Tandoori to go oder Caesar's Salad auf die Hand – in New York wird täglich jede Menge Essen zum Mitnehmen bestellt – und dafür aufwendig verpackt in Styropor-Schälchen und Plastik-Boxen. In Massen schleppen die New Yorker mittags ihre Lunch-Tüten durch Manhattan oder nehmen abends auf dem Heimweg noch was mit.

Doch wenn es nach dem Bürgermeister Michael Bloomberg geht, werden zumindest die Kunststoff-Schalen, in denen Misosuppe, Curry und dergleichen transportiert werden, bald aus seiner Stadt verbannt. Die weißen Schüsseln werden aus Polystyrol-Schaumstoffen hergestellt – eine bekannte Version davon ist Styropor.

In seiner heutigen Rede zur Lage der Stadt (State of the City) hat Bloomberg sein Schaumstoff-Behälter-Verbot angekündigt. Die New York Times berichtete vorab. Nach den Plänen des Bürgermeisters sollen Restaurants, Imbisse und Schulkantinen künftig ohne die Schüsseln, Tabletts und Becher aus Polystyrol auskommen.Die Umweltorganisation Greenpeace schätzt allein den jährlichen Verbrauch an Styopor-Bechern in den USA auf 25 Milliarden Stück.

Verpackungen aus Polystyrol-Schaumstoffen gelten als umweltschädlich, da sie als Wegwerfartikel viel Müll verursachen und nur unter bestimmten Bedingungen recycelbar sind. Zudem werden sie aus knappen fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt.

In Deutschland ist Polystyrol uneingeschränkt zur Verpackung von Lebensmitteln zugelassen, da es gesundheitlich als unbedenklich gilt. Verbraucherschützer kritisieren den Einsatz zur Lebensmittelverpackung zum Teil, da sich einige Bestandteile der Schaumstoffe zumindest im Tierversuch als bedenklich erwiesen haben. 

New Yorkern wird auch eine gesunde Ernährung verordnet

In seiner Rede kündigte Bloomberg außerdem an, dass New York Wassertaxis, mehr Fahrradwege und das größte Fahrradverleih-Programm der Welt bekommen soll. Und die Flotte an Elektro-Autos soll größer werden. An den Straßenrändern plant der Bürgermeister 30-Minuten-Elektro-Tankstellen. In Wohnkomplexen sollen 20 Prozent der Stellplätze Elektro-Autofahrern vorbehalten sein.

Auch das Recycling wird in der Metropole einfacher: Künftig müssen alle Geschäfte leere Plastikflaschen annehmen, egal wo die gekauft wurden – so der Plan. 1.000 neue Recycling-Behälter sollen im Jahr 2013 aufgestellt werden. Dass viele Nahrungsmittel-Reste derzeit auf Mülldeponien landeten, koste die Stadt viel Geld, sagte Bloomberg. Künftig sollen solche Abfälle kompostiert werden.

Dass Bloomberg derart mit staatlichen Regulierungen ins Privatleben der New Yorker eingreift, ist nicht neu. Im vergangenen Jahr initiierte er ein Verbot des Ausschanks von Soft-Drinks in Halbliter-Bechern. Wenn kein Gericht das Gesetz mehr stoppt, das unter dem Namen "Soda Ban" bekannt wurde, tritt es am 12. März in Kraft. Von da an dürfen Restaurants, Fastfood-Ketten und Getränke-Stände Cola, Limonade und andere zuckerhaltige Getränke nur noch in Rationen verkaufen, die kleiner sind als 16 amerikanische Unzen. Übergewicht, Diabetes und anderen Ernährungsproblemen der New Yorker will Bloomberg damit entgegenwirken.

Schon 2007 hatte das New Yorker Gesundheitsamt unter Bloomberg Restaurants und Fastfood-Läden die Verarbeitung von Transfettsäuren in Burgern, Pommes und anderen Fertiggerichten verboten. Diese Fette stehen unter dem Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker als andere Speisefette zu erhöhen.

Eine Veränderung, die Bloomberg einführen will, hat allerdings weder mit Umweltschutz, noch mit gesunder Ernährung zu tun: Wer mit einer geringen Menge Marihuana erwischt wird, kommt nicht mehr über Nacht ins Gefängnis.