Die Auswirkungen auf Rast- und Zugvögel werden schon länger erforscht. "Es gibt vor allem zwei negative Aspekte: der Verlust von Lebensraum und die Kollisionsgefahr", erklärt Ommo Hüppop vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven. Gerade empfindliche Arten wie Sterntaucher oder Trauerenten meiden die Anlagen, wodurch ihr Lebensraum eingeschränkt wird. Aber auch weniger nervöse Vögel wie Seeschwalben oder Möwen haben mit den Windrädern ihre Probleme.

Gerade bei schlechter Sicht nehmen sie die Rotorblätter nicht immer rechtzeitig wahr und können mit ihnen kollidieren. "Ziehende Vögel werden durch die Sicherheitsbeleuchtung angezogen und geraten so in die Reichweite der Rotorblätter", erklärt der Ornithologe. Gefunden werden die getöteten Vögel auf See kaum. "Unsere Beobachtungen auf der Forschungsplattform FINO1 belegen die Gefahr", sagt Hüppop.

Ausweichmanöver kosten die Tiere zudem Energie. Sei es nun beim Überfliegen gegen eine stärkere Luftströmung oder beim Umfliegen mit einer weiteren Strecke. Erste Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen wurden bereits gezogen. "Wir haben unter anderem empfohlen, Offshore-Windkraftanlagen nur küstenfern und abseits von Zugrouten zu bauen. Außerdem sollten Durchflugkorridore beachtet werden", sagt er.

Gehör haben die Forscher beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gefunden. Bauanträge für Windparks in der Ostsee wurden bereits mit Rücksicht auf wichtige Rastgebiete gefährdeter Arten abgelehnt.