzichten. Sollen doch die Chinesen oder Inder CO2 reduzieren und wenn sie nicht wollen marschieren wie eben dort ein und zeigen denen wie man eine Demokrstie aufbaut. -Ironie aus.

    via ZEIT ONLINE plus App

    10 Leserempfehlungen
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    Ein echter Amerikaner legt sich ein Waffenlager zu, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen.

    Dann kauft er sich Fracking-Aktien, damit auch noch der letzte Tropfen Öl aus dem amerikanischen Boden geholt werde.

    "Die amerikanische Freiheit ist die Freiheit, zu rauben" ("the freedom to rob") sagt Noam Chomsky. Erst wurden die Ureinwohner beraubt, jetzt wird die Natur beraubt. Die Natur wird sich wehren, da werden auch Waffen nichts nutzen.

  2. Die USA erleben einen Aufschwung der heimischen Gasförderung, der die Energie insgesamt verbilligt und damit den Verbrauch steigert. Folgen des Klimawandels sind dann nur noch mit militärischen Mittel lösbar.

  3. Also ein bisschen schmunzeln muss ich da schon, kaum wird irgendwo ein warme Periode verzeichnet, wird von 'Klimaerwärmung' gesprochen.
    Wenn aber in Australien, Türkei, Mexico, Spanien, Deutschland, Europa... extreme Wintereinbrüche gemeldet werden, spricht auf einmal keiner davon.

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    Als es im Winter -10 Grad hatte, hat man sich über den nur "angeblich" stattfindenden Klimawandel lustig gemacht. Als es an Weihnachten 20 Grad hatte, hat sich plötzlich keiner mehr getraut, den Mund aufzumachen.

  4. man kann sich über die Schwierigkeiten der Einschätzung von Prognosen durchaus eine Meinung bilden.

    Wenn man diese plotts der jeweiligen Abb. 1 gegenüberstellt:

    http://web-beta.archive.o...

    http://www.metoffice.gov....

    Beste Grüße CM

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    • SonDing
    • 09. Januar 2013 11:40 Uhr

    Der Vollständigkeit halber, möchte ich hier noch einen dazu gehörigen Artikel beisteuern:

    "Der Britische Wetterdienst hat seine bisherigen Prognosen für einen weltweiten Temperaturanstieg deutlich nach unten korrigiert. Eine wirklich überdurchschnittliche Erwärmung wird immer unwahrscheinlicher. Die tatsächlichen Temperatur-Daten aus den vergangenen Jahren sind unverändert."

    http://deutsche-wirtschaf...

    Ich finde diese selektive Berichterstattung über einzelne Wetterphänomene und die gleichzeitige Klimapanikmache, ist einfach widerwärtig und dikreditiert den Umweltgedanken und die Notwendigkeit mit Ressourcen sparsam umzugehen.

    Warum wird bspw. nichts über die derzeitige Rekordkälte in Zentralasien berichtet, wo reihenweise alte Kälterekorde purzeln?

  5. Vielleicht denkt der typische US-Amerikaner (eher US-Republikaner) auch etwas anders über "diese ganzen Klimalügen", wenn in seiner Wettervorhersage neue Farben eingeführt werden, weil die alten nicht mehr ausreichen ...

    > http://www.theage.com.au/...

  6. Als es im Winter -10 Grad hatte, hat man sich über den nur "angeblich" stattfindenden Klimawandel lustig gemacht. Als es an Weihnachten 20 Grad hatte, hat sich plötzlich keiner mehr getraut, den Mund aufzumachen.

    4 Leserempfehlungen
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    Genau bis hier her und nicht weiter. Was Sie schreiben stimmt nicht, die 20 Grad wurden wegen einer Föhnlage erreicht. Und es gibt durchaus Leute die es verteidigen.

    OK im Moment haben wir aber auch ein Schweine pech kein Schnee in Deutschland eigentlich in Europa, das ist traurig ein schweres Zeichen für Global Warming *Alarm* *Alarm*!

    Das bringt mich zur Türkei, die haben nämlich den ganzen Schnee der eigentlich uns zustehen würde.
    http://www.srf.ch/player/...
    Ich bin irgendwie total neidisch auf die Türken, die haben unseren Schnee, verdammt.

    Was in Australien passiert ist ebenfalls nichts ausser gewöhnliches. Die letzten Jahre war es immer Nass und das Buschwerk ist kräftig gewachsen, nun haben Sie in Australien ein trockenes Jahr und das einst Saftige grün ist trocken und dörr und brennt nun wie Zunder.

    Zur allgemeinen Info:
    http://www.klimaskeptiker...

    Temperatur Anomalie Dezember 2012
    http://www.klimaskeptiker...
    Im Original
    http://www.drroyspencer.c...

    http://www.klimaskeptiker...

    • cargath
    • 09. Januar 2013 12:26 Uhr

    Sie wissen schon, dass die globale Erwärmung Extrema in BEIDE Richtungen erzeugt?

    Ein echter "Klimaskeptiker" bezweifelt übrigens nicht den Klimawandel an sich. Dass der stattfindet ist bewiesen. Er bezweifelt, dass der Klimawandel von Menschen verursacht wird.

  7. In vielen Ländern werden viele Wetterdaten aufgezeichnet und ausgewertet. Die Chance, das eines von Ihnen in einer Kategorie einen Rekordwert hat ist ziemlich hoch, auch ohne Klimaerwärmung.

    Die aktuelle Argumentation und neue Erkenntnisse der Klimaforschung sind anscheinend zu kompliziert, um es mal in eine Zeitung zu schaffen. Da druckt man lieber mal eine sensationalitische Meldung, und lässt die Klimaforschung damit lächerlich aussehen.

    Das soll also der ach-so-schützenswerte Qualitätsjournalismus sein?

    4 Leserempfehlungen
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    Haben Sie es nicht bis zum letzten Absatz des Artikels geschafft?

    "Auch wenn sich einzelne Ereignisse wie ein besonders heißer Sommer, Sturmfluten oder Rekordkälte wissenschaftlich nicht direkt auf die globale Erwärmung zurückführen lassen, sehen Forscher in diesen Wetterextremen einen Trend. Sie sind überzeugt, dass die Häufung solcher Extreme eine Folge des Klimawandel ist."

    Niemand (ernstzunehmendes) zieht aus EINEM Extremwetter eine Schlussfolgerung über das Klima. Wenn man aber gerade kein statistischer Legastheniker ist, dann ist der Trend und Häufung nicht zu leugnen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte USA | Dürre | Ernte | Herbst | Hurrikan | Katastrophe
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