Verantwortlich für die indische Lethargie ist der im Vergleich mit Peking deutlich niedrigere Lebensstandard der meisten Menschen. Viele können in den kalten Wintermonaten nicht heizen. Sie frieren – und denken nicht daran, wie schlecht die Luft ist. Auch käme man nicht darauf, beim Kohle und Holz verbrennen etwas einzusparen. Man hat ja eh nicht genug zum Heizen. Zudem kann die Delhier Regierung den Leuten schlecht wie in Peking befehlen, vom Auto auf Bus und U-Bahnen umzusteigen. Dafür fehlt es an öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allem das U-Bahn-Netz ist noch sehr weit gespannt.

Ohne Alternativen aber ist das Leben im Smog offenbar sehr viel entspannter. Zumal in Delhi die Temperaturen nicht vergleichbar in den Keller sinken und die Mittagssonne auch im Winter wärmt. Man flüchtet also nicht in die Häuser wie in Peking, sondern bleibt an der verschmutzten Luft.

Gut für die Gesundheit ist das nicht, aber es hilft die Gefahr zu verdrängen. Sogar die Fussballliga der Delhier Eliteschulen ließ am Freitag die Kinder weiter im Freien kicken. "Ach, die haben alle nur ein bisschen Erkältung", erklärte die Liga-Koordinatorin Kanchan Singh das Wegbleiben einiger Kinder. Nicht einmal bei den reichen Indern klingen die Smog-Alarmglocken.