NuklearkatastropheTepco kämpft mit Stromausfall am AKW Fukushima

Seit Stunden streikt die Stromversorgung am havarierten AKW Fukushima Daiichi. Der Betreiber Tepco will die Probleme bis Mittwoch lösen. Bislang reicht die Kühlung aus.

Der stark beschädigte Reaktorblock 3 des AKW Fukushima Daiichi im September 2012. Das Foto veröffentlichte Tepco, die Betreiberfirma der Anlage.

Der stark beschädigte Reaktorblock 3 des AKW Fukushima Daiichi im September 2012. Das Foto veröffentlichte Tepco, die Betreiberfirma der Anlage.  |  © dpa

Kurz vor 19 Uhr Ortszeit ist am Montag der Strom im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgefallen. Techniker und Arbeiter suchen seitdem nach der Ursache des Blackouts. Möglicherweise sei eine Schaltanlage defekt, hieß es. Die Kühlsysteme für die Abklingbecken der Blöcke 1, 3, 4 und ein weiteres sind betroffen. Hier lagern zusammen etwa 8.500 Brennelemente der Anlage. Das Kühlen der Reaktordruckbehälter sei nicht unterbrochen worden, teilte der Betreiber der Anlage, Tepco, mit. Hier werde weiter Kühlwasser eingespeist. Zwar laufen einige der Stromversorgungsketten wieder, allerdings seien noch nicht alle Probleme behoben.

Tepco geht derzeit davon aus, dass bis zum Dienstagabend Ortszeit (etwa 12 Uhr deutscher Zeit) die Systeme an den Reaktoren 3 und 4 wieder funktionieren. Am Mittwochmorgen sollen dann auch die restlichen strombetriebenen Kühlkreisläufe wieder laufen. Tepco habe sich zudem darauf vorbereitet, große Mengen Kühlwasser bereitzuhalten, sollte sich das Wasser in den Abklingbecken weiter erwärmen oder gar zu verdampfen drohen.

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Nach einem Megabeben der Stärke 9,0 und einem mehrere Meter hohen Tsunami waren vor zwei Jahren der Strom und die Notstromversorgung zusammengebrochen. In den Reaktoren 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen Radioaktivität traten aus. Wasserstoffexplosionen haben zudem die Außenhüllen der Blöcke 1, 3 und 4 schwer beschädigt.

Sorge bereitet den Arbeitern an der Anlage derzeit vor allem das Abklingbecken von Reaktor 4. Das Dach des Gebäudes um den Reaktor wurde vor zwei Jahren zerstört. Allerdings war der Block zum Zeitpunkt des Bebens und Tsunamis heruntergefahren. Dennoch liegt das Abklingbecken seither zu großen Teilen frei. Tonnenweise Schutt haben Arbeiter mit schwerem Gerät in den vergangenen Monaten abgetragen. Mehr als 1.000 Brennelemente lagern hier und müssen kühl gehalten werden. Die Reparatur der Systeme hat laut Tepco "höchste Priorität".

Noch seien die Temperaturen in dem Abklingbecken ausreichend gering, um eine Kettenreaktion zu unterbinden. Das gelte auch für die Abklingbecken in den anderen Reaktoren. Zuletzt seien bis zu 30,5 Grad Celsius in Becken 4 am Dienstagvormittag um 10 Uhr Ortszeit  gemessen worden. Ab Temperaturen von mehr als 65 Grad Celsius wird es schwierig, die Brennelemente noch zu kontrollieren. Bis es soweit kommen könnte, dauere es bis zu vier Tage, teilte Tepco mit. Im Becken des Reaktors 1 lag die Temperatur am Morgen bei 17,1 Grad, im Becken des Reaktors 3 bei 15,9 Grad sowie in einem weiteren Becken der Anlage bei 28,6 Grad, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.



Die Radioaktivitätswerte rund um die Anlage seien bislang nicht gestiegen, hieß es. Tepco hat seit der Havarie auf der Anlage wiederholt mit Stromausfällen und dem Ausfall von Kühlsystemen zu kämpfen. Durch Erdbeben und Tsunami sowie die drei Kernschmelzen sind sowohl die Leitungsrohre der Anlage, die Gebäude und die elektrischen Systeme stark beschädigt worden. Immer wieder kommt es zu Leckagen und radioaktiv kontaminiertes Wasser muss abgepumpt werden.

Immer wieder kommt es zu Problemen

Ende 2011 verkündete die japanische Regierung, das Kraftwerk Fukushima Daiichi sei unter Kontrolle. Zuletzt fiel allerdings die reparierte Stromversorgung im Januar 2012 aus und legte die Kühlsysteme dreier Abklingbecken für eine Stunde lahm. Im Juni versagte eine Pumpe an Reaktor 4. Hier war damals der Kühlkreislauf für etwa 30 Stunden unterbrochen.

Unmittelbar nach der Havarie der Anlage im März 2011 gelangte etwa ein Zehntel der Menge an Radioaktivität in die Umwelt, die durch den bislang schlimmsten Atomunfall der Geschichte in Tschernobyl im Jahre 1986 freigesetzt wurde. Noch immer gelangen vereinzelt radioaktive Partikel von der Anlage in die Umwelt. Daher plant Tepco derzeit den am stärksten beschädigten Reaktorblock 3 mit einer Stahlkonstruktion und einer luftdichten Kunststoffhülle einzuhausen. Um Reaktor 1 ist dies bereits gelungen. Eine weitere Einhausung für das freiliegende Abklingbecken von Block 4 ist in Planung. Ende des Jahres sollen die ersten Brennelemente aus dem Reaktor geborgen werden.

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Leserkommentare
  1. Es war ja schon traurig-2 Tage ohne Katastrophenmeldung von der Atomfront-da bekommt man ja Entzugserscheinungen-

    Als Ersatz für auch nur einen Toten durch Fukushima
    sind solche Artikel einfach wichtig-
    sonst kriegt der deutsche Mensch noch Zweifel -

    In Wahrheit passiert da faktisch gar nichts- ein popel-Problemchen-
    aber davon,dass gar nix war werden wir nichts lesen- oder ganz ganz winzig.-

    Der Zweck ist erreicht: Lähmendes Entsetzen beim Deutschen Menschen-

    sonst geht der wegen der Irrsinnskosten der Energiewende noch von der Stange.-
    Dass das Atomkraftwerk Fukushima dank seiner massiven Bauweise
    die gesamte Bedienungsmannschaft vor dem Ersaufen bewahrt hat-bis auf einen,ist bisher in KEINER DEUTSCHEN ZEITUNG MW erwähnt worden.-
    Stünde da ein Kohlekraftwerk,wären alle ersoffen.

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    Der Strom wird durch die Energiewende sogar billiger. Die Energiewende wird von den Stromanbietern nur benutzt um den Strompreis zu erhöhen.

    Stünde da ein Kohlekraftwerk .... ja dann hätte man vielleicht auch nicht die ganze Gegend evakuieren müssen...es wäre nicht halb Japan verstrahlt worden...und es würden keine Kinder mit Dosimetern rumlaufen, die dann doch irgendwann Krebs kriegen. Es hätten auch keine Niedriglöhner die radioaktive Suppe im Kraftwerk auslöffeln müssen...aber hey, Hauptsache die Bedienungsmannschaft ist trocken geblieben.

    Man (also Sie) brauchen jetzt aber auch nicht so zu tun als wäre eine (teilweise) Kernschmelze in drei Kernreaktoren eine Lappalie.

    Tja, die Anhänger der teuersten und gefährlichsten Art, Wasser zu kochen, gehen langsam alle Argumenten für Atom-Strom aus, und so bleibt nur Häme und Sarkasmus übrig.

    Nehmen Sie zur Kenntnis: ein Kohlekraftwerk hätte man nie in Tsunamireichweite gebaut, weil man das mit der Kühlung anders löst.

  2. Dass nach einer Katastrophe dieses Ausmaßes die Anlage nicht mehr schnurrt wie ein Kätzchen war ja zu erwarten. Ich bin zuversichtlich, dass die Ingenieure in der Lage sind auch dieses Problem zu lösen.

    Fakt ist: In Anbetracht der Kräfte die auf das KKW eingewirkt haben, ist der Schaden relativ gering.

    Eine große Problematik im Umgang mit der ganzen Situation ist einfach die Unwissenheit des Großteils der deutschen Bevölkerung im Umgang mit Strahlung und Kernenergie. Alpha und Beta-Teilchen sowie Gamma-Strahlung sind da ein Fremdwort. Oft bekommt man auch den Eindruck bei einem GAU erwartet die Mehrzahl der Menschen eine pilzförmige Wolke, wie bei den Simpsons.
    Aus eigener Erfahrung im KKW Grafenrheinfeld, in dessen unmittelbarer Nähe ich auch wohne, kann ich nur sagen, dass ich mir um die Sicherheit überhaupt keine Sorgen mache. Mehrere Systeme zur Energieversorgung vom Netz bis hin zur Einspeißung durch eine Staustufe am Main. Dieselpumpen als Ersatz, die jedes Jahr zerlegt und geprüft werden und als letztes Ressort eine große Menge von Wasser, das höher gelagert durch die Schwerkraft den gesamten Reaktorbereich fluten kann.
    Die Sicherheit war meiner Meinung nach nie das große Problem der Kernenergie, eher die irrationale Angst vor etwas, was man nicht versteht. Gravierend finde ich dagegen die Problematik des radioaktiven Mülls, für den es keine Lösung zu geben scheint.

    4 Leserempfehlungen
  3. Der Strom wird durch die Energiewende sogar billiger. Die Energiewende wird von den Stromanbietern nur benutzt um den Strompreis zu erhöhen.

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  4. Stünde da ein Kohlekraftwerk .... ja dann hätte man vielleicht auch nicht die ganze Gegend evakuieren müssen...es wäre nicht halb Japan verstrahlt worden...und es würden keine Kinder mit Dosimetern rumlaufen, die dann doch irgendwann Krebs kriegen. Es hätten auch keine Niedriglöhner die radioaktive Suppe im Kraftwerk auslöffeln müssen...aber hey, Hauptsache die Bedienungsmannschaft ist trocken geblieben.

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  5. Die Lage in Fukushima ist nicht unter Kontrolle. Und sie wird es noch viele Jahrzehnte lang nicht sein. im Moment wissen sie noch nicht einmal, wo der Kernbrennstoff in den Reaktoren genau ist. Wenn man das mal weiß, müsste man ihn bergen und sicher einschließen. Das wäre "Lage unter Kontrolle".

    Auch bei den Abklingbecken sieht es düster aus: Deren Substanz ist durch die Beben und Explosionen teilweise beschädigt und sie drohen weiterhin einzustürzen oder leckzuschlagen, an ein Bergen und sicheres Lagern der abgebrannten Brennstäbe dort ist vorerst nicht zu denken.

    Beides sind Probleme, die den Rettern dort nochmal auf die Füße fallen könnten. Falls eins der Abklingbecken leckschlägt und die Kühlung nicht wieder hergestellt werden kann, wird vermutlich richtig viel radioaktives Material frei. Das wäre dann ein Folge-GAU der Tschernobyl-Klasse. Hoffen wir, dass sie die Lage dort unter Kontrolle bringen. Leider gibt es ja keine neutralen Berichte, dass man sich mal ein echtes Bild machen könnte, wie hoch das Risiko ist.

    Und bevor nun wieder das Gehetze von wegen Panikmache losgeht: In einem Abklingbecken liegen 1000 abgebrannte Brennstäbe. Die enthalten ein maximales Maß an diversen Radionukliden, einige davon mit ziemlich niedrigem Siedepunkt, Caesium beispielsweise. Die werden in großen Mengen frei, wenn die Stäbe nicht mehr mit Wasser bedeckt sein sollten. Kein Containment, kein Sicherheitsbehälter, das geht direkt ab in die Atmosphäre. Beten wir, dass das nicht passiert.

    9 Leserempfehlungen
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    Der hochradioaktive "Muellhaufen" dort liegt in einer der aktivsten Erbebenzonen dieser Welt.
    .
    So wackelig wie das alles steht, reicht ein kleiner Schubs, um das wieder akut werden zu lassen.
    .
    Fukuschima ist unter Kontrolle? :-((
    .
    Wenn nicht so gefährlich waere, konnte man herzhaft darüber lachen.
    .
    Hoffen wir, das es in den nächsten 30 Jahren dor nicht zu einem größeren "Rumpeln" kommt, denn dann sieht es düster aus für diese Region.

  6. Man (also Sie) brauchen jetzt aber auch nicht so zu tun als wäre eine (teilweise) Kernschmelze in drei Kernreaktoren eine Lappalie.

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  7. Tja, die Anhänger der teuersten und gefährlichsten Art, Wasser zu kochen, gehen langsam alle Argumenten für Atom-Strom aus, und so bleibt nur Häme und Sarkasmus übrig.

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  8. Entsetzen

    Es propagiert ja noch nich einmal Tepco, dass der Stromausfall zur Kühlung der Brennstäbe ein „Popel-Problemchen" ist. Lähmendes Entsetzen beim deutschen Mensch über diese dpa Meldung? Sehe ich noch nicht. Ich lese nur im ersten Kommentar ätzende Behauptungen, die den Opfern von Fukushima gegenüber an Pietät vermissen lassen.

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    Es gibt keine Opfer von Fukushima! Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber den 16.000 Todesopfern des Tsunami, sie zu ignorieren zu Gunsten von Leuten, die nicht mehr Strahlung abgekriegt haben als jede Stewardess
    im ganz normalen Einsatz. Das sind keine Opfer, die leben alle noch! Kein einziger Fall von Strahlenkrankheit ist festgestellt worden. Wer nicht Opfer von grundloser, pietätloser Panikmacher werden will sollte sich http://www.kerngedanken.d... ansehen. Da werden die wirklich gefährlichen Orte gezeigt.

    ... nie wieder in ihre Heimat zurück können? Was ist mit den Frauen, die ihre Babys abgetrieben haben, weil radioaktive Strahlung das menschliche Erbgut beschädigt? Sind das keine Opfer? Ich habe in diesem Blog bis jetzt nicht von Toten geschrieben, sondern von Opfern! Der 3. Kommentator und Sie, M. Weber, schreiben von Toten. Dass ich 16000 Tote des Tsunamie ignoriere, ist eine fiese Unterstellung, die Sie nie beweisen werden. Aber hier geht es um die Auswirkungen des Atomunfalls in Fukushima. Und auch wenn ich auf ihren Link geklickt habe, können Sie mir nicht ernsthaft weismachen, dass Fukushima nicht ein "wirklich gefährlicher Ort" ist - noch eine lange Zeit. Und es ist eine Lüge, dass ich Panik verbreite. Hören Sie endlich auf mit ihrer Hetze und Häme gegen Andersdenkende. Ihre Propaganda in den Blogs der ZEIT ist ähnlich ätzend wie der 3. Kommentar.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, afp, sst
  • Schlagworte AKW | Brennelement | Reaktor | Tsunami | Atomkraftwerk | Erdbeben
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