Russische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben Teile des Meteoriten gefunden, der am Freitag über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodiert war. Nachdem die Behörden die Suche nach Fragmenten am Sonntag eingestellt hatten, teilten Mitglieder der russischen Akademie der Wissenschaften am Montag mit, sie hätten Meteoritenteile gefunden und anhand chemischer Tests nachgewiesen, dass es sich um Gesteine aus dem Weltall handelte.

Demnach untersuchten die Forscher Fragmente, die sie in der Nähe des Tschebarkul-Sees gefunden hatten. Diese hätten die Zusammensetzung eines Meteoriten, sagte Akademie-Mitglied Viktor Grochowski. Der Stein habe einen Eisengehalt von schätzungsweise zehn Prozent, außerdem enthalte er Chrysolit und Sulfit. Weil um den See Teile gefunden wurden, müsse sich der Hauptteil des Meteoriten im See befinden, sagte der Wissenschaftler.

"Meteorit Tschebarkul"

Am Montag veröffentlichte Grochowskis Universität eine entsprechende Mitteilung auf ihrer Internetseite. Darin war ein Foto enthalten, das einen Menschen mit einem porösen schwarzen Steinchen zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt. "Dieser Meteorit gehört zur Klasse regulärer Chondriten", sagte die Universität. Das Fundstück werde voraussichtlich "Meteorit von Tschebarkul" genannt werden.

Der Meteorit war am Freitagmorgen über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodiert. Dabei zersprangen unter anderem zahlreiche Fensterscheiben. Fast 5.000 Gebäude wurden beschädigt und etwa 1.200 Menschen verletzt.

Die Explosion gilt als einer der einschneidendsten kosmischen Vorfälle in Russland seit dem sogenannten Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion erschüttert, die Wissenschaftler auf einen Asteroiden oder Kometen zurückführten. Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa gehen davon aus, dass die in der Atmosphäre freigesetzte Energie der Meteoritenexplosion vom Freitag etwa 30 Mal höher war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima.