Naturkatastrophe : Behörden befürchten viele Tote bei Erdbeben in Iran

In der Grenzregion zwischen Pakistan und Iran hat es ein Erdbeben der Stärke 7,8 gegeben. Die Behörden rechnen mit einer hohen Anzahl von Toten.
Das Beben ereignete sich nahe der pakistanischen Grenze. Der Stern markiert das Epizenter, das rund 90 Kilometer von der iranischen Stadt Khash entfernt lag. Der Farbverlauf von Orange nach Grün gibt die Stärke der Erschütterungen an. Orange entspricht einem Wert um die 8, mit heftigsten Stößen, Grün bedeuten immer noch stärkere Bewegungen um einen Wert von 5. © USGS

In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat sich ein schweres Erdbeben ereignet. Die örtlichen Behörden befürchten, dass es Hunderte Tote gibt. Forschungsinstitute gaben die Stärke des Bebens unterschiedlich an: Die US-Erdbebenwarte USGS in Washington nannte die Stärke 7,8, das Geoforschungszentrum in Potsdam ermittelte 7,7.

Nach ersten Angaben sind mindestens 40 Menschen getötet worden, berichtete das staatliche Fernsehen. "Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren", sagte ein Regierungsvertreter. Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen.

Der USGS zufolge lag das Epizentrum 83 Kilometer östlich der Stadt Khash entfernt. In der Stadt leben rund 70.000 Menschen.

Die Erschütterungen waren in der ganzen Region zu spüren. Selbst in der mehr als 1.500 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernten indischen Hauptstadt Neu Delhi wackelten Gebäude. Dort liefen die Menschen auf die Straße. In der pakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi wurden Gebäude evakuiert.

"Es hat sich wie ein Schwindelanfall angefühlt"

Eine Deutsche, die in Gurgaon bei Neu Delhi arbeitet, sagte: "Es hat sich im 14. Stock wie ein Schwindelanfall angefühlt, die Lampen haben geschaukelt. Nicht schlimm, aber trotzdem wurde das Gebäude evakuiert."

 Auf der pakistanischen Seite der Grenze wurden zunächst keine Schäden gemeldet. Die Region Baluchistan ist die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes. Der Direktor des Iranischen Roten Halbmondes, Mohammad Mozaffar, gab bekannt, dass zehn Teams gebildet und in das Erdbebengebiet entsandt wurden. Mozaffar hofft, dass aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte in der Region die Anzahl der Verletzten und Todesopfer vergleichsweise gering ausfällt.

Bereits in der vergangenen Woche waren bei einem Erdbeben im Süden des Iran 37 Menschen ums Leben gekommen, 850 wurden verletzt. Das Epizentrum lag in der Nähe des einzigen Atomkraftwerks Buschehr; es wurde nach iranischen Angaben jedoch nicht beschädigt.

Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen © Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Der Iran gehört zu einer der geologisch unruhigsten Erdbebenzonen der Welt. Die Erdkruste besteht aus rund 20 größeren Platten, die sich auf dem zähflüssigen Material des Erdmantels bewegen.

In Südwestasien schiebt die Arabische die Iranische Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern im Jahr gegen die Eurasische Platte. Über Jahre hinweg werden so Spannungen aufgebaut, die sich in Erdbeben entladen.

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Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Na ja

wenn man etwas kategorisch ausschließt und dann in seinem Kommentar noch impliziert das jeder der die anführen würde ein Schwachkopf bzw. Verschwörungstheoretiker ist, finde ich das Wort Blamage schon angemessen.

Vor allem da es ja möglicherweise auch verfahrensweisen gibt so etwas schneller zu machen. Spätestens seit Bin Laden und den wöchentlichen Drohnenangriffen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet das die USA sich auf pakistanischem Boden relativ frei bewegen. Ob mit oder ohne Erlaubnis.

Nochmals ich glaube nicht daran das so etwas passiert ist, aber bei so einem arroganten Kommentar wollte ich es mir dennoch nicht nehmen lassen diesen als solchen zu kennzeichnen.

@ 23 grübel-dübel

Es ist ja auch richtig, was Sie schreiben. Aber die tektonischen Plattenverschiebungen sind nun mal nachweisbar. Ebenso wie Erdbewegungen durch Rohstoffabbau und Atomversuche möglich sind.

Aber Erbeben sind mehr als Erdbewegungen mit aufgerissenen Strassen, wie vor 1,5 Jahren im bergischen Land, oder Erdrutschen. Also sollte doch auch an Theorien ein gewisses Mass an konkreten nachweisbaren Fakten dabei sein.

Sonst läuft man Gefahr alles als menschengemacht zu erklären, dem Feind alles zuzuschieben und sich deswegen zu bekriegen. Denn Gott als Ursache in einer säkularen Welt scheidet ja aus. Und Mneschen zu jagen, um sie den Göttern zu opfern wie die Azteken will man ja auch nicht.

Dann haben wir Unwetter, Hochwasser, Krankeiten, Polarlichter, Störungen des Magnetfeldes und sogar Asteroideneinschläge zur Auswahl, den Menschen zu unterdrücken oder denen Kriege zu erklären, die das angeblich herbeiführen können.

Abgesehen von der Hybris des "alles kann der Mensch", wäre es vielleicht dann besser, ihn im Ganzen seiner Möglichkeiten zu berauben und Steinzeit zu empfehlen.