Nocebo-EffektWindräder machen krank, wenn wir sie fürchten

Windradturbinen brummen lautlos. Doch Gegner der Anlagen behaupten, der Infraschall schade ihnen. Schuld ist der Nocebo-Effekt: Die Angst vor Risiken lässt uns leiden. von Jana Schlütter

Sie haben Kopfschmerzen und können sich kaum konzentrieren, sie sind reizbar und haben Herzrasen, sie klagen über Schwindel und Übelkeit. Vor allem sind sich einige Nachbarn von Windkraftanlagen sicher, was ihr Leiden verursacht: Der von den Turbinen erzeugte Infraschall – das ist ein Brummton unter 16 Hertz – schädige die Gesundheit.

Keine einzige wissenschaftliche Studie bestätigt das, zumal Menschen ein solches tiefes Brummen nicht hören können. Der Ärger über die Kolosse jenseits des Gartenzauns aber wächst, je störender der Anblick ist, je lauter die Windräder sind und je skeptischer man der Technik gegenübersteht, zeigten Epidemiologen. Diese negative Einstellung könnte zu dem Windrad-Syndrom führen, schreiben nun der Psychologe Keith J. Petrie von der Medizinischen Hochschule in Auckland und seine Kollegen im Fachblatt Health Psychology. Grund sei der sogenannte Nocebo-Effekt.

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Nocebo heißt wörtlich "Ich werde schaden". Es ist das dunkle Gegenstück zum Placeboeffekt. Beides ist in der Medizin allgegenwärtig und beruht auf zwei grundlegenden Mechanismen: Erwartung oder Erfahrung. "Wenn Sie einem Patienten eine falsche Diagnose mitteilen, beobachtet er trotzdem bald die dazu passenden Symptome bei sich", sagt der Noceboforscher Paul Enck von der Universität Tübingen. Und wer einen Beipackzettel allzu genau liest, spürt bald die Nebenwirkungen. Krebspatienten wird oft schon auf dem Weg zur Chemotherapie übel.

Wie mächtig der Nocebo-Effekt sein kann, erfuhr auch der depressive Derek Adams. Als seine Freundin sich von ihm trennte, schluckte er alle 29 Pillen, die er als Proband in einem Arzneimitteltest bekommen hatte. Im Krankenhaus brach er bewusstlos zusammen. Die Ärzte hatten Mühe, ihn zu stabilisieren. Wie die amerikanischen Psychiater um Roy R. Reeves von der University of Mississippi im Fachjournal General Hospital Psychiatry berichteten, verschwanden die Symptome erst dann schlagartig, als Adams mitgeteilt wurde, dass er ein wirkstofffreies Placebo-Präparat genommen hatte.

Schon die Macht der Wörter kann Ängste schüren

Jede Spritze sei nicht nur ein Medikament, sagt der Placeboforscher Fabrizio Benedetti von der Universität Turin. "Der Arzt verabreicht zusätzlich Wörter. Sie können extrem wirksam sein und die Hirnchemie verändern." Im Krankenhaus etwa sage alles dem Patienten: Bald geht es mir besser. Das Wort sei jedoch ein zweischneidiges Schwert, sagt Enck. Unbedachte Äußerungen können Angst machen und Nocebo-Effekte auslösen. Ähnliches vermuteten Petrie und seine Kollegen hinter dem Windrad-Syndrom.

Sie ersannen ein Experiment mit 54 Teilnehmern. Eine Gruppe sah eine Dokumentation über die schädlichen Auswirkungen von Infraschall auf die Gesundheit. Einer anderen Gruppe erklärten Forscher, dass Infraschall unbedenklich sei und uns im Alltag ständig begleitet – egal ob Autoverkehr an uns vorbeirauscht, ob Donner grollt oder das Herz schlägt, Wellen ans Ufer schlagen oder Tiere miteinander kommunizieren. Anschließend wurden beide Gruppen in einen Raum geführt, wo sie angeblich mit den tiefen Tönen beschallt wurden.

Der Test bestätigte die Macht der Wörter. Wer Angst vor dem Infraschall hatte, fühlte sich in dem Raum körperlich unwohl, egal ob wirklich etwas vom Band kam oder ob es völlig still war. Wer keine Angst hatte, dem konnte auch der Infraschall nichts anhaben. Sollte sich der Befund bestätigen, könnte man das Windrad-Syndrom einfach verhindern – durch weniger Panikmache.

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. Panik (große Angst) gehörte und gehört auch heute zum Menschen. Menschen lieben in Panik zu verfallen, im Mittelalter der Teufel, vor einigen Jahrzehnten das Waldsterben, heute der Klimawandel erfüllt viele Menschen mit der heißgeliebten Panik.

    Ein Wikipediazitat passt gut dazu: "Ablasshandel ist in der römisch-katholischen Kirche seit 1567 streng verboten." In den modernen Religionen (Scientology, Klimantology) allerdings Grundsatz.

    8 Leserempfehlungen
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    Religionen beeinflussen Menschen mit Hilfe von unsichtbaren, nichtbeweisbaren Konzepten (Gott, Teufel etc.).

    Wissenschaftliche Lehren stützen sich auf Messbares, auf handfeste Daten. Die globale Erwärmung lässt sich ohne Probleme von jedem einzelnen Nachvollziehen (Gletscherabschmelzung, Meeresspiegelanstieg, Anstieg der Durchschnittstemperatur - Daten sind für jeden mit Internetanschluss verfügbar) Bitte sehr, diskutieren wir über die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen wie Energieerzeugung durch Windräder, aber tun Sie nicht so, als wäre Klimawandel eine Frage des Glaubens. Fakten bleiben wahr, auch wenn man die Augen vor Ihnen verschließt.

    • jojocw
    • 26. März 2013 15:34 Uhr

    Windräder drehen sich lautlos?

    Das ist ja wohl ein Witz. Wohl nur wenn sie pendeln.

    Schon mal in der Nähe eines drehenden Rades gestanden. Die hört man sogar über einige hundert Meter.

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    Redaktion

    Liebe(r) jojocw,

    Wir haben den Untertitel angepasst. Es geht im Text um das geräuschlose Brummen der Turbinen, also den Infraschall unter 16 Hertz.

    Vielen Dank für den Hinweis.

    Und wo ist das Problem?
    Der Wald ist auch nicht lautlos, eine wie fast überall aus der Ferne herüberraunende Autobahn erst recht nicht.
    Ein Specht ist sogar sehr laut - aber niemand käme auf die Idee eine Bürgerinitiative gegen Spechte ins Leben zu rufen.

    Augen-, bzw. Ohrenmaß halten täte allen denkenden Menschen, oder die sich dafür halten, sehr gut.

  2. Religionen beeinflussen Menschen mit Hilfe von unsichtbaren, nichtbeweisbaren Konzepten (Gott, Teufel etc.).

    Wissenschaftliche Lehren stützen sich auf Messbares, auf handfeste Daten. Die globale Erwärmung lässt sich ohne Probleme von jedem einzelnen Nachvollziehen (Gletscherabschmelzung, Meeresspiegelanstieg, Anstieg der Durchschnittstemperatur - Daten sind für jeden mit Internetanschluss verfügbar) Bitte sehr, diskutieren wir über die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen wie Energieerzeugung durch Windräder, aber tun Sie nicht so, als wäre Klimawandel eine Frage des Glaubens. Fakten bleiben wahr, auch wenn man die Augen vor Ihnen verschließt.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""Windrad-Syndrom""
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    • ztlos
    • 26. März 2013 16:06 Uhr

    Z.B. die Erderwärmung lässt sich nur empirisch belegen, u.a. auch, dass es in den letzen 15 Jahren keinen Anstieg der Weltdurchschnittstemperaturen gab, was von den zahlreichen Klimamodellen in keinster Weise erklärt werden kann.
    Alle Prognosen für die nächsten 50-100 Jahre sind Kaffeesatzleserei, sonst nichts. Je nach "Glaube" des Wissenschaftlters werden Tippings Points erreicht (wofür er Korrelationsvemrutungen anstellt), oder es kommt bald eine Eiszeit (wofür er Korrelationsvemrutungen anstellt). Einen Konsens der Klima-wissenschaft gibt es nicht.
    Mit dem Argument Klimaschutz die Landschaft in Deutschland zu verschandeln, ist lächerlich. Der CO2-Temperaturzusammenhang ist ebenfalls nur vermutet (aktuell: IPCC sagt, es gäbe einen Zusammenhang mit 50 % Wahrscheinlichkeit, vor 5 Jahren sagte es noch 90%).
    Meine Tochter ist 16 Jahre alt, sie hat in ihrem Leben noch keine Erhöhung der durchschnittlichen Welttemperatur erlebt (lt. britischen MET-Office), muss sich aber in der Schule belehren lasse, dass die Temperaturen stetig ansteigen. ein ziemlicher Witz, nein: eine Religion.

    ... von der Church of Manmade Global Warming dargestellt und gegen viel Fördergeld verkauft wird, ist REINE Glaubenssache. Fragen Sie mal Herrn Latif ...

    Wie kommen Sie darauf, dass Klimantology eine Wissenschaft sein soll?

    • Kometa
    • 26. März 2013 21:01 Uhr

    „Klimantology“

    Korrigiert: „Klimatology“

    Das überflüssige „n“ darf mann nnnnnicht streichennn! Das repräsentiert dennnn Nnnnnocebonebenoderhaupteffekt

    "Klimatology" wäre ein Neuwort. Echt zu empfehlen als Ur- oder Ewigkeitswort des Jahres, äh: Jahrhunderts

  3. ...Chi, Feng Shui, Impfskeptizismus, etc. etc. geben übersättigten und zu gut abgesicherten Europäern den Sinn und die Aufgaben, die sie offensichtlich benötigen. Es tut ja dem Ego so gut, wenn man in einer komplexer werdenden Welt vermeintlich hinter die Fassaden und unter die Ebenen der realen Welt glaubt schauen zu können. So mächtig offensichtlich der Impuls, dass leicht jeder dahergelaufene Guru ohne jeden Beweis behaupten kann, was er will. Hundertfach abgesichertes Wissen von Experten ist dagegen gar nichts. Die Herzen (und der Geldbeutel) vieler Wohlstandsbürger werden zuverlässig offen stehen...

    14 Leserempfehlungen
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    Wenn Menschen zu viel Geld haben, geben sie's halt für allerlei fragwürdiges aus.
    Gold'ne Wasserhähne, Drittmaserati oder Feng-Shui-Beratung - nur zu!

    Die Wirtschaft wächst, das BIP steigt, IM Erika ist zufrieden...

    Und der arme Tropf, der ausser nett Lächeln nix g'scheites gelernt hat, der hat auch noch sein Auskommen. So sind alle zufrieden ;-)

    Und so lange ich aufpasse, daß ich vom Kopfschütteln kein Schleudertrauma bekomme, schadet mir das ja nichts..

    • mutant
    • 27. März 2013 11:12 Uhr

    Fragen Sie sich mal wer den (Vermarktung-)Experten erlegen ist.
    Was passiert wenn Sie hohen Blutdruck haben und zum Arzt gehen?
    Sie bekommen ein "Medikament" (was mit der eigentlichen lat. Wortbedeutung nix mehr zu tun hat). Und? Sind SIe danach gesund? Nein! Sie müssen es ein Leben lang nehmen! Ihr Geldbeutel ist offen! Sie merken es nur nicht, da das Geld den Umweg über die Krankenkasse macht.

  4. Vielleicht hätte man sich vor Verfassen des Artikels mal eine Sekunde mit Schall beschäftigen sollen. Hier wird doch einiges durcheinander geworfen.

    Ob Infraschall schädlich bzw. bei welcher Lautstärke er es ist, ist derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen. Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass der Infraschall in der Lautstärke, wie er von Windrädern ausgeht, tatsächlich schädlich ist. Insoweit kann das Nocebo-Phänomen Erklärung sein.

    Fakt ist aber auch, dass Windräder mitnichten lautlos sind! Problematisch ist da weniger die Tonhöhe und damit die Frage Infraschall oder nicht, sondern dass es sich um einen monotonen Ton im hörbaren Bereich handelt, der in Entfernungen von rund 500 m durchaus noch problematisch sein kann.

    So wenig sachgerecht es ist, das Infraschallthema zu hysterisieren, so wenig zielführend ist es, nur weil das Eine nicht ist, mit einem Wisch alles für unbedenklich zu erklären, wo es noch Klärungsbedarf gibt. Das zu tun ist übrigens auch ein psychologisches Phänomen ;-)

    Und wo wir gerade dabei sind: Was das alles mit Chemotherapie zu tun hat, verrät uns Frau Schlütter auch noch? Oder ist die Schlagwortvergabe ein Feldversuch in Sachen Nocebo-Effekt?

    10 Leserempfehlungen
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    • 15thMD
    • 26. März 2013 18:27 Uhr

    "Fakt ist aber auch, dass Windräder mitnichten lautlos sind! Problematisch ist da weniger die Tonhöhe und damit die Frage Infraschall oder nicht, sondern dass es sich um einen monotonen Ton im hörbaren Bereich handelt, der in Entfernungen von rund 500 m durchaus noch problematisch sein kann."

    Da ein Windrad kaum lauter ist als der Verkehr einer mittelmäßig befahrenen Straße (in der Relation, dass niemand direkt unter einem Windrad wohnen dürfte, sehr wohl aber direkt an einer Straße). Trotzdem haben nur die Wutbürger nahe des Windrades Angst und es entwickeln sich die wildesten Krankheiten, die Stadtbevölkerung lebt damit und ist durchschnittleich gesund (die alljährliche Grippe jetzt mal ausgenommen).
    Das ist der Grund, warum sich eben die Windkraftgegner auf die ganz tiefen Töne spezialisiert haben und warum nur diese hier behandelt werden.

  5. Redaktion

    Liebe(r) jojocw,

    Wir haben den Untertitel angepasst. Es geht im Text um das geräuschlose Brummen der Turbinen, also den Infraschall unter 16 Hertz.

    Vielen Dank für den Hinweis.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "lautlose Windräder ? "
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    Jetzt hat die Redaktion aber verschlimmbessert. Die Korrektur in "lautloses Brummen" mit dem Hinweis "geräuschloses Brummen" macht es nicht besser.

    Das "Brummen" steht für tieffrequenten Schall, ein Schall, der nicht nur per Gehör, sondern auch als Körperschall wahrgenommen wird. DAS dies wahrgenommen wird, ist zunächst ein physikalisches Phänomen (und in zweiter Linie dann ggf. ein psychologisches). Insofern ist Infraschall eben nicht geräuchlos - was schon der Wortbestandteil "schall" impliziert.

    Ist das so etwas wie "erneuerbare Energie"? Eins so unmöglich wie das andere.

    • jojocw
    • 26. März 2013 16:25 Uhr

    Jetzt heißt es die Turbinen brummen. Was ist die Turbine, doch die Rotorblätter.
    Die geben einerseits ganz ordentliche Strömungsgeräusche ab, und auch infraschall. Sind also auch hörbar laut.

    Oder meinen sie jetzt die Generatoren?

    Mir schient, man sollte den Artikel nochmal überdenken, bzw. der Autor mal eine Anlage genau anschauen.

    [Teil 1/2]

    Hallo Herr Stockrahm,

    "geräuschloses Brummen" ist in sich wiedersprüchlich. Wenn etwas brummt, ist es hörbar, erzäugt also Geräusche.

    Infraschall ist nicht hörbar, aber kann durchaus starke Folgen haben. Allerdings nicht derart niedrigen Schallleistungen, wie sie von Windenergieanlagen (WEA) ausgehen.
    Schädliche Folgen für den Menschen können erst ab 170dB nachgewiesen werden. [Quelle: http://de.wikipedia.org/w...
    Damit Sie einschätzen können wie laut das in hörbaren Frequenzen wäre, sei Ihnen ein weiterer Artikel empfohlen: http://de.wikipedia.org/w...

    Generell ist die Minimierung der Schallemission von WEA Gegenstand aktueller Forschung. Aber nicht um den Infraschall zu minimieren. Der stellt (zumindest im Onshorebereich) definitiv kein Problem dar. (Im Offshorebereich bin ich mir nicht sicher, da zB Blauwale diese Frequenzen zur Kommunikation nutzen.)
    Deswegen wird in dem Bereich auch ausschließlich mit A-bewerteten Schallpegeln gearbeitet [Quelle: http://de.wikipedia.org/w...
    WEA erzeugen Schall, dieser ist aber idR ab einem Abstand von ca 50m von der WEA entfernt schon unter 80dB(A) bei 95% Nennleistung. Grenzwerte schwanken, je nach Einordnung des Besiedlungsgebiets (von Kur- bis Industriegebieten) zwischen 35 und 70dB(A), wobei dabei noch zwischen Tag und Nacht unterschieden wird.

  6. Diesem ganzen Unsinn kann man nur naturwissenschaftliche Breitenbildung entgegen setzen.

    Sicher, niemand ist vor Placebo und Nocebo gefeit, aber wenn man ein wenig darüber weiß, wird grade der Nocebo Effekt abgemildert.

    Bei den Windanlagen denke ich daher eher, dass es sich zum einen um Menschen handelt, die Aufmerksamkeit wollen, zum anderen um Menschen, die ihren Gewinn davon haben wollen und beliebige Mischungen.

    Denn es hält ja niemanden davon ab, sich mal einen Nachmittag Zeit zu nehmen und sich mal zu belesen, laut Artikel soll das ja schon ausreichen, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen.
    Oft habe ich es in ähnlich gelagerten Fällen auch erlebt, dass jede Erklärung, außer die eigene sichtbar falsche, die als heiliges Dogma verteidigt wird, abgelehnt wird, meist ohne jede Begründung aber dafür sehr laut und unhöflich.

    Es reichen oft schon Gundlagen in Chemie und Physik aus, um sich viele Alltagsphänomene und technische Anwendungen zumindest im Prinzip zu erklären. Aber vor lauter soft-skills (die AUCH wichtig sind) bleibt so etwas leider oft auf der Strecke.

    8 Leserempfehlungen
    • ztlos
    • 26. März 2013 16:06 Uhr

    Z.B. die Erderwärmung lässt sich nur empirisch belegen, u.a. auch, dass es in den letzen 15 Jahren keinen Anstieg der Weltdurchschnittstemperaturen gab, was von den zahlreichen Klimamodellen in keinster Weise erklärt werden kann.
    Alle Prognosen für die nächsten 50-100 Jahre sind Kaffeesatzleserei, sonst nichts. Je nach "Glaube" des Wissenschaftlters werden Tippings Points erreicht (wofür er Korrelationsvemrutungen anstellt), oder es kommt bald eine Eiszeit (wofür er Korrelationsvemrutungen anstellt). Einen Konsens der Klima-wissenschaft gibt es nicht.
    Mit dem Argument Klimaschutz die Landschaft in Deutschland zu verschandeln, ist lächerlich. Der CO2-Temperaturzusammenhang ist ebenfalls nur vermutet (aktuell: IPCC sagt, es gäbe einen Zusammenhang mit 50 % Wahrscheinlichkeit, vor 5 Jahren sagte es noch 90%).
    Meine Tochter ist 16 Jahre alt, sie hat in ihrem Leben noch keine Erhöhung der durchschnittlichen Welttemperatur erlebt (lt. britischen MET-Office), muss sich aber in der Schule belehren lasse, dass die Temperaturen stetig ansteigen. ein ziemlicher Witz, nein: eine Religion.

    7 Leserempfehlungen
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    sind natürlich nicht das gleiche, da haben Sie Recht. Auch gab es schon Klimaschwankungen, bevor die Menschen im großen Stil fossile Brennstoffe nutzten.
    Was ich aber meinte: den Anstieg der Durchschnittstemperatur kann man nun einmal nicht wegdiskutieren. Auch das von Ihnen zitierte Met Office stellt einen Anstieg der globalen Temperatur fest: http://www.metoffice.gov.... ebenso die zahlreichen Nebeneffekte http://www.metoffice.gov....
    Die wissenschaftlichen Modelle untersuchen die verschiedensten Ursachen für diese Entwicklung. Die Korrelation zum Anstieg menschengemachter Treibhausgase ist mit Unsicherheiten verbunden. Womit wir wieder beim Vergleich mit Religionen sind. Ein Wissenschaftler sagt "Ich bin mir zu xx% sicher" und sucht nach weiteren Beweisen/Gegenbeweisen. Ein Dogmatiker sieht seine Aussagen als unfehlbar an.
    Fakt ist aber auch, dass die beobachtete Erwärmung nicht ohne den Faktor des menschlichen Einflusses erklärt werden kann. Alle anderen Modelle kommen einfach nicht auf solche Werte.

    Okay, was die Klimaveränderungen betrifft ist sicherlich vieles auch Panikmache. Aber den Rest kann ich so nicht stehen lassen. Selbst wenn der CO2-Ausstoß keine Rolle spielt, dann ist ein Kohlekraftwerk trotzdem nicht die Lösung. Wer sich mal angesehen hat was der Braunkohletagbau in Deutschland an Flurschäden anrichtet bzw ganze Dörfer zwangsumgesiedelt werden mussten, die dann anschließend vom Bagger weggefressen wurden... Darüber hinaus ist das Zeug endlich und wenn wir das letzte Stück Kohle aus der Erde geholt und verfeuert haben, stellen wir fest, dass wir in einem großen, aufgewühlten Erdloch von der Größe Deutschlands stehen. Im Kalten und ohne Strom. Sicherlich erstrebenswert.

    Gaskraftwerke sind auch nicht die Lösung. Abgesehen vom Endlichkeitsargument (was sicherlich auch hier zählt), kann ich es nicht akzeptieren, dass wir z.B. im Fracking-Verfahren systematisch das Grundwasser mit Chemikalien und darin gebundenem Erdgas verseuchen. Selbst wenn es nicht hier bei uns sondern woanders ist (in Amiland können die teilweise den Wasserhahn aufdrehen und das, was dann raus kommt anzünden!).

    Atomkraftwerke. Ich sage dazu nichts, es ist bekannt, dass wir in Deutschland a) nach 60 Jahren immer noch keine Endlagerlösung haben und b) die strahlenden Abfälle hochgradig gesundheitsschädlich ist.

    Insofern haben Sie mit ihren Landschaftsverschandel-Argumenten Recht, aber die Alternativen sind alle schlimmer.

    Hier geht's ja bunt durcheinander in den Kommentaren.

    Erstmal zum Artikel: da geht es um eingebildete Krankheiten, die offenbar nicht nur von Wasseradern, Erd- oder Handystrahlen etc., sondern auch von Windkraftanlagen herrühren können. Banal; mancher wird ja schon beim Anblick seines Chefs krank :-)

    Auch wenn im Artikel kein Wort vom Klimawandel stand, muss man die Einlassungen von @ztlos doch etwas zurecht rücken:

    - Man weiß aus der Vergangenheit (letzte 4 Eiszeiten), dass CO2-Gehalt und mittlere Tempratur auf der Erde eindeutig korreliert waren. Über Ursache und Wirkung kann man in der Tat nur spekulieren.

    - seit 200 Jahren ist der CO2 Anteil in der Atmosphäre um knapp 50% gestiegen. Die Durchschnittstemperatur ist in dem Zeitraum um ca. 0.8°C gestiegen. Kann also gut sein, dass die Korrelation weiterhin gilt. Beweisen kann man das wohl erst im Rückblick (so in 1-2 Jahrhunderten).

    - wenn die Menschheit weiterhin die in Jahrmillionen angesammeten fossilen Brennstoffe im (erdgeschichtlichen) Eiltempo von wenigen Jahrunderten in Gas verwandelt, ist die jetzige technische Zivilisation in wenigen Jahrzehnten ohne Energieversorgung; und damit am Ende.
    Die direkt oder indirekt von der Sonne abgeleiteten Energien (v.a. Solarthermie, Photovoltaik, Windkraft) nutzen dagegen einen Rohstoff, der voraussichtlich noch einige Milliarden Jahre kostenlos zu uns kommt. Und weder strahlenden Müll noch einen GAU pro 25 Jahre verursacht.

    Deswegen favorisiere ich die "Erneuerbaren".

    • brazzy
    • 27. März 2013 10:05 Uhr

    "in den letzen 15 Jahren keinen Anstieg der Weltdurchschnittstemperaturen"

    Den Gletschern scheint das keiner gesagt zu haben, die schmelzen in den letzten 15 Jahren schneller als je zuvor.

    [...]

    Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

    • xcd
    • 28. März 2013 13:47 Uhr

    Ah, da ist er wieder, der Trick mit '98 ;). Ein augesprochen warmes Jahr, das für großflächige Korallenbleiche verantwortlich war. Sie wissen ja, die Zooxanthellen mögen Temperaturanstiege nicht so gerne und verlassen daraufhin in Massen die Koralle. Die Bleiche hielt an manchen Orten zu lange an, woraufhin es zu Korallensterben kam. Zweifelsfrei ein Ausnahmejahr. Es wortlos in die Statistik einfließen zu lassen, ist Mogelei =)...

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  • Schlagworte Windenergie | Gesundheitsrisiko | Psychologie
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