JapanVerseuchtes Wasser in Fukushima überfordert AKW-Betreiber

Tepco kämpft weiter mit Problemen im Atomkraftwerk Fukushima: Etwa 280 Liter Grundwasser fließen pro Minute in die Reaktoren. Die Mengen überfordern die Helfer.

Nuklear-Inspektoren inspizieren Mitte April undichte Leitungen in Fukushima.

Nuklear-Inspektoren inspizieren Mitte April undichte Leitungen in Fukushima.  |  © Jiji Press/AFP/Getty Images

Zwei Jahre nach der Kernschmelze in Fukushima haben die technischen Hilfskräfte mit einer immer größeren Menge radioaktiv verseuchten Wassers zu kämpfen. Nach Angaben der New York Times dringen rund 280 Liter Grundwasser pro Minute in die Reaktorengebäude. Dort werde das Wasser hoch radioaktiv verseucht, bevor es wieder abgepumpt würde, um die Kühlsysteme des Atomkraftwerks zu schützen.

"Das Wasser steigt jede Minute, egal ob wir essen, schlafen oder arbeiten", zitiert die Zeitung einen Tepco-Sprecher. Es sei ein Gefühl, wie gejagt zu werden. "Aber wir tun unser Bestes, um einen Schritt voraus zu sein."

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Die großen Mengen des radioaktiv verseuchten Wassers übersteigen dem Bericht zufolge die Kapazitäten der Tanks, die dafür ober- und unterirdisch bereitstehen und ein Fassungsvermögen von etwa 112 Schwimmbecken haben sollen. Fukushima-Betreiber Tepco plane deshalb die Abholzung eines kleinen Waldes in der Nähe, um Platz für weitere Tanks zu schaffen.

Der japanische Energiekonzern hat immer wieder mit auslaufendem Wasser und anderen Problemen zu kämpfen. So wurde Anfang April bekannt, dass mehr als 100 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser aus einem der Tanks ausgetreten ist. Ob dabei auch das Grundwasser verseucht wurde, konnte Tepco nicht sagen. Außerdem fallen immer wieder Kühlbecken in den Reaktoren aus.

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.

Auslaufendes, radioaktiv verseuchtes Wasser bedroht nicht nur das Grundwasser in der Region. Da das Atomkraftwerk in unmittelbarer Nähe zur Küste steht, ist auch der Pazifische Ozean gefährdet.

Nach einem Beben der Stärke 9,0 und einem mehrere Meter hohen Tsunami waren vor zwei Jahren der Strom und die Notstromversorgung des Atomkraftwerks von Fukushima zusammengebrochen. In den Reaktoren 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen Radioaktivität traten aus. Wasserstoffexplosionen haben zudem die Außenhüllen der Blöcke 1, 3 und 4 schwer beschädigt.

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Leserkommentare
  1. Hoffen wir für die Japaner, das sie die augenblicklichen Probleme in den Griff bekommen und es in den nächsten 30 Jahren dort zu keinem Erd-Beben oder ein Tsunami mehr kommt.
    .
    Es ist unverständlich, warum Tepco nicht wenigstens provisorisch, d.h. wassermässig, diese Ruine in den Griff bekommt.
    .
    Sorgenvolle Grüsse
    Sikasuu

    2 Leserempfehlungen
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    Warum das so ist ist sehr wohl verständlich wenn die physikalischen Zusammenhänge bekannt sind.

    Wegen der hohen -und auf vielerlei Wegen weiter austretenden- Radioaktivität ist ist beispielsweise ja nicht einmal möglich das sich Menschen dem Reaktor 3 überhaupt nähern können. Ein paar Roboter haben dort gefilmt das ist alles

    Die Havarie der Reaktoren ist weiter im Gange. Und hinter den Kulissen wird bereits gemunkelt das Fukushima Daishi nicht stabilisierbar ist. Ein "Präzedenzfall" eben

  2. ...und sie sind immer noch am wurschteln.
    Das dokumerntiert die Gefahr eines privaten (!) Atomkonzerns besser, als manch anderes vernünftige Argument.

    4 Leserempfehlungen
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    Ja, der staat kann das wesentlich besser, z.B. das Ministerium für Brennstoff und Energie (Mintopenergo) hat ja am am 26. April 1986 in Block 4 unter beweis gestellt, dass Staatsbetriebe wahre Musterschüler in Sachen Qualifikation der Mitarbeiter, gute Kraftwerke und verantwortungsvoller Umgang mit Störfällen sind.
    Da hat man dann auch gleich kurze Dienstwege, damit der Staat solche Orders herausgeben kann:

    „Für geheim erklärt sind die Daten über die Havarie, für geheim erklärt sind die Ergebnisse über die Heilung der Krankheiten, für geheim erklärt sind die Daten über das Ausmaß radioaktiver Bestrahlung von Personal, das bei der Liquidation der Havarie des Atomkraftwerks Tschernobyl teilgenommen hat.“

    – gez. Schulschenko (Quelle wiki.de)

    Ob staatlich oder privat ist gar nicht die Frage. Diktatur oder Demokratie schon eher. Wer mal eben 20.000 Soldaten in den Tod befehlen kann hat gewisse Vorteile gegenüber dem, der seine Helfer auf dem Arbeitsmarkt zusammensuchen muss.

    Natürlich wurschtelt Tepco rum, das wäre hier nicht anders. Was sollen sie auch tun? Von der französischen Dekontaminierungsanlage hat man auch nichts mehr gehört. Selbst wenn sie läuft, strahlt jede Pumpe, jedes Ventil nach kurzer zeit dermaßen, dass man sich besser nicht in unmittelbarer Nähe aufhält. Im günstigsten Fall packt man die radioaktive Fracht des Wassers um in die radioaktive Fracht eines Filters, der vermutlich schnell getauscht werden muss. Wenn da irgendwas erfolgreich laufen würde, könnte man ja einen KühlKREISLAUF einrichten, statt mit einer Verlustkühlung rumzuplanschen.

  3. Ja, der staat kann das wesentlich besser, z.B. das Ministerium für Brennstoff und Energie (Mintopenergo) hat ja am am 26. April 1986 in Block 4 unter beweis gestellt, dass Staatsbetriebe wahre Musterschüler in Sachen Qualifikation der Mitarbeiter, gute Kraftwerke und verantwortungsvoller Umgang mit Störfällen sind.
    Da hat man dann auch gleich kurze Dienstwege, damit der Staat solche Orders herausgeben kann:

    „Für geheim erklärt sind die Daten über die Havarie, für geheim erklärt sind die Ergebnisse über die Heilung der Krankheiten, für geheim erklärt sind die Daten über das Ausmaß radioaktiver Bestrahlung von Personal, das bei der Liquidation der Havarie des Atomkraftwerks Tschernobyl teilgenommen hat.“

    – gez. Schulschenko (Quelle wiki.de)

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "2 Jahre (!)..."
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    ...eine Risikoenergiewirtschaft, dann muß sie auch zumindest in der Hand des Staates sein. Daß das auch nicht immer das gelbe ist, da stimme ich Ihnen völlig zu.
    Aber die Alternative, nämlich Kernenergie in private Hände zu geben und sogar nach einem Gau zu belassen, ist, wie man sehen kann, noch um einiges übler.
    Ein (demokratischer und wirtschaftlich nicht so schlecht da stehender) Staat hätte ganz andere Möglichkeiten. Selbstredend auch wesentlich teurere, aber ausnahmsweise hätte das Volk vermutlich weniger Probleme damit, wenn in der Folge eines Gaus nicht mehr auf den Cent geschaut wird.
    "Private" sind eben selbst dann nicht frei von "Gewinnmaximierung".

  4. Moment mal, da dringen 400 m³ GRUNDwasser pro Tag in die Gebäude. Grundwasser dringt, wie der Name sagt, wenn überhaupt in die Keller ein. Das Wasser dringt also in den Keller, und wird sofort HOCHradioaktiv verseucht. Das lässt nur den Schluss zu, dass die Reaktorkerne sich sowohl durch den Druck- wie durch den Sicherheitsbehälter gefressen haben und mindestens ein Teil davon im Keller liegt.

    Auch das Zitat von Tepco lässt nichts Gutes ahnen. Wenn ein Japaner sagt er tue sein Bestes, um einen Schritt voraus zu sein, hat er ja nicht behauptet, dass ihm das auch gelingt.

    Das klingt nicht gut.

    5 Leserempfehlungen
  5. ...eine Risikoenergiewirtschaft, dann muß sie auch zumindest in der Hand des Staates sein. Daß das auch nicht immer das gelbe ist, da stimme ich Ihnen völlig zu.
    Aber die Alternative, nämlich Kernenergie in private Hände zu geben und sogar nach einem Gau zu belassen, ist, wie man sehen kann, noch um einiges übler.
    Ein (demokratischer und wirtschaftlich nicht so schlecht da stehender) Staat hätte ganz andere Möglichkeiten. Selbstredend auch wesentlich teurere, aber ausnahmsweise hätte das Volk vermutlich weniger Probleme damit, wenn in der Folge eines Gaus nicht mehr auf den Cent geschaut wird.
    "Private" sind eben selbst dann nicht frei von "Gewinnmaximierung".

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Privat vs. Staatlich"
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    ...und wie sieht es aus, wenn es staatlich ist? Da müssen dann alle Leistungen erstmal ausgeschrieben werden und es darf nur der billigste Anbieter genommen werden. Ob der genügend Ahnung hat und eine vernünftige Qualität abliefert ... das sieht man dann hinterher ... manchmal hat man ja Glück...

  6. Ob staatlich oder privat ist gar nicht die Frage. Diktatur oder Demokratie schon eher. Wer mal eben 20.000 Soldaten in den Tod befehlen kann hat gewisse Vorteile gegenüber dem, der seine Helfer auf dem Arbeitsmarkt zusammensuchen muss.

    Natürlich wurschtelt Tepco rum, das wäre hier nicht anders. Was sollen sie auch tun? Von der französischen Dekontaminierungsanlage hat man auch nichts mehr gehört. Selbst wenn sie läuft, strahlt jede Pumpe, jedes Ventil nach kurzer zeit dermaßen, dass man sich besser nicht in unmittelbarer Nähe aufhält. Im günstigsten Fall packt man die radioaktive Fracht des Wassers um in die radioaktive Fracht eines Filters, der vermutlich schnell getauscht werden muss. Wenn da irgendwas erfolgreich laufen würde, könnte man ja einen KühlKREISLAUF einrichten, statt mit einer Verlustkühlung rumzuplanschen.

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    Antwort auf "2 Jahre (!)..."
  7. ...und wie sieht es aus, wenn es staatlich ist? Da müssen dann alle Leistungen erstmal ausgeschrieben werden und es darf nur der billigste Anbieter genommen werden. Ob der genügend Ahnung hat und eine vernünftige Qualität abliefert ... das sieht man dann hinterher ... manchmal hat man ja Glück...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wenn schon..."
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    Es wird nicht der günstigste genommen, es wird der wirtschaftlichste genommen. Neben dem Preis wird FLZ (Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit) als weiteres Kriterium geprüft.
    Und bauen würden die gleichen Firmen, die auch durch eine private Auftragsvergabe zum Zuge kommen würden/könnten.
    Das ein privater Auftraggeber besser baut bzw. bauen lässt ist quatsch.

  8. Es ist hier nicht angebracht, das Betreiben dieser Risikoanlagen ideologisch zu befrachten.

    Versagen können im Ernstfall beide Betreiber.

    War eigentlich Asse jetzt privat oder staatlich?

    Bei der Bankenkrise hat sich gezeigt, dass staatlich beherrschte Institute wohl noch mehr versagt haben als private.

    Bei staatlichen Institutionen besteht immer die immense Gefahr, dass statt Fachpersonal Politiker in Führungspositionen gehievt werden, die man los werden will, oder denen man als Belohnung für ihren bisherigen Einsatz lukrative Posten zuschieben will.

    Deshalb neige ich mehr zu einem privaten Betreiber mit strenger Staatsaufsicht.

    Ich habe da das Vorbild der Spielbankenaufsicht im Hinterkopf: Privater Betreiber mit permanenten speziell geschulten staatlich Beamten als Aufpasser.

    Bei AKW gehören entsprechend kompetente Beamte ins Kontrollzentrum, die die Vorgänge permanent beobachten und überwachen.

    Am Besten ist natürlich, solche riskanten Anlagen überhaupt nicht mehr zu betreiben.

    3 Leserempfehlungen
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    ...einen Gau hierzulande, wären irgendwelche "Aufsichten" oder "kompetente Beamte" oder wer weiß noch etwas, angesichts einer der Drohung, die unser Land erwartet, vollkommen egal.
    Wir würden wollen, daß SOFORT etwas entscheidenes passiert, und nicht noch nach 2 Jahren rumlgewurschtelt wird.

    Wäre es in staatlicher Hand, gäbe es völlig andere Prämissen und finanzielle Möglichkeiten.
    So etwas, wie in Japan ist nur denkbar, wenn man es den "privaten" überläßt.
    Elementare Dinge wie soziale, medizinische oder nationale Sicherheit "privaten" zu überlassen hat nun mal auch elementare Nachteile. Solche baden die Japaner gerade aus.

    Zitat:
    "Am Besten ist natürlich, solche riskanten Anlagen überhaupt nicht mehr zu betreiben."

    Leider sehen das nicht alle so.

    Risikoanlagen ideologisch zu befrachten. Versagen können im Ernstfall beide Betreiber."

    Natürlich können beide versagen. Aber wer das nicht versteht, sollte zumindest verstehen, dass das kapitalistische Anreizsystem nicht für Hochrisikotechnik geeignet ist. Private schöpfen zwar gerne Gewinne ab, sind aber nicht fähig Verluste, wie sie bei der Kernkraft auftreten können zu bewältigen. Das kann, wenn überhaupt, nur der Staat.

    "War eigentlich Asse jetzt privat oder staatlich?"

    Die Asse wurde jahrelang vom Helmholtz-Zentrum betrieben/aufgefüllt/verschüttet. Das Helmholtz-Zentrum ist eine GmbH. Als in 2009 endgültig bekannt wurde, dass die Bedingungen in der Asse unkalkulierbar sind, übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz.

    "Bei der Bankenkrise hat sich gezeigt, dass staatlich beherrschte Institute wohl noch mehr versagt haben als private."

    Ach ja? Waren das staatliche Banken? Staatliche Ratingagenturen? Staatliche Versicherer? Sie meinen eventuell, dass die Staaten nicht unschuldig waren, weil sie den privaten Akteure nach deren unablässigen Drängen immer mehr Freiheiten ließen. Oder?

    "Bei staatlichen Institutionen besteht immer die immense Gefahr, dass statt Fachpersonal Politiker in Führungspositionen gehievt werden, die man los werden will..."

    Ach? Ich dachte die Politiker wechseln in die Aufsichtsräte der privaten Konzerne, um sich nach ihrem mittelprächtig bezahlten staatlichen Jobs dort finanziell endzuversorgen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Japan | Wasser | Atomkraftwerk | Reaktor | Region | Strom
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