Tohoku, die verwundete Küstenregion

Bis auf sein Stahlskelett ist von diesem Industriegebäude, das in der Nähe der Hafenstadt Minamisanriku steht, nicht viel übrig geblieben. | © Hans-Christian Schink
Es war das schwerste Erdbeben, das in Japan je gemessen wurde: Am 11. März 2011 riss vor der nordöstlichen Küste des Landes die Erdkruste auf. Mit einem gewaltigen Ruck rutschte die pazifische Erdplatte unter die nordamerikanische. Eine 30 Meter hohe Flutwelle schwappte kurz darauf über die 400 Kilometer lange Küstenlinie und zerstörte dort die Dörfer und Städte. Rund 20.000 Menschen starben. In der Landschaft waren die Folgen der Verwüstung noch ein Jahr später zu sehen. Der Fotograf Hans-Christian Schink dokumentiert sie im Bildband Tohoku.
- Datum 10.03.2013 - 09:49 Uhr
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Die wirkliche Katastrophe mit 20.000 Todesopfern und einem Schaden in Billionenhöhe war in Deutschland kaum Thema. Im Mittelpunkt stand immer der AKW-Unfall in Fukushima trotz keinem einzigen Toten.
Die Not und das Leiden der Tsunami- und Erdbebenopfer spielte nie eine große Rolle in der Berichterstattung - nur die Evakuierten durch den Atomunfall, die inzwischen großenteils zurückkehren konnten, während die Opfer des Tsunamis alles verloren haben.
Nicht der Atomunfall war der Supergau!
Niemand, der damals im Fernsehen gesehen hat wie ganze Landstriche weggespült wurden wird das jemals vergessen. Am Tag der Katastrophe und kurz danach war das ganz eindeutig das dominierende Thema, erst danach rückte Fukushima in den Vordergrund.
Es ist nun mal so, dass unser Interesse an Katastrophen primär von schockierenden Bildern und der Frage "wieweit betrifft es mich?" geleitet ist. Das ist einfach menschliche Natur, keine Verschwörung der Medien.
Niemand, der damals im Fernsehen gesehen hat wie ganze Landstriche weggespült wurden wird das jemals vergessen. Am Tag der Katastrophe und kurz danach war das ganz eindeutig das dominierende Thema, erst danach rückte Fukushima in den Vordergrund.
Es ist nun mal so, dass unser Interesse an Katastrophen primär von schockierenden Bildern und der Frage "wieweit betrifft es mich?" geleitet ist. Das ist einfach menschliche Natur, keine Verschwörung der Medien.
Tohoku ist die Bezeichnung für den Nordosten Japans, keine Stadt. Sollte vielleicht auch in der Redaktion bekannt sein. Und ob der Schrein standgehalten hat, ist fraglich, zu sehen ist auf dem Bild jedenfals nur das Torii, das noch steht.
Lieber User,
vielen Dank für den Hinweis, ich habe es korrigiert.
Beste Grüße,
Lydia Klöckner
Lieber User,
vielen Dank für den Hinweis, ich habe es korrigiert.
Beste Grüße,
Lydia Klöckner
So Recht sie damit haben, dass in Deutschland überwiegend die Atomkatastrophe wahrgenommen wurde und darüber die Verwüstungen im ganzen Nordosten beinahe vergessen: Es gab Tote wegen Fukushima (ich erinnere mich an etliche Arbeiter, die umkamen), und es gibt leider auch keinerlei Grund, diese Katastrophe zu verniedlichen, die noch immer und auf viele Jahrzehnte kaum bewältigt sein wird. Zigtausende haben ihre Heimat verloren und werden auch nicht zurückkehren können. Eine Kernschmelze in zwei Atommeilern ist kein "Störfall". Es ist sinnlos, das eine gegen das Andere ausspielen zu wollen.
nicht nur eine Fukushima Katastrophe sondern auch ein Erdebeben und einen Tsunami mit 20.000 Toten gab. Hoffentlich ist er nicht zu sehr erschrocken.
"Direkt im Atomkraftwerk Fukushima starben während der Ereignisse vier Arbeiter: Ein Todesfall ist auf einen Kran-Absturz während des Erdbebens zurückzuführen, einer auf Herzinfarkt während der Aufräumarbeiten, zwei Menschen ertranken."(Die Welt)
Sie haben insoweit recht - man sollte die Folgen der Naturkatastrophe und des Atomunfalls nicht gegeneinander aufrechnen. Leider hat man in den deutschen Medien aber die rund 20.000 Toten bewußt in die Nähe des Atomunfalls gerückt, um damit politische Antiatom-Stimmung zu erzeugen!
Selbst heute finden sie unter Google die Schlagzeile "Bilder zu Fukushima 20.000 Tote" - die Bilder zeigen auschließlich das zerstörte AKW.
das in Tohoku, als Bezeichnung einer Kpstenregion der Nord-Ost-Pazifik-Region bekannt und benannt ist.
Zwar ist ein Nuklearunfall diesen Ausmaßes ein Thema an dem keine Medienberichterstatter vorbei kommt. Wie es sich von März bis September 2011 wirklich zugetragen hat, und wie sich im November 2011 die Lage weiterentwickelte wäre zum Beispiel berichtenswert. Die psychologische Situation, derer die bis heute teilweise noch nicht wissen, wo, und ob sie ihr haus wieder Errichten können, dass viele Unternehmen aus not, ohne Genehmigung einfach Bauen, um Arbeitsplätze zu schaffen, ist nahezu unbekannt. Ebenso, dass von den 80 Millionen deutscher Spendengelder nahezu ein Großteil immer noch nicht als Soforthilfe verwandt wurde. Menschen die nicht einmal ein Familienbild mehr besitzen, während Betroffene aus der Präfektur Fukushima sich viele persönliche Gegenstände noch holen durften, Spannungen zwischen Mann und Frau in den Tsunami-Gebieten, alle diese Themen sollten betrachtet werden, denn Fukuhsima ist keine Insel auf der sich das Dorf Japan befindet. Schauen Sie mal was die "Vereinigung für internationale Katastrophenhilfe e. V. sieben Monate lang in Tohoku geleistet hat, mit nur 13.000 Euro Spenden, die als Soforthilfe umgesetzt wurden, und das direkt vor Ort. Ich darf Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, das die Menschen sich allein gelassen fühlen, wobei es auch schwer ist die psychosozialen Folgen besonders in der japanischen Kultur abzufedern.
.. ist keine Stadt, sondern eine Region und die Folgen sind immer noch zu sehen.
Lieber User,
vielen Dank für den Hinweis, ich habe es korrigiert.
Beste Grüße,
Lydia Klöckner
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