Grüne GentechnikMonsanto stellt Genforschung in Europa ein

Keine neuen Anträge mehr, keine weiteren Feldversuche: Der US-Agrarkonzern Monsanto gibt die Lobbyarbeit für gentechnisch veränderte Pflanzen in Europa auf.

Eine Monsanto-Mitarbeiterin in einem Forschungslabor des Konzerns in Missouri

Eine Monsanto-Mitarbeiterin in einem Forschungslabor des Konzerns in Missouri  |  © Peter Newcomb/Reuters

Der weltweit größte Saatguthersteller Monsanto will nicht länger für Grüne Gentechnik in Europa werben. "Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa", sagte der Sprecher von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, der tageszeitung. "Wir haben verstanden, dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat", fügte die Sprecherin von Monsanto Deutschland, Ursula Lüttmer-Ouazane, hinzu.

Mitchener zufolge plant der US-Konzern keine Anträge mehr für die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen. Zudem will Monsanto demnach auf neue Feldversuche mit Saatgut von Genpflanzen verzichten.

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Für Mitcheners Kollegin Lüttmer-Ouazane ist es "kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen".  Man sei in Europa "über die Jahre nicht weitergekommen". Mitchener zufolge war die Nachfrage der Bauern zu gering.

Wie weit ist die Grüne Gentechnik verbreitet? Klicken Sie auf das Bild, um eine Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.

Wie weit ist die Grüne Gentechnik verbreitet? Klicken Sie auf das Bild, um eine Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.  |  © Nora Coenenberg

In der Europäischen Union sind der Genmais MON810 von Monsanto und die Kartoffel Amflora des deutschen Unternehmens BASF für den Anbau zugelassen. In Deutschland ist der Anbau von MON810 seit 2009 durch einen Erlass der Bundesregierung aber untersagt.  

Der Widerstand gegen den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen ist groß. Deshalb hatten bereits Monsantos Konkurrenten BASF, Bayer CropScience und Syngenta angekündigt, diesen Geschäftsbereich in Europa einzuschränken.  


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Leserkommentare
  1. ...traue ich dem Frieden (Rückzug) nicht?
    Monsanto und Co. werden, davon bin ich felsenfest überzeugt, weiter im Hinter(Unter-)grund bohren und lobbiieren und kleine schwarze Koffer verteilen...

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    Wie die zurückkommen, steht wohl schon in #2

  2. .
    Eine ordentliche Produkthaftpflicht noch, und unbegrenzte Schadensersatzpflicht bei unbeabsichtigter Mischung in Produktionsprozessen oder nach unbeabsichtigter Ausbringung durch Verlustmengen des Zeugs aus anderen EU Staaten oder gar Übersee, und schon wird ein weiterer Meilenstein in Richtung genfrei geschafft sein.

    Es geht also doch!

    6 Leserempfehlungen
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    Nahrung wird nie genfrei sein :P

  3. "Wir haben verstanden, dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat"

    Dem hinzuzufügen wäre, dass "We've understood ..." im Amerikanischen eher eine recht inflationäre inhaltsleere Floskel ist und mitnichten mit "Wir haben verstanden... " sinnvoll übersetzt ist.

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  4. Wie die zurückkommen, steht wohl schon in #2

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    Antwort auf "Wieso nur..."
  5. >>Nun gilt es zu verhindern, dass Agrarkonzerne wie Monsanto per Freihandelsabkommen durch dieselbe Drehtür wieder nach Europa zurückkommen, durch die sie jetzt verschwinden.<<

    Passiert bestimmt, ACTA kommt ja auch unter anderen Namen wieder auf den Tisch.. Aber da müssen wir eben weiter die Augen offenhalten.
    Ansonsten ist das ja endlich mal eine gute Nachricht.
    Immerhin mal eine Schlacht gewonnen.

    Weniger gut ist die Einordnung eines Konzerns wie Monsanto unter einem Schlagwort 'Grüne Gentechnik' durch die Redaktion. Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat bei Monsanto mit einer grünen Gentechnik zu tun. Und 'Genforschung' ist auch Unsinn, bei Monsanto arbeiten mehr Patentanwälte als Genforscher.

    7 Leserempfehlungen
  6. die derzeitig auf der e-petitions-Seite des Bundestages laufende Petition zum Thema Saatgut:
    https://epetitionen.bunde...
    , die wie beim Thema Monsanto und Abhängigkeit, die Neuregelung der Saatgutverordnung auf europäischer Ebene thematisiert:
    "Aufgrund der durch die EU-Kommission angestrebten Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes in Form einer Verordnung (Vorbereitendes EU-Papier im Original, Englisch) nur mehr amtlich zugelassenes Saatgut als Handelsware und für den Anbau zulässig ist, gilt es für den Erhalt der natürlichen und kulturellen Vielfalt, ebenso wie der genetischen und über Jahrhunderte angepassten Sorten ein klares Signal zu setzen. Gerade alte, traditionelle Sorten die frei von kommerziellen und rechltlichen Ansprüchen vom Marktteilnehmer sind, stellen ein hohen Wert für die Menschheit dar." - Auszug des Textes vom Petitionssteller

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, kg
  • Schlagworte BASF | Grüne Gentechnik | Monsanto | Genforschung
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