Pferdefleisch-BetrugVorsicht! Kann Spuren von Pferd enthalten

Täglich wird Pferdefleisch in weiteren Fertiggerichten gefunden, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. Die falsch deklarierten Produkte im Überblick von 

Pferdefleisch Frikadelle Pferdefleisch-Skandal

Im Landeslabor in Neumünster wird eine Frikadelle auf Pferdefleisch untersucht. Eigentlich sollte sie nur aus Rinderhack bestehen.  |  © Carsten Rehder/dpa

Ob in Nudelgerichten mit Hackfleisch, Chili con Carne oder Gulasch – europaweit häufen sich die Meldungen von Pferdefleisch in Fertiggerichten, in denen eigentlich nur Rind enthalten sein dürfte. Während sich die Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) nur mühsam nach Länder-Zuständigkeiten zusammenklauben lassen, haben Verbraucherzentralen übersichtliche Listen der betroffenen Produkte erstellt.

Informationen für Verbraucher

Auf der Plattform barcoo kann man sich zusätzlich informieren, welche Produkte vom Etiketten-Schwindel betroffen sind. Barcoo ist eine App, mit der sich der Barcode im Supermarkt via Handy einscannen lässt. Das Smartphone listet anschließend aktuelle Informationen und Warnungen zu dem Produkt auf, darunter auch, ob Pferdefleisch enthalten ist. Die App ist für Mobiltelefone mit allen gängigen Betriebssystemen erhältlich. Die Datenquellen der App stehen hier.

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Das Angebot des Ministeriums ist nicht so bedienungsfreundlich. Dafür unterhält es eine Website, auf der generell über die neuesten Lebensmittelwarnungen informiert wird.

Etiketten-Schwindel und Fleisch unklarer Herkunft

Behörden sehen derzeit keine Gesundheitsgefährdung. Grundsätzlich ist Pferdefleisch gesundheitlich unbedenklich. Allerdings wurden Spuren von Schmerzmitteln in einigen Fleischproben gefunden, die Zucht- und Sport-Pferden gegeben werden. Möglicherweise waren also die Tiere, deren Fleisch verarbeitet wurde, nicht für den Fleischmarkt zugelassen.

Ermittlungen ergaben, dass das Fleisch aus Rumänien stammt – von Pferden, die dort unter noch unklaren Bedingungen geschlachtet wurden. Alle Indizien deuten darauf hin, dass es dann über den französischen Zwischenhändler Spanghero in Umlauf kam. Spanghero soll es wissentlich als Rindfleisch weiterverkauft haben.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Produkte, in denen bereits nicht deklariertes Pferdefleisch nachgewiesen wurde oder die vorsorglich von den Händlern aus den Regalen genommen wurden. Wer bereits Ware dieser Marken im Supermarkt oder beim Lieferservice gekauft hat, kann diese zurückbringen und bekommt – so versprechen es zumindest die Märkte – sein Geld zurück.

Leserkommentare
  1. Sie wissen aber auch das der Preis dadurch zu Stande kam dar das Fleisch Mangelware war? (also im Sinn von wenig)
    Etwa 1800 wurde das Fleisch knapper, davor wurde es sehr viel gegessen.

    Hier waren einfach Menschen gierig nach Geld und haben wahrscheinlich Billigpferd gegen teures Rind getauscht um mehr Geld zu machen nichts weiter.

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    Redaktion

    Zu diesem Thema empfehle ich den Kommentar von Lydia Klöckner:

    http://www.zeit.de/wissen...

    Durch Massenhaltung ist das Fleisch weder Mangelware noch billig, aber das liegt an der Art der "Erzeugung", eben an der Massenhaltung und kriminellen Methoden.

    Meine Oma hatte, trotz körperlich schwerer Arbeit, 1-2mal die Woche Fleisch auf dem Teller, meist sonntags. Gesundheitlich hat es ihr nicht geschadet. Dagegen weisen viele Nachkriegskinder durch Fleischüberverzehr Karnkheiten wie Gicht auf.

    Soll heißen: Täglicher Fleischkonsum ist nicht deswegen gut, nur weil er durch Billigfleisch möglich ist. Wer das glaubt, ist voll in die Falle der Fleischindustrie geraten und merkt es nicht.

    Die Entwicklung zum Billigfleisch - denn nur so ist der billige Preis möglich - durch Massenhaltung, Hormongaben, Antibiotika und Lebenstransporten zweimal quer durch Europa ist es, die uns zum Denken bringen sollte.

    Leider aber wiegt bei Vielen die Gier nach dem täglichen bzw. billigen Fleisch größer als die Vernunft. Und ich wette, dass sie mit 5-7mal die Woche Fleisch mehr Geld zahlen als wenn Sie 1-2mal die Woche Fleisch kaufen. Ganz abgesehen davon, dass man mit Billigfleisch nichtd Wertiges verzehrt, sondern die Art und Weise dieser "Warenherstellung" mitkonsumiert.

    • Xdenker
    • 19. Februar 2013 17:10 Uhr

    Das Pferdefleisch ist nur deswegen billiger als Rindfleisch, weil das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt. Pferdefleisch ist, anders als vor 100 Jahren, kein übliches Lebensmittel mehr. Und irgendwo müssen die vielen lebendigen Sportgeräte ja bleiben, wenn sie einmal ausgedient haben. Wenn das Pferdefleich ordnungsgemäß überwacht und etikettiert ist, ist gegen dessen Verwendung als Zutat, wie ich finde, nichts einzuwenden.

    8 Leserempfehlungen
  2. Was spricht dagegen, das heutzutage auch zu praktizieren, und sich nur einmal in der Woche eine hochwertige Fleischmahlzeit - wenn man Pferd mag, auch das, aber besser von einem vertrauenswürdigen Metzger - zu gönnen? Man lernt auch, viel interessanter zu würzen, wenn man das Fleisch öfters weglässt.

    3 Leserempfehlungen
  3. sind keine 1,29 EUR Anbieter - gestreckt!
    Nestle ist auch nicht für Discountpreise bekannt.
    So viel zum Thema, es wären nur die Billigkäufer
    dafür verantwortlich zu machen.
    Dacia ohne wirksame Bremsen? Naja, ist halt ein Billigauto!
    Das würde sicherlich nicht funktionieren...

    10 Leserempfehlungen
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    • Acrux
    • 20. Februar 2013 3:09 Uhr

    die industrialisierte Zubereitung von Fertiggerichten, egal in welcher Preisklasse. Da der Endverbraucher keine effektive Kontrolle ueber die Zutaten hat, muss er der Industrie vertrauen. Vertrauen ohne entsprechende Kontrolle auf industrieller Basis ist aber bisher noch immer schiefgegangen.

  4. zu glauben, es sei normal, dass Menschen zunehmend zu unanständig niedrigen Löhnen arbeiten?

    Ich kann die seit Tagen immer wieder angestimmte Leier der Konsumentenschelte nicht mehr hören.

    Und gäbe es das Kilo für 1,29 - was es in den Discountern in meinem Umkreise leider nicht tut! - so hätte es ebenso wie jenes in anderen Preisklassen in Ordnung oder, falls es tatsächlich mangelhaft wäre, als solches vom Händler gekennzeichnet zu sein!

    Dass auch Gastronomie-Caterer betroffen sind, zeigt doch deutlich, dass es nicht nur um das Verhältnis von Preis und Qualität geht. Die Mensa meiner Schule wird auch von einem Caterer versorgt. Und - ich wiederhole es gern - das staatliche Schulsystem zwingt die Schulen zum Sparen, auch bei der Schulspeisung.

    Keiner hat das Recht, Müll in Nahrungsmitteln anzubieten - zu welchem Preis und wo auch immer.

    6 Leserempfehlungen
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    Sie haben das Modell des Homo oeconomicus noch nicht ausreichend verinnerlicht.
    Vereinfacht dargestellt ist jeder Mensch stets und ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Danach hat sich sein ganzes Handeln zu richten. So etwas wie ein kooperative Gesellschaft gibt es laut neoliberaler Vorstellung eigentlich nicht. D.h. also, jeder ist für sich selbst verantwortlich und hat nichts von der Gemeinschaft zu erwarten. Er ist also selber schuld wenn er nicht genug verdient um sich teure und ungepanschte Lebensmittel kaufen zu können. Daher kann man ihn dann auch dafür kritisieren, dass er immer alles "billig, billig" will.

    Die Herrsteller des "Rindfleischs" verhalten sich dagegen, so könnte man ketzerisch sagen, in völliger Übereinstimmung mit dem oben beschriebenen Modell, den sie tun alles um ihren eigenen Profit zu maximieren und scheren sich dabei einen Dreck um alle anderen.
    Schön oder?

  5. Redaktion

    Zu diesem Thema empfehle ich den Kommentar von Lydia Klöckner:

    http://www.zeit.de/wissen...

    Antwort auf "Preis des Fleisches"
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    wird, ist mir zu hoch. Ich verabschiede mich aus diesem Thema.
    MfG
    DerDoktor

    Die Entlohnung der Arbeitnehmer und das, was bei vielen Arbeitnehmern & Rentnern danach noch übrig bleibt sollte man allerdings auch berücksichtigen. Das sich nur noch ein gewisser Teil der Bevölkerung diesen Luxus leisten kann (dafür dann aber so richtig...) das sollte so nicht sein! Die Schere klafft weiter auseinander, Lebensmittel, Mobilität, Energie und Heizung - nur noch für Gutsituierte & der (wachsende) Rest soll schauen wo er bleibt? Was passiert, wenn die Niedriglöhner mal ihre mickrige Rente erhalten? Damit programmiert man soziale Unruhen & ggf. Zulauf zu unsozialen Parteien!

    Moin,

    ihr Kommentar geht leider nicht auf das Argument von Daniel312 ein.
    Es ist nunmal so, dass erst die Verelendung der Arbeiter in Verbindung mit einem raschen Bevölkerungswachstum den mittleren Fleischkonsum Ende des 18ten, Anfang des 19ten Jahrhunderts senkte.
    Und wenn man sieht mit welcher Begeisterung die Inder und Chinesen die es sich jetzt leisten können trotz einer ausserordentlich schmackhaften vegetarischen Küche mit langer Tradition beim Fleisch reinhauen sollte das doch zu denken geben.

    CU

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Rewe | App | Frankreich | Lidl | Rind | Rumänien
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