NaturkatastropheBehörden befürchten viele Tote bei Erdbeben in Iran

In der Grenzregion zwischen Pakistan und Iran hat es ein Erdbeben der Stärke 7,8 gegeben. Die Behörden rechnen mit einer hohen Anzahl von Toten.

Das Beben ereignete sich nahe der pakistanischen Grenze. Der Stern markiert das Epizenter, das rund 90 Kilometer von der iranischen Stadt Khash entfernt lag. Der Farbverlauf von Orange nach Grün gibt die Stärke der Erschütterungen an. Orange entspricht einem Wert um die 8, mit heftigsten Stößen, Grün bedeuten immer noch stärkere Bewegungen um einen Wert von 5.

Das Beben ereignete sich nahe der pakistanischen Grenze. Der Stern markiert das Epizenter, das rund 90 Kilometer von der iranischen Stadt Khash entfernt lag. Der Farbverlauf von Orange nach Grün gibt die Stärke der Erschütterungen an. Orange entspricht einem Wert um die 8, mit heftigsten Stößen, Grün bedeuten immer noch stärkere Bewegungen um einen Wert von 5.  |  © USGS

In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. Die örtlichen Behörden befürchten, dass es Hunderte Tote gibt. Forschungsinstitute gaben die Stärke des Bebens unterschiedlich an: Die US-Erdbebenwarte USGS in Washington nannte die Stärke 7,8, das Geoforschungszentrum in Potsdam ermittelte 7,7.

Nach ersten Angaben sind mindestens 40 Menschen getötet worden, berichtete das staatliche Fernsehen. "Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren", sagte ein Regierungsvertreter. Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen.

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Der USGS zufolge lag das Epizentrum 83 Kilometer östlich der Stadt Khash entfernt. In der Stadt leben rund 70.000 Menschen.

Chronologie
Schwere Erdbeben in Iran
11. August 2012

Bei zwei Erdbeben der Stärken 6,3 und 6,4 im Nordwesten des Iran sterben mehr als 300 Menschen, etwa 5.000 werden verletzt. In der Provinz Aserbaidschan erschüttern die Erdstöße die Städte Ahar und Varzeghan und mehr als 100 Dörfer. (Quelle: United Stated Geological Survey, dpa)

22. Februar 2005

In Sarand in der südöstlichen Provinz Kerman bebt die Erde mit einer Stärke von 6,4. 612 Menschen sterben.

26. Dezember 2003

Ein Beben der Stärke 6,6 trifft die Stadt Bam und umliegende Ortschaften in der Provinz Kerman im Südosten Irans. Mindestens 30.000 Menschen sterben, 30.000 werden verletzt. In der Region um Bam werden fast alle Gebäude zerstört.

2. Juni 2002

Ein Beben der Stärke 6,5 trifft den Westen Irans. 261 Menschen sterben, 1.300 werden verletzt. Der Schaden wird auf 91 Millionen US-Dollar geschätzt.

10. Mai 1997

Bei einem Beben der Stärke 7,3 sterben etwa 1.570 Menschen, 2.300 weitere werden verletzt. 50.000 Menschen verlieren ihr Obdach. Schwer trifft es vor allem die Regionen um die Städte Qayen und Birjand im Norden Irans.

20. Juni 1990

Rund 50.000 Menschen kommen ums Leben, als ein Beben der Stärke 7,4 den Westen Irans erschüttert. Betroffen sind vor allem das Gebiet um die Stadt Rascht am Kaspischen Meer.

28. Juni 1981

Ein Beben der Stärke 7,3 trifft erneut die Provinz Kerman und zerstört sieben größere Ortschaften. Rund 1.500 Menschen kommen ums Leben, 50 000 verlieren ihr Zuhause.

11. Juni 1981

Ein Erdbeben der Stärke 6,9 erschüttert die Stadt Golbaf in der Provinz Kerman im Südosten Irans. Etwa 3.000 Menschen sterben.

Die Erschütterungen waren in der ganzen Region zu spüren. Selbst in der mehr als 1.500 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernten indischen Hauptstadt Neu Delhi wackelten Gebäude. Dort liefen die Menschen auf die Straße. In der pakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi wurden Gebäude evakuiert.

"Es hat sich wie ein Schwindelanfall angefühlt"

Eine Deutsche, die in Gurgaon bei Neu Delhi arbeitet, sagte: "Es hat sich im 14. Stock wie ein Schwindelanfall angefühlt, die Lampen haben geschaukelt. Nicht schlimm, aber trotzdem wurde das Gebäude evakuiert."

 Auf der pakistanischen Seite der Grenze wurden zunächst keine Schäden gemeldet. Die Region Baluchistan ist die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes. Der Direktor des Iranischen Roten Halbmondes, Mohammad Mozaffar, gab bekannt, dass zehn Teams gebildet und in das Erdbebengebiet entsandt wurden. Mozaffar hofft, dass aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte in der Region die Anzahl der Verletzten und Todesopfer vergleichsweise gering ausfällt.


Erdbeben im Iran auf einer größeren Karte anzeigen

Bereits in der vergangenen Woche waren bei einem Erdbeben im Süden des Iran 37 Menschen ums Leben gekommen, 850 wurden verletzt. Das Epizentrum lag in der Nähe des einzigen Atomkraftwerks Buschehr; es wurde nach iranischen Angaben jedoch nicht beschädigt.

Infografik Erdbeben
Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen

Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen  |  © Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Der Iran gehört zu einer der geologisch unruhigsten Erdbebenzonen der Welt. Die Erdkruste besteht aus rund 20 größeren Platten, die sich auf dem zähflüssigen Material des Erdmantels bewegen.

In Südwestasien schiebt die Arabische die Iranische Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern im Jahr gegen die Eurasische Platte. Über Jahre hinweg werden so Spannungen aufgebaut, die sich in Erdbeben entladen.

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Leserkommentare
  1. Ein kleiner Fehlerteufel hat sich eingeschlichen:

    "Forschungsinstitute gaben die Stärke des Bebens unterschiedlich an: Die US-Erdbebenwarte USGS in Washington nannte die Stärke 7,8, das Geoforschungszentrum in Potsdam dagegen 7,8."

  2. "[em]Forschungsinstitute gaben die Stärke des Bebens unterschiedlich an: Die US-Erdbebenwarte USGS in Washington nannte die Stärke 7,8, das Geoforschungszentrum in Potsdam dagegen 7,8.[/em]"

    Aha.

  3. findet man im Internet Verschwörungstheorien, dass die CIA ein geheimes Erdbebenprogramm am laufen hat um die Atomanlage auszuschalten und es der Natur in die Schuhe zu schieben.
    Die Welt ist wieder um eine schöne Theorie reicher.

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    Nö, der Quatsch kommt nicht erst jetzt auf.
    Im Netz wimmelt es nur so von diesem Schwachsinn, im Mittelpunkt steht dabei unter anderem eine angebliche Wunderwaffe namen HAARP (in Wrklichkeit eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung). Manche VTler versteigen sich sogar dahin, dass das Fukushima-Beben von dieser "Geheimwaffe" ausgelöst wurde...

    die selber nicht den Hauch einer Ahnung haben was dort vor sich geht, aber sofort dabei sind mit dem Finger auf Andere zu zeigen und diese zu beleidigen.

    wird es auch nicht lange dauern, dass man dem Iran "völliges Versagen" bei der Notversorgung vorwerfen wird. Klingt ja in den Beiträgen schon an.

    das dies nicht möglich wäre. Also Erbeben auch unnatürlich aus zu lösen.
    Erweitern sie doch ihren Horizont etwas, dann bleibt die Blamage nächstes Mal aus.

    http://www.spiegel.de/wis...

    So etwas liegt ganz klar im Bereich des menschlich Machbaren. Halte ich es für wahrscheinlich ? Nein denke ich nicht.
    Aber wissenschaftliche Fakten haben nichts mit einer Verschwörung zu tun

    • Mebber
    • 16. April 2013 13:57 Uhr

    "Die US-Erdbebenwarte USGS in Washington nannte die Stärke 7,8, das Geoforschungszentrum in Potsdam dagegen 7,8" - dagegen, oder ebenfalls?

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    • Mebber
    • 16. April 2013 13:57 Uhr

    Kann dann gelöscht werden.

    • Mebber
    • 16. April 2013 13:57 Uhr

    Kann dann gelöscht werden.

    • Mebber
    • 16. April 2013 14:04 Uhr
    6. Opfer

    Nun ist schon von hunderten Opfern die rede - ich hoffe, der Iran akzeptiert diesmal fremde Hilfe bei der Versorgung der Opfer, sollte es notwendig sein. Beim letzten Erdbeben war ja bereits die Rede von mangelhafter medizinischer Versorgung.

    2 Leserempfehlungen
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  4. Nö, der Quatsch kommt nicht erst jetzt auf.
    Im Netz wimmelt es nur so von diesem Schwachsinn, im Mittelpunkt steht dabei unter anderem eine angebliche Wunderwaffe namen HAARP (in Wrklichkeit eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung). Manche VTler versteigen sich sogar dahin, dass das Fukushima-Beben von dieser "Geheimwaffe" ausgelöst wurde...

    2 Leserempfehlungen
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    Ich kann den Reflex vieler "VTler" nachvollziehen, angesichts der herrschenden Lügen-Kultur immer weniger Vertrauen in die propagierte offizielle Meinung zu setzen.

    Ich muss doch nur auf die "zu Lebzeiten niemals-nicht übertretbaren roten Linien" einer angeblich so erfolgreichen Politiker(innen) verweisen. Und die Unterstützung durch die Massen für diese Politik steigt immer mehr - wenn man den Offiziellen glauben mag.

    Nicht die "VTler" sind das Problem, sondern die Dimensionen der Intransparenz. Gerade Fukushima hat doch mit der tröpfchenweisen "(Un)-Wahrheit" die Ausmaße dieser Intransparenz gezeigt - es strahlt nämlich immer noch.

    Natürlich bieten Verschwörungstheorien auch eine Spielwiese für Esoteriker und Fantasten. Aber genauso wenig intelligent ist es, ein Wort namens "Verschwörungstheorie" alleinig über dem ihm angedichteten unseriösen Beigeschmack zu beurteilen.

    Vielleicht ist eine generelle Einstellung zum Leben ausschlaggebend für viele scheint das Leben eine Art ein sonniger Tag im Mai zu sein - wir sind die Guten, wir haben eine Regierung, die nur das beste für uns will, Frieden ist der Normalzustand auf der Welt, Kriege werden geführt um Demokratie überall zu verbreiten - und überhaupt, unserer Generation kann so etwas (was auch immer) nicht passieren.
    Für die anderen ... ist das Leben ein Dschungel und die Mehrheit der Weltbevölkerung hat bislang Glück gehabt überhaupt zu überleben und nicht zur Beute für Wölfe in Menschenpelz zu werden....

    • MaxS2
    • 16. April 2013 14:10 Uhr

    Das wäre doch eine gute Gelegenheit, um mal aufeinander zuzugehen, und sich solidarisch zu zeigen. Das beste Signal wäre es, wenn gerade Israel an humanitären Hilfen beteiligt wäre und das auch alle so wahrnehmen (andere dürfen und sollen natürlich auch helfen).

    2 Leserempfehlungen
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    Ich fürchte genau diese Wahrnehmung wird man in Teheran ausdrücklich vermeiden wollen, koste es buchstäblich was es wolle...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Iran | Erdbeben | Naturkatastrophe | Medien | Atomkraftwerk | Gebäude
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