Provinz SichuanMehr als 100 Tote durch Erdbeben in China

Erdstöße der Stärke 7,0 haben die chinesische Provinz Sichuan erschüttert. Tausende Rettungskräfte sind im Einsatz. Bisher bargen sie mehr als 100 Tote.

Ein vom Erdbeben zerstörtes Haus in der Nähe der Stadt Ya'an

Ein vom Erdbeben zerstörtes Haus in der Nähe der Stadt Ya'an  |  © Stringer/Reuters

Durch ein Erdbeben im Südwesten Chinas sind mindestens 113 Menschen gestorben. Mehr als 2.000 sollen verletzt sein, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die Zahlen könnten sich noch erhöhen, da die Bergungsarbeiten noch im Gang sind.

Das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Ya'an in der Provinz Sichuan, einem Ort mit 1,5 Millionen Einwohnern. Das Beben ereignete sich am Morgen um kurz nach acht Uhr chinesischer Zeit. Chinas Erdbebenwarte bezifferte die Stärke mit 7,0. Die US-amerikanische Erdbebenwarte (USGS) setzte die Stärke bei 6,6 an. Anschließend soll es mehrere Nachbeben gegeben haben.

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Chinas Staatsfernsehen zeigte Bilder von zerstörten Häusern aus der Region. Rettungskräfte versuchten Opfer aus den Trümmern zu bergen. Ministerpräsident Li Keqiang kündigte an, dass er umgehend nach Sichuan reisen werde. "Das Wichtigste ist jetzt, die ersten 24 Stunden nach dem Beben zu nutzen. Es ist die entscheidende Zeit, um Leben zu retten." Auch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping versprach den betroffenen Menschen Hilfe.

Hilfe aus ganz China

Rettungskräfte aus dem ganzen Land seien in die Region geschickt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. 2.000 Soldaten seien bereits unterwegs. Das Ministerium für Zivilangelegenheiten habe Hilfsgüter organisiert und schicke unter anderem 30.000 Zelte und 50.000 Decken nach Sichuan.

Bereits 2008 gab es ein schweres Erdbeben in der Provinz Sichuan. Damals starben mehr als 80.000 Menschen. Die Behörden wurden danach öffentlich kritisiert. Der Vorwurf lautete, aufgrund von Korruption habe es Pfusch am Bau gegeben.

Es gibt immer wieder Erdbeben im Südwesten Chinas. In der benachbarten Provinz Yunan lösten vergangenes Jahr Erdstöße einen Erdrutsch aus, bei dem mindesten 80 Menschen ums Leben kamen.

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Leserkommentare
  1. mehr fällt mir dazu nicht ein.
    Zudem standen viele Tote in der Blüte ihres Lebens.
    Menschen die für einen Hungerlohn ihr Leben lang schwerste Arbeit vollrichten um ihre Familien ernähren.
    Mitleid im Internet zu bekunden finde ich unangepasst, das wirkt immer sehr aufgesetzt.

    Von daher sage ich :

    Erschütternd,aber es ist gut, dass die ZEIT auch diesem schweren Unglück einen ausführlichen Artikel widmet.

  2. Japan hat sofort angeboten Helfer mit Hilfsguetern nach Ya An zu schicken. Die Japaner haben ja viel leidige Erfahrungen mit Erdbeben und koennten wirklich helfen. Und was machen die Chinesen? Die haben umgehend abgelehnt. Sie sagen sie koennen sich selber drum kuemmern. In Diktaturen stirbt sichs leichter.

  3. Herr Friedrich wir brauchen mehr Sicherheit gegen Erdbeben in Deutschland.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, fz
  • Schlagworte Xinhua | Behörde | China | Erdrutsch | Erdstoß | Korruption
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