KlimawandelDas ewige Eis wird schmelzen

Die Erde reagiert auf CO2-Veränderungen sensibler als angenommen. Forscher sagen voraus, dass die Arktis bald eisfrei sein könnte. So wie vor einigen Millionen Jahren.

Forscher unternehmen Messungen am Elgygytgyn-See.

Forscher unternehmen Messungen am Elgygytgyn-See.  |  © NASA’s Earth Observatory

Forscher der US-Universität von Massachusetts haben vorausgesagt, dass die Arktis in Zukunft wieder eisfrei sein wird. Bereits vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren habe es in der Arktis sehr warme Temperaturen gegeben. In dieser Epoche habe die Atmosphäre nicht viel mehr Kohlendioxid (CO2) enthalten als heute. Demnach könnte die Arktis auch in Zukunft wieder eisfrei sein.      

"Das System Erde reagiert auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker als in früheren Klima-Modellen vorhergesagt", schrieb das Forscherteam unter Leitung von Julie Brigham-Grette. "Dies könnte uns Hinweise auf die Entwicklung in der nahen Zukunft geben."

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Die in der US-Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie beruht auf der Analyse eines Bohrkerns aus dem eisbedeckten Elgygytgyn-See, der 100 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt und durch einen Meteoriteneinschlag vor 3,6 Millionen Jahren entstand.

Bei der Untersuchung der Sedimente stießen die Forscher auf Belege, dass es früher ausgedehnte Warmzeiten mit viel Niederschlag in der Arktis gegeben habe – bei Sommertemperaturen um 15 bis 16 Grad Celsius. Das sind acht Grad mehr als heute.

Klimaübereinstimmung von Arktis und Antarktis

Diese außergewöhnlichen Warmzeiten nördlich des Polarkreises fielen den Forschern zufolge zeitlich mit einer 1,2 Millionen Jahre währenden Phase zusammen, in der das westantarktische Eisschild nicht existierte. Beide Erdpole könnten somit so etwas wie eine gemeinsame Geschichte haben.

Das Forscherteam hatte bereits im Juli 2012 eine erste Studie über die Auswertung von Klimadaten veröffentlicht, die bei Bohrungen in dem russischen See gewonnen worden waren. 

Die damals gewonnenen Daten betrafen die Zeit von vor 2,8 Millionen Jahren bis zur Gegenwart. Die Forscher hatten  bereits im vergangenen Jahr von auffälligen Übereinstimmungen der Warmzeiten in der Arktis mit großen Abschmelzereignissen in der Antarktis berichtet.

In der Antarktis ist es kälter als in der Arktis. Die Eisausdehnung in der Antarktis unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen.


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Leserkommentare
  1. den Geist holt keiner mehr in die Flasche zurück.

    Und überhaupt vielleicht ist es sowieso ganz anders warten wir auch das nächste Paper

    MFG

    2 Leserempfehlungen
  2. Meiner Ansicht nach fehlt die Information, dass eine eisfreie Arktis Sonnenstrahlen nicht mehr reflektiert und somit durch eine eisfreie Arktis der Treibhauseffekt noch stärker angetrieben wird, als bislang.

    Auch wäre ganz nett, zu erwähnen, dass die eisfreie Arktis vor 2 Millionen Jahren nicht viel mit dem Abschmelzen der Arktis heute zu tun hat (das behaupten die Forscher meines Wissens auch nicht). Sonst wird sich hier sicherlich die hälfte der Leser denken: "Also ein Zyklus. Da müssen wir nix machen."

    12 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber Leser,

    zu dem von Ihnen angesprochenen Effekt empfehle ich diesen Artikel hier: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-02/klimawandel-kaelte

    Viele Grüße.

    Mit Klimahysterie die Welt retten?

  3. Mit dem Klimawandel werden Sie bald kaum noch Geschäfte machen können.
    Kommentare und Klicks werden künftig weniger.
    Ein Tipp für die ZEIT und Politiker: Irrtum eingestehen und Ihr habt die Hütte wieder voll.

    9 Leserempfehlungen
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    bei der wissenschaftlichen Untersuchung eines hochkomplexen bzw. chaotischen Systems ist es doch klar, daß Ansichten und Theorien einer ständigen Überprüfung, Anpassung und hin und wieder auch Verwerfung unterliegen.

    Da bei jedem Fitzelchen neuer Empirie gleich aufzuschreien, daß nun entweder die Welt unterginge oder auf der anderen Seite gleich die gesamte wissenschaftliche Erforschung als Hoax zu diffamieren, ist grundsätzlich übertrieben und in keiner Weise zielführend.

    Ich würde mir einfach wünschen, daß man den entsprechenden Wissenschaftlern einfach mal ein wenig Zeit, Geld und Ruhe überlassen würde, ohne daß die eine oder andere politische Seite da reinfunkt.

    "...Das Klimasystem auf der Erde ist sehr komplex. Noch immer sind viele Zusammenhänge, Faktoren und Rückkopplungen, die das Klima beeinflussen, nicht bekannt oder hinreichend erforscht. Daher ist eine Kombination der oben genannten Faktoren für die Stagnation des weltweiten Temperaturanstiegs denkbar. Aber auch ein noch gänzlich unbekanntes Phänomen, von dem die Klimawissenschaft bislang noch nichts weiß, ist möglich. Selbst eine natürliche Variation des Klimas kann nicht ausgeschlossen werden."
    http://www.wetteronline.de/?gid=DL&day=21&month=02&year=2013&pcid=pc_wot...

  4. Redaktion

    Lieber Leser,

    zu dem von Ihnen angesprochenen Effekt empfehle ich diesen Artikel hier: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-02/klimawandel-kaelte

    Viele Grüße.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Informationen"
    • bvdl
    • 09. Mai 2013 20:45 Uhr

    ...die Frage ist wirklich, wann diese Meldungen mal so langweilig sind, dass sie weggelassen werden. Es nervt inzwischen den immer gleichen, immer schriller werdenden Quatsch zu hoeren.

    7 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber Leser,

    immerhin ist das hier ja keine reine Simulation gewesen, sondern im Wesentlichen eine Auswertung der Daten aus einem Eisbohrkern. Messungen also. Auch daher war es uns eine Meldung wert. Mehr ja auch nicht - es ist eine Nachricht über eine Studie aus Science, kein riesiger Artikel.

    In der Wissensredaktion von ZEIT ONLINE finden wir es wichtig, die verschiedenen Aspekte und Ansätze der Klimaforschung darzulegen - und zwar gerade dann, wenn die Ergebnisse widersprüchlich sind.

    Immer wieder erklären wir dazu auch, wie solche Ergebnisse, Daten, Annahmen entstehen, warum keine einzelne Studie eine "Wahrheit" darstellen kann, warum Forschung ein Prozess ist und kein Ende hat, an dem man sagen kann, jetzt ist etwas "richtig" oder "falsch".

    Außerdem muss sich die Öffentlichkeit ein Bild davon machen können, wie politische Entscheidungen entstehen und auf welcher Basis. Im Falle von Klimapolitik ist das diese Art von Forschung - inklusive ihrer Schwachstellen übrigens.

    Mag sein, dass Sie das langweilt, aber auf politischer Ebene ist der Klimawandel weiter ein großes Thema, es wird weltweit sehr viel Geld dafür oder dagegen ausgegeben. Die Berichterstattung dazu finde ich deshalb wichtig. Viele Grüße.

    >> Es nervt inzwischen den immer gleichen, immer schriller werdenden Quatsch zu hoeren. <<

    Das finden vielleicht Sie.
    Ich finde nur die Leugner schrill und quatschig.

  5. Redaktion

    Lieber Leser,

    immerhin ist das hier ja keine reine Simulation gewesen, sondern im Wesentlichen eine Auswertung der Daten aus einem Eisbohrkern. Messungen also. Auch daher war es uns eine Meldung wert. Mehr ja auch nicht - es ist eine Nachricht über eine Studie aus Science, kein riesiger Artikel.

    In der Wissensredaktion von ZEIT ONLINE finden wir es wichtig, die verschiedenen Aspekte und Ansätze der Klimaforschung darzulegen - und zwar gerade dann, wenn die Ergebnisse widersprüchlich sind.

    Immer wieder erklären wir dazu auch, wie solche Ergebnisse, Daten, Annahmen entstehen, warum keine einzelne Studie eine "Wahrheit" darstellen kann, warum Forschung ein Prozess ist und kein Ende hat, an dem man sagen kann, jetzt ist etwas "richtig" oder "falsch".

    Außerdem muss sich die Öffentlichkeit ein Bild davon machen können, wie politische Entscheidungen entstehen und auf welcher Basis. Im Falle von Klimapolitik ist das diese Art von Forschung - inklusive ihrer Schwachstellen übrigens.

    Mag sein, dass Sie das langweilt, aber auf politischer Ebene ist der Klimawandel weiter ein großes Thema, es wird weltweit sehr viel Geld dafür oder dagegen ausgegeben. Die Berichterstattung dazu finde ich deshalb wichtig. Viele Grüße.

    16 Leserempfehlungen
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    aber Spiegel-Online schreibt:

    " Meeresspiegelanstieg: Grönland-Eis schmilzt langsamer als erwartet"

    Meldung von heute.

    • Kiira
    • 09. Mai 2013 22:43 Uhr

    der ZEIT? Das gibt Anlass zur Hoffnung!!

    Es geht der Wissensredaktion wirklich um Wahrheit, kritische Auseinandersetzung, Darlegung verschiedener Aspekte der Klimaforschung etc?

    Warum merkt man von dieser wünschenswerten Grundhaltung bisher nichts in den Artikeln? Stattdessen veröffentlichen fachfremde Autoren auf ZEIT Online jeden zweiten Tag die - gefühlt - reinste Klimawahn-Propaganda.

    Zumindest ist das mein Eindruck:

    Alles was ins Eisbär-Polschmelze-Wetterchaos-CO2-Schema passt wird affirmativ berichtet. Kritische Gegenstimmen von Wissenschaftlern werden bestenfalls abgetan, meistens aber totgeschwiegen.

    Wann gab es zuletzt einen klimawahnkritischen Artikel in der ZEIT? Ich habe - außer einer Martenstein-Kolumne - noch nie einen gelesen. Noch nie!

    (Und sagen Sie jetzt bitte nicht, es gäbe keinen Klimawahn in Deutschland! Den gibt es, egal wie man dazu steht, ob CO2 das Klima steuert.)

    "im Wesentlichen eine Auswertung der Daten aus einem Eisbohrkern"

    Wie Sie im Artikel richtig schreiben haben die Forscher Sedimente ausgewertet. Es handelt sich als um einen Sedimentbohrkern, keinen Eisbohrkern. Wie sollte der auch Informationen beinhalten aus einer Zeit in der die Arktis (weiter noerdlich!) eisfrei war?

    >>> aber auf politischer Ebene ist der Klimawandel weiter ein großes Thema, es wird weltweit sehr viel Geld dafür oder dagegen ausgegeben. Die Berichterstattung dazu finde ich deshalb wichtig.

    1. Dass auf politischer Ebene der Klimawandel ein grosses Thema wäre, begründen sie womit? Mit der Aussage Merkels zum Thema von gestern? Mit Erfolgen des ETS in 2013? Mit aktuellen Gesetzesvorlagen?

    2. Berichterstattung:
    aus einem Science-Artikel machen Sie:
    " Das ewige Eis wird schmelzen
    Die Erde reagiert auf CO2-Veränderungen sensibler als angenommen. Forscher sagen voraus, dass die Arktis bald eisfrei sein könnte. So wie vor einigen Millionen Jahren."
    Wenn das der wesentliche Inhalt des Science-Artikel gewesen wäre, wäre er ganz sicher nicht in Science erschienen...

  6. 7. […]

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Danke, die Redaktion/jp

  7. und nicht aufgrund der verstärkten Sonnenaktivität, die jetzt ja selbst von den glühensten Verfechtern der anthropogenen Klimawandeltheorie allmählich eingestanden wird?
    Auch Stichwort Sonnenflecken.

    Man scheint die CO2-Daten von der eisfreien Zeit zu haben, aber wie sieht es mit der Sonnenaktivität jener Zeit aus? War die damals stärker, gleich oder geringer, als aktuell?
    Scheint mir alles ein wenig zu konstruiert und zu wenig wissenschaftlich in der Argumentation.
    Wissenschaft heißt schließlich auch, dass man alle Einflussfaktoren berücksichtigt und gegeneinander abwägt, ehe man zur Konklusion kommt.
    Und Journalismus heißt dann auch, dass man diese Resultatsfindung anschaulich darlegt.
    Entweder die Forscher oder der Artikelschreiber hat offenkundig versagt.

    2 Leserempfehlungen
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    • Satire
    • 09. Mai 2013 21:30 Uhr

    und nicht mit der Sonnenaktivität. Die Korrelation zwischen Eisbedeckung und Sonnenaktivität wird für den historischen Wechsel zwischen Eiszeiten und Zwischeneiszeiten (Warmzeiten) beobachtet. Beim aktuellen Klimawandel dominiert klar CO2 als treibende Kraft.

    Es gibt also keinen Anhaltspunkt, dass Ihre Behauptung "die Forscher oder Arktikelschreiber hat offensichtlich versagt", belegt werden könnte. Die wesentlichen Einflussgrößen wurden berücksichtigt.

    >>Wissenschaft heißt schließlich auch, dass man alle Einflussfaktoren berücksichtigt und gegeneinander abwägt, ehe man zur Konklusion kommt.
    [...]
    Entweder die Forscher oder der Artikelschreiber hat offenkundig versagt.<<

    Ich fürchte, hier versagt eher ihr Verständnis von Wissenschaft.

    Man kann gar nicht alle Einflußfaktoren berücksichtigen und gegeneinander abwägen, bevor man dann die Schlußfolgerungen verkündet.
    Wenn Wissenschaft so wäre, würden wir heute noch mit Ochsenkarren durch die Gegend eiern - falls man schon alle Konsequenzen der Erfindung des Rades überdacht hätte, natürlich.

    Beim irdischen Klima spielen so viele Faktoren zusammen, daß es einfach sehr wahrscheinlich ist, einen Faktor A und einen Faktor B zu haben, die sich vielleicht gegenseitig beeinflußen. Aber sie sind über Faktor C miteinander verbunden und den haben wir noch gar nicht entdeckt.
    Also wird jede Arbeitshypothese, jede Simulation und jedes Modell Faktor A und B möglicherweise berücksichtigen, aber nicht den gesamten Regelkreislauf.

    Deswegen liefert Wissenschaft keine endgültigen Wahrheiten, auch wenn wir Menschen das gerne mal so hätten.
    Es gibt Theorien, die so alt und so bewiesen sind, daß man sie annähernd als solche betrachten kann, Gravitation wäre hier ein Beispiel.
    Aber auch der alte Newton hatte keine Ahnung von Einstein, konnte er gar nicht. Und Albert hat Newton auch nicht widerlegt, er hat ihn erweitert. Wissenschaft ist ein ständiger Prozess.

    >>Aha, woher die Vermutung, dass das Eis wegen dem CO² schmilzt
    und nicht aufgrund der verstärkten Sonnenaktivität, die jetzt ja selbst von den glühensten Verfechtern der anthropogenen Klimawandeltheorie allmählich eingestanden wird?<<

    ...die Sonne ist kalt, um dieses unsägliche Buch mal titelmäßig zu zitieren.

    Welche gesteigerte Sonnenaktivität?
    Falls Sie dazu ein paar aussagekräftige Links anbieten könnten, wäre ich sehr dankbar.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, jt
  • Schlagworte Atmosphäre | CO2 | Epoche | Kohlendioxid | Polarkreis | See
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