WettervorhersageFünf Tage bis zum Orkan
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Je näher das Unwetter, umso deutlicher die Warnung

 Wie gut man ein Unwetter vorhersagen kann, hängt auch von seinen Ausmaßen ab. "Je größer der Sturm ist, desto leichter und früher erkennen wir ihn", sagt Gerhard Lux, Meteorologe und Sprecher des DWD. Kräftige Winterstürme wie Kyrill können sich über tausend Kilometer ausdehnen und sind daher für die Prognose kein prinzipielles Problem mehr.

Sobald sich die Hinweise in den Computersimulationen verdichten, dass ein Sturm bevorsteht, wird diese Information in die Wochenvorhersage Wettergefahren Deutschland des DWD aufgenommen. Diese Meldungen kann man abonnieren. "Dafür interessieren sich zum Beispiel Veranstalter von Freiluftkonzerten", sagt Lux. Die Veranstalter wollen ja nicht ihre Bühne und die Festzelte davonfliegen sehen. Doch weil Prognosen über fünf Tage oft noch sehr unsicher sind, drücken die DWD-Fachleute so frühe Warnungen entsprechend vorsichtig aus.

Orkane und Wirbelstürme

Als Orkan bezeichnet man einen schweren Sturm ab Stärke 12 auf der Beaufort-Skala. Sie erreichen Windgeschwindigkeiten von mindestens 64 Knoten. Das sind knapp 120 Kilometer pro Stunde.

Hurrikans, Taifune und Zyklone sind tropische Wirbelstürme, deren herausragendes Merkmal ist, dass sie ihre Energie aus dem tropisch warmen Meer beziehen. Bei Wassertemperaturen der oberen 50 Meter von mehr als 26,5 Grad Celsius verdunstet langsam viel Feuchtigkeit, die beim Aufstieg in der Atmosphäre wieder kondensiert und ihre Wärmeenergie schnell an die Luftmassen abgibt – und den Sturm antreibt.

Hurrikan und Taifun

Im Atlantik, Nord- und Südpazifik werden tropische Wirbelstürme als Hurrikane bezeichnet, im asiatischen Raum heißen sie Taifune.

Hurrikans und Taifune sind großräumige Gebilde, deren imposante Wolkenwirbel vielfach einen Durchmesser von 200 Kilometern erreichen und von der Erddrehung in Rotation versetzt werden.

Verliert ein Hurrikan oder Taifun den Kontakt zum Meer – "geht also an Land" – verliert er seinen Energienachschub und schwächt sich ab.

Ein tropischer Sturm wird definitionsgemäß erst dann zum Hurrikan oder Taifun, wenn er Windstärke 12 oder mehr (118 km/h) erreicht.
 

Zyklon

Zyklon ist die Bezeichnung für tropische Wirbelstürme im Golf von Bengalen und im indischen Ozean. Derartige Stürme können mehrere Meter hohe Wellen aufwirbeln, die schließlich im Bereich von Bangladesch, Myanmar oder Indien auf Land treffen. Damit führen die Zyklone zu großen Verwüstungen, weil sie meist in besonders flachen Regionen aufs Land treffen. Das kann zu Überschwemmungen bis im Landesinneren führen, da die flachen Übergänge vom Flussdelta ins Meer kaum Schutz für die Menschen und die Gebäude bieten.

Tornados

Tornados sind dagegen viel kleiner und zeichnen sich durch ihre Spiralform aus. Sie entstehen über dem Festland – vor allem in den USA – wenn unter einer Gewitterwolke Warmluft aufsteigt und sich der Wind dann zu einem Strudel formt. Unterhalb der Wolke wird das als Schlauch sichtbar.

Tornados können Geschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometer pro Stunde erreichen. Der Sog des Tornados fegt alles in die Luft, was der Windspirale in die Quere kommt.

Konkreter werden die Warnungen ungefähr drei bis vier Tage vor dem Sturm. Dann gibt es deutlichere Meldungen. Sie gehen auch an andere Kunden des DWD, zum Beispiel Leitstellen für Feuerwehren oder Behörden. Außerdem wird schrittweise die Öffentlichkeit alarmiert. Zwei Tage vor dem Sturm laufe die Warnmaschinerie auf Hochtouren, sagt Lux. Auf den Warnseiten des Wetterdiensts wird das Unwetter spätestens 24 bis 36 Stunden vor seinem Eintreffen eingeblendet. Youtube bekommt einen Videoclip, und auch andere Infokanäle wie Facebook, Twitter und SMS werden bedient.

Währenddessen verfolgen die Meteorologen, wie sich die Computerprognosen des Sturmes von Tag zu Tag verändern. Ob der Sturm katastrophal oder eher harmlos ausfallen wird, lässt sich häufig einen Tag vor seinem Eintreffen entscheiden. Kurz vor dem Unwetter helfen die Rechnungen dann nicht mehr weiter. Denn die Simulationen beim DWD liefern nur alle drei Stunden Ergebnisse. In der Restzeit kurz vor dem Sturm sind die Fachleute weitgehend auf die einlaufenden Beobachtungen angewiesen, nicht nur von Satelliten, sondern auch von Bodenstationen. "Nowcasting" ("Jetztvorhersage") nennt man die Vorhersagearbeit in diesem Zeitraum.

"Bei neuen Meldungen über den Sturm können die Warnungen dann noch einmal herauf- oder herabgestuft werden", sagt Lux. Auch die erwartete Zugbahn werde womöglich korrigiert. Grundsätzliche Änderungen gibt es zu diesem Zeitpunkt aber nur noch selten. Dafür sind die Modelle inzwischen zu gut.

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