Pinguine in der Antarktis © Pauline Askin/Reuters

An Land wirken Pinguine unbeholfen: Ihre Beine scheinen zum Laufen zu kurz geraten, ihre stummeligen Flügel können den Körper nicht in die Luft heben. Während sie übers Eis watscheln, schwanken die Vögel hin und her. Um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, strecken sie ihre gefiederten Gliedmaßen seitlich vom Körper weg. Ihr Element ist das Wasser, nicht die Luft. Im Laufe der Evolution hat sich die Anatomie der Seevögel perfekt daran angepasst. Ihr stromlinienförmiger Körper erlaubt es Pinguinen, mühelos durchs Wasser zu gleiten. Ihre Flügel setzen sie dabei als Flossen ein.

Die imposanten Tauchkünste hatten ihren Preis. Die Vögel verloren wohl ihre Flugkünste. Je besser sich die Flügel der Pinguine ans Wasser anpassten, desto mehr Energie verbrauchten die Tiere beim Fliegen, schreiben der kanadische Forscher Kyle Elliot von der University of Manitoba in Kanada und seine Mitarbeiter im Magazin PNAS. Der erhöhte Energieverbrauch erkläre, warum Pinguine das Fliegen vor mehr als 50 Millionen Jahren ganz einstellten.

Um das zu belegen, mussten sich die Forscher andere Vögel als Pinguine suchen. Denn die können ja nicht mehr fliegen. Also wählten die Forscher für ihre Untersuchungen zwei Arten, die gut tauchen, aber auch noch fliegen können: Dickschnabellummen und die zu den Kormoranen gehörenden Meerscharben.

Gute Taucher, schlechte Flieger

Beide Vogelarten verbrauchen beim Fliegen sehr viel Energie – genau genommen mehr als jedes andere bislang untersuchte Wirbeltier. Besonders schwer haben es die Dickschnabellumen: Ihr Energieaufwand in der Luft ist sogar um ein Drittel höher als biomechanische Berechnungen es anhand ihres Körperbaus erahnen lassen. Dies deute auf eine geringe Muskel- oder mechanische Effizienz hin, schreiben die Forscher. Die Flügel trügen beim Fliegen die höchste je bei einem flugfähigen Vogel gemessene Flächenbelastung.

Beim Tauchen hingegen schnitten die Dickschnabellumen besser ab. Ihr Energieverbrauch war mit ihren "Flügelflossen" deutlich geringer als bei den mit ihren Füßchen rudernden Meerscharben – wenngleich sie deutlich über denen von Pinguinen lagen. 

Dass Pinguine nicht fliegen, weil der Energieaufwand zu hoch wäre, ist nicht neu, sondern eine gängige Theorie. Die Ergebnisse der Forscher belegen jedoch, dass die Optimierung der Flügelform für Tauchbewegungen für den erhöhten Energieaufwand verantwortlich war.