Endlager HanfordLecks in sechs Atommülltanks in den USA

Neue Probleme in der Atomanlage Hanford. Sechs undichte unterirdische Tanks "beunruhigen" den Gouverneur. Gefahr für Mensch und Umwelt besteht laut Behörden aber nicht.

Ein stillgelegter Reaktor in Hanford (Archivbild)

Ein stillgelegter Reaktor in Hanford (Archivbild)  |  © Mark Ralston/AFP/Getty Images

Im Atomkomplex Hanford im US-Bundesstaat Washington sind mehrere Behälter mit radioaktivem Abfall undicht. Gleich sechs unterirdische Tanks haben Lecks, teilten die Behörden mit.

Gouverneur Jay Inslee nannte die Nachricht beunruhigend. Eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Umwelt bestehe aber nicht, weil es Jahre dauern könnte, bis giftige Substanzen das Grundwasser erreichen würden. Dennoch werfe der Vorgang die Frage auf, wie sicher die übrigen Atommüllbehälter auf dem Gelände seien.

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Die riesigen unterirdischen Tanks, die in Hanford gelagert werden, sollten eigentlich nur zwanzig Jahre in Betrieb bleiben, sind aber mittlerweile schon weit älter. Sie enthalten große Mengen an radioaktivem Material aus der Plutoniumproduktion für Atomwaffen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es Berichte über einen undichten Tank in der Anlage gegeben, auch in der Vergangenheit war es mehrfach zu Verseuchungen durch undichte Behälter gekommen.

Hanford ist der am schwersten radioaktiv verstrahlte Ort in den Vereinigten Staaten. Die US-Regierung hatte die Atomanlage in den vierziger Jahren im Rahmen des geheimen Manhattan-Projekts gebaut und sie für die Atomwaffenherstellung genutzt. Von 1943 bis 1998 wurden Abfälle mit einem Volumen von 240 Millionen Litern in 177 Großtanks gefüllt. Hochradioaktives Material lagert auch in Wasserbecken oder wird verdünnt in die Erde gepumpt.

Jährlich geben die USA heute zwei Milliarden Dollar aus, um die Anlage zu sanieren – was vermutlich nach Jahrzehnte dauern wird. Um die Abfälle sicher zu lagern, sollen sie in glasartige Blöcke umgewandelt werden.

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Leserkommentare
  1. Mich würde interessieren, warum ein Behälter, der für 20 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt war über sein geplantes Lebensalter hinaus genutzt wurde.
    Warum wird aus einem "Eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Umwelt bestehe aber nicht" im subtitel "Gefahr für Mensch und Umwelt besteht laut Behörden aber nicht" - fehlt da im Text noch ein Zitat, welches den Subtitel begründen könnte? Falls nicht würde ich dies doch eher als verfälschend wahrnehmen und nicht als zusammenfassend.

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  2. Der Schaden an Mensch und Natur kann nicht schlimmer werden wie bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexico oder dem Reaktorunfall in Fukushima, also mit den technischen Vorraussetzungen heutzutage leicht handelbar.

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    und Asse möglicherweise auch.

    Die Kosten für heutzutage günstige Strompreise werden die nächsten Generationen zahlen, falls es diese dann noch gibt ....

    • J_Barr
    • 23. Februar 2013 17:45 Uhr

    Wie schon freitag.13 geschrieben hat, verharmlosen sie die Gefahr für künftige Generationen völlig. Auch kann niemand heutzutage einschätzen, welche Umweltgefahren zB durch die undichten Fässer auftreten können.

    Was passiert wenn radioaktives Material in das Grundwasser gelangt? Keiner kann sagen wie die unterirdischen Wasserschichten verlaufen. Was ist wenn das Material in den Ozean gelangt? Immer noch keine Gefahr für mensch und Umwelt.

    Atomkraft ist keine Lösung, sie schafft nur neue Probleme, vor denen gerne die Augen verschlossen werden und künftige Generationen sich den Kopf zerbrechen dürfen.

  3. und Asse möglicherweise auch.

    Die Kosten für heutzutage günstige Strompreise werden die nächsten Generationen zahlen, falls es diese dann noch gibt ....

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Keine Panikmache..."
  4. Physikerin und ehemalige "Umweltministerin" Merkel genehmigte ASSE.

    Beides ist schlimm und die Folgen sind nicht abzusehen. Es sind die Folgen einer von Lobbyisten bestimmten, verfehlten Energie Politik für die die Bürger mit Steuergeldern gerade stehen sollen.

    Steuergelder die dringend für andere Probleme gebraucht werden. Für den Straßenbau und die Erhaltung unserer Verkehrswege. Für die von Merkel zerfledderte "Energiewende" und nicht zuletzt für die Erhaltung des Sozial Systems.

    Politiker, ohne Verantwortung für ihr Handeln, regieren zur Zeit unser Land.

    Ohne Rücksicht, gegen berechtigte Bürger Interessen.

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    So verlockend es für sie sein mag, Frau Merkel die Verantwortung in die Schuhe schieben zu wollen:

    1965 Asse wird von der Gesellschaft für Strahlenforschung mbH (GSF) genutzt

    1986 Gründung des Ministeriums für für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (5 Wochen nach Tschernobyl)

    1989 9. auf 10. November Mauerfall

    1994 - 1998 Merkel ist Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
    1995 Forschungsarbeiten zur Endlagerung radioaktiver Abfälle werden eingestellt

    Prüfen Sie lieber, welche Wissenschaftler die Asse und Gorleben als sicher bezeichnet haben und prüfen Sie, wer den Kram aus der Politik genehmigt hat - Frau Merkels "Schuld" an der Asse dürfte da in den Hintergrund treten.

    • J_Barr
    • 23. Februar 2013 17:45 Uhr

    Wie schon freitag.13 geschrieben hat, verharmlosen sie die Gefahr für künftige Generationen völlig. Auch kann niemand heutzutage einschätzen, welche Umweltgefahren zB durch die undichten Fässer auftreten können.

    Was passiert wenn radioaktives Material in das Grundwasser gelangt? Keiner kann sagen wie die unterirdischen Wasserschichten verlaufen. Was ist wenn das Material in den Ozean gelangt? Immer noch keine Gefahr für mensch und Umwelt.

    Atomkraft ist keine Lösung, sie schafft nur neue Probleme, vor denen gerne die Augen verschlossen werden und künftige Generationen sich den Kopf zerbrechen dürfen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Keine Panikmache..."
  5. ... dass in Hanford schlimmes passiert

    3 Leserempfehlungen
  6. 7. Hmmmm

    So verlockend es für sie sein mag, Frau Merkel die Verantwortung in die Schuhe schieben zu wollen:

    1965 Asse wird von der Gesellschaft für Strahlenforschung mbH (GSF) genutzt

    1986 Gründung des Ministeriums für für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (5 Wochen nach Tschernobyl)

    1989 9. auf 10. November Mauerfall

    1994 - 1998 Merkel ist Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
    1995 Forschungsarbeiten zur Endlagerung radioaktiver Abfälle werden eingestellt

    Prüfen Sie lieber, welche Wissenschaftler die Asse und Gorleben als sicher bezeichnet haben und prüfen Sie, wer den Kram aus der Politik genehmigt hat - Frau Merkels "Schuld" an der Asse dürfte da in den Hintergrund treten.

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    • Nergal
    • 25. Februar 2013 14:44 Uhr

    Mich wundert, dass der gute Herr Inslee den Satz nicht zu Ende spricht...

    "Gouverneur Jay Inslee nannte die Nachricht beunruhigend. Eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Umwelt bestehe aber nicht, weil es Jahre dauern könnte, bis giftige Substanzen das Grundwasser erreichen würden."

    Hat er nicht ein "...und ich bin dann nicht mehr im Amt" vergessen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, nf
  • Schlagworte Atomwaffe | Behörde | Dollar | US-Regierung | Umwelt | USA
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