ChinaHunderttausende sterben wegen dreckiger Luft

Die Luft in Chinas Metropolen ist oft zum Schneiden. Eine Studie zeigt: Der Smog kostet mehr als eine Million Menschen das Leben, es ist die vierthäufigste Todesursache.

Eine chinesische Flagge weht im Dunst Pekings vor dem Telegraphen-Gebäude.

Eine chinesische Flagge weht im Dunst Pekings vor dem Telegraphen-Gebäude.  |  © Petar Kujundzic/Reuters

Die Luftverschmutzung in China hat im Jahr 2010 einem Bericht der New York Times zufolge zu rund 1,2 Millionen Todesfällen geführt. Das sei ein Anteil von etwa 40 Prozent weltweit, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Daten einer Studie über Todesursachen weltweit.

Die Global Burden of Disease Study 2010 (GBD 2010) untersucht weltweit die Ursachen schwerer Krankheiten und gesundheitlicher Risiken. Länderspezifische Ergebnisse der Studie werden dem Zeitungsbericht zufolge nach und nach vorgestellt, die chinesischen Daten seien am Wochenende in Peking präsentiert worden.

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Aus ihnen geht laut New York Times hervor, dass in China die Verschmutzung einen Verlust von 25 Millionen gesunden Lebensjahren in der Bevölkerung verursacht habe. Die Feinstaubbelastung ist demnach das viertgrößte Todesrisiko nach Rauchen, zu hohem Blutdruck und Nahrungsrisiken. Die Kosten für die Folgen der Umweltbelastung lagen in China 2010 allein bei etwa 230 Milliarden Dollar, was 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspreche.

3,2 Millionen Tote weltweit

Weltweit sind Luftverschmutzungen auf Platz sieben der Risikofaktoren. Der Studie zufolge gab es 2010 insgesamt 3,2 Millionen Todesfälle deshalb.

Die Gefahren durch Chinas schmutzige Luft sind in den vergangenen Monaten immer wieder thematisiert worden. Unter anderem lag die Hauptstadt Peking wochenlang unter einer dichten Smogwolke. Länder wie Indien haben ebenfalls mit Luftverschmutzung zu kämpfen – dort sind die Werte noch schlechter als in China. Für 2011 hat die Weltgesundheitsorganisation weltweit 1,3 Millionen Todesfälle durch Luftverschmutzung ausgemacht.

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Leserkommentare
  1. Eine Leserempfehlung
  2. Tja, der Preis des Profits.
    Ob man noch vor 200 Jahren indigene Dörfer für ein Goldvorkommen vernichtete, oder eben heute die Luft dermaßen verseucht das die Umwelt lebensunfähig wird, alles ist erlaubt solange das Geld stimmt.

    Feuerwaffen verbietet man, schließlich töten sie Menschen, Emissionswerte allerdings kann man sich einkaufen.

    Als vermeintliche Industrienation könnte man doch eine Parallele ziehen zwischen steigende Anzahl sterbender Menschen + Smog + wachsende Schwerindustrie.

    Eine Leserempfehlung
  3. ...wird sich da nicht viel ändern.
    Würden China oder Indien EU-Umweltstandards einführen wäre die Produktion wahrscheinlich so teuer wie die Herstellung in Europa. Was gut für die 19 Millionen Arbeitslosen in der EU wäre und gut für die kranken Menschen in Asien, aber nicht gut für die Wirtschaft und die steht anscheinend über allem...

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    da stimme ich Ihnen zu.
    Deshalb wäre es angebracht, wenn die EU CO2-Ausgleichszoelle für Importwaren verhängen würde. Ob sich dadurch die Umweltbedingungen in China oder Indien verbessern würden ist fraglich, ist mir auch egal, allerdings würde man dadurch Unebenheiten globaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ausgleichen können.

    Es ist doch ökologisch ein Unding, dass es billiger ist, Rohstoffe erst nach China zu schiffen, dort dann in Produkte umzuwandeln und diese dann in die ganze Welt zu exportieren und dann immer noch billiger zu verkaufen, als z.B. Made in Germany. Traurig, dass diese Praxis ökonomisch Sinn macht. Da ist die Politik gefragt. Wenn man durch ökologische Ausgleichssteuern Importe teuer genug macht, würde such Fertigung auf dem heimischen Markt wieder lohnen. Das würde Arbeitsplätze schaffen und den globalen CO2 Verbrauch senken.

    Es kann sein, dass die Produktion dann wirklich so teuer ist, wie in Europa. Das wird dann wohl dazu führen, dass die Unternehmen die Arbeit wieder nach Europa verlagern.

    Gut für uns, schlecht für Asien, denn dort werden die Arbeitsplätze wieder frei werden. Und ich persönlich möchte in einem Land wie China auf keinen Fall arbeitslos werden.

    Vermutlich werden sich die Tode dann lediglich verlagern.

    Nichtsdestotrotz sehe ich erhebliche Mängel beim Thema Umwelt- und "Menschenschutz" im Land der aufgehenden Sonne.

    • mick08
    • 02. April 2013 14:44 Uhr

    aber vielleicht kann China seine Situation nutzen, um genau nun Pionier und Vorreiter in Umwelttechnologie zu werden. Sozusagen eine Not in eine Tugend umwandeln. Das würde letztlich allen helfen.

    Es ist ja sehr erfreulich, dass das stärkste Land mit der größten Bevölkerung materiell wächst und (so denke ich) bessere materielle Bedingungen bietet.

  4. da stimme ich Ihnen zu.
    Deshalb wäre es angebracht, wenn die EU CO2-Ausgleichszoelle für Importwaren verhängen würde. Ob sich dadurch die Umweltbedingungen in China oder Indien verbessern würden ist fraglich, ist mir auch egal, allerdings würde man dadurch Unebenheiten globaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ausgleichen können.

    Es ist doch ökologisch ein Unding, dass es billiger ist, Rohstoffe erst nach China zu schiffen, dort dann in Produkte umzuwandeln und diese dann in die ganze Welt zu exportieren und dann immer noch billiger zu verkaufen, als z.B. Made in Germany. Traurig, dass diese Praxis ökonomisch Sinn macht. Da ist die Politik gefragt. Wenn man durch ökologische Ausgleichssteuern Importe teuer genug macht, würde such Fertigung auf dem heimischen Markt wieder lohnen. Das würde Arbeitsplätze schaffen und den globalen CO2 Verbrauch senken.

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    ökologisch macht das nun auch keinen Unterschied, ob China die Rohstoffe (die zu großen Teilen ja auch aus China kommen, wenngleich auch importiert wird) zu Produkten umwandelt und sie dann exportiert, oder ob Deutschland die Rohstoffe importiert und sie dann zu Produkten umwandelt. Von den Transportkosten könnte sogar Variante 1 billiger sein, zumindest aber nicht teurer.

    Mir ist dabei durchaus klar, dass dies das Umweltproblem nicht löst. Mir ist ebenso klar, dass die 100-fache Menge in Deutschland mit einer kleineren Umweltbelastung herstellbar wäre, als die einfache Menge in China letztendlich hergestellt wird. Ausnahmen mag es sicher auch geben.

    Wenn Sie aber Zölle vergeben... meinen Sie ernsthaft, dass China die so ohne weiteres hinnimmt? Diese Chance hätte man vor 10-15 Jahren ergreifen müssen, heute ist die Wirtschaft viel zu sehr ineinander verhakt,als dass ein Land, was sowohl exportiert als auch importiert, sich so einfach mit Zöllen beeindrucken ließe. Geopolitisch werden da andere Interessen verfolgt. Man möchte China in Grenzen an sich binden, möchte die Regierung durch die eigene Bevölkerung dazu zwingen, sich auch politisch zu öffnen, und man ist mitnichten an einer Konfrontation mit China interessiert. All das werden Sie nicht erreichen, wenn Sie Zölle einführen. Zudem haben heute auch viele Technologiekonzerne Filialen in China. Zölle wären eine Einladung, sich auch diese Technologien einzuverleiben - von oben herab.

  5. 1, Der Mensch ist entgegen anderslautenden Gerüchten nicht unsterblich.
    2. Es gibt keine freie Wahl der Todesart.Ausgenommen Suicid.
    3. Die statistische Reihenfolge der Todesursachen ändert nichts am Ergebnis.
    Zum Schluß sind alle tot.
    4. Von 1.300 Mio Chinesen versterben jährlich ca 20 Mio. Von diesen 20 Mio werden 1,2 Mio der starken Luftverschmutzung zugerechnet. Gerade mal ein
    zehntel Prozent der Gesamtbevölkerung.
    Daß die chinesische Regierung das Problem der Luftverschmutzung erkannt hat und rigide dagegen vorgeht wird überhaupt nicht erwähnt. Der Artikel sorgt so für die Pflege und Erhaltung der "german angst" Leider enthält er auch wieder Hinweise, daß Statistker und Bürokraten in unheiliger Allianz danach streben unser Leben nach ihrem Gusto zu steuern. Ihr Instrument heisst Panikmache.

    5 Leserempfehlungen
  6. China hat mehr als genug Geld und könnte das Umweltproblem lösen, wenn es nicht falsche Prioritäten setzen würde.
    Im Moment werden Hundert von Milliarden in eine sinnlose und aggressive Aufrüstung gesteckt. Diese Hunderte von Milliarden wären im Umweltschutz richtig gut investiert, wenn man das wirklich wollte.
    Der überdimensionierte Unterdrückungsapparat, der jegliche Kritik an der Führung auszuradieren versucht, Polizeischläger im ganzen Land, die nicht die Bevölkerung schützen, sondern Parteiinteressen, besonders in Tibet, das Heer von Internet-Spitzeln, die Arbeitslager usw. usw.

    Wenn China diese Milliarden die das alles kostet, für den Umweltschutz investieren würde, dann wäre das Problem bald gelöst und China täte sich (und dem Rest der Welt) den größten Gefallen.

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  7. Die Geschichte war von Kaiser Wilhelm bis Angela Merkel genauso. Erst zerstören und fette Gewinne ins Land bringen, wenngleich zumeist nur für Wenige.
    Mit ein bißchen Glück lassen die Chinesen wenigstens den Teil mit -Krieg gegen alle anfangen bei der nächsten Krise- weg.
    Aber nur mit viel Glück.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte China | Bevölkerung | Weltgesundheitsorganisation | Bruttoinlandsprodukt | Dollar | Hauptstadt
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