MittelalterDeutschlands Jahrtausendflut

Die Magdalenenflut verwüstete 1342 weite Teile Deutschlands und bereitete der Pest den Weg. Ihre Folgen sind bis heute in der Landschaft sichtbar. von Daniel Lingenhöhl

"Am Maria Magdalenatag und am folgenden Tag fiel ein außerordentlicher Wolkenbruch, welcher den Mainstrom so sehr anschwellte, daß der selbe allenthalben weit aus seinem Bette trat, Äcker und Weingärten zerstörte und viele Häuser samt Bewohner fortriß. Auch die Brücke in Würzburg sowie die Brücken anderer Mainstädte wurden durch die Wuth des Gewässers zertrümmert. In der Stadt Würzburg trat der Strom bis an die erste steinerne Säule an den Domgreden." (Chronik der Stadt Würzburg)

Als die Katastrophe losbricht, haben die Menschen im Jahr 1342 schon einiges hinter sich: Einen eisigen Winter mit viel Schnee und dann plötzlich Tauwetter. In Prag hat die Moldau die Judithbrücke – den Vorläufer der heutigen Karlsbrücke – schon fortgerissen, als der Frost wieder einsetzt. Im April schneit es in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.

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Es bleibt den ganzen Frühling nass und kalt. Eine kurze Hitzewelle Anfang Juli bringt nur vorübergehend Erleichterung. Und dann hört es nicht mehr auf zu regnen.

Dauerregen im Sommer 1342

Es beginnt am 19. Juli in Franken. Der Regen breitet sich nach Nordwesten aus. Am 22. Juli hat er die untere Weser erreicht, am 25. Juli die Nordseeküste. Tagelang prasselt das Nass vom Himmel: Main, Rhein, Donau, Weser und Elbe schwellen an.

Das Magdalenenhochwasser geht in diesen Tagen in die Geschichte ein, benannt nach dem Tag der Heiligen Maria Magdalena. Die tiefen Spuren der Mittelalter-Flut sind bis heute in der Natur sichtbar. 

Erschienen auf spektrum.de

Erschienen auf spektrum.de  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

"In diesem Sommer war eine so große Überschwemmung der Gewässer durch den ganzen Erdkreis unserer Zone, die nicht durch Regengüsse entstand, sondern es schien, als ob das Wasser von überall her hervorsprudelte, sogar aus den Gipfeln der Berge […], und über die Mauern der Stadt Köln fuhr man mit Kähnen […], Donau, Rhein und Main trugen Türme, sehr feste Stadtmauern, Brücken, Häuser und die Bollwerke der Städte davon, und die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben […], ereignete es sich in Würzburg, daß dort der Main mit Gewalt die Brücke zertrümmerte und viele Menschen zwang, ihre Behausungen zu verlassen." (Curt Weikinn)

"Die Wassermassen waren enorm: Sie entsprachen dem 50- bis 100-Fachen des Hochwassers an der Oder 1997 oder der Elbe 2002 und 2013", sagt Ökosystemforscher Hans-Rudolf Bork von der Universität Kiel, der sich intensiv mit dem Jahr 1342 befasst hat.

In Nürnberg reichten die Fluten der Pegnitz bis zum Rathaus, in Frankfurt bis zur Bartholomäuskirche, in Limburg an der Lahn konnte man mit Booten die Stadt durchqueren, in Würzburg überschritt der Main die Zehn-Meter-Marke, in Kassel standen Alt- und Neustadt unter Wasser – Pegelstände, die seitdem nicht mehr erreicht wurden.

Dabei konnte sich das Wasser ungestört in der Landschaft ausbreiten. Noch waren die Flüsse unverbaut. "In den überschwemmten Auen Mitteleuropas wurden zahlreiche Gebäude fortgerissen. Menschen flohen auf höher gelegene Standorte und bauten dort Nothütten. Teile der Auen waren unbewohnbar geworden und wurden teilweise als Siedlungsorte aufgegeben", sagt Bork.

Die Wetterlage ist mit heute vergleichbar

Schuld war eine für Hochwasser typische Wetterkonstellation, die Meteorologen Vb-Strömung nennen. "Es war die gleiche Wetterlage wie 1997, 2002 oder 2013 – ein ergiebiges Paket feuchter Luft, das von der Biskaya her über den Golf von Genua über die Alpen zieht",  erklärt der Freiburger Geograf Rüdiger Glaser. Ausregnen könne sich so etwas durchaus ein paar Hundert Kilometer weiter. 1342 hatte die Vb-Wetterlage ihr Zentrum über dem Maingebiet.

Von Südosten wanderte dieses Tief nach Nordwesten. "Es gibt zirka 100 Schriftquellen, die verstreut über Deutschland beschreiben, was 1342 passierte. Viele davon erfassen tagesgenau die Ereignisse", sagt Bork.

"Die […] Kirchen waren mit Wasser bedeckt […]. St. Leonhard war angefüllt mit Wasser bis zur Spitze oder gewölbtem Dach […], die der Caemeliter und Betreuenden hatte 7 Fuss, die Kirche des St. Bartholomäus 3 Fuss Wasserhöhe." (Latomus Acta).

Leserkommentare
  1. sollte das Ereignis heute wieder auftreten?

    Wie sicher sind Industrieanlage und (Kern) Kraftwerke?

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    "Wie kontaminiert wäre die BRD
    sollte das Ereignis heute wieder auftreten?

    Wie sicher sind Industrieanlage und (Kern) Kraftwerke?"

    Wenn man mal Lust auf einen gepflegten Horror hat, kann man diese Frage in allen Einzelheiten durchdenken. Da wir die Chance auf Extremwetterereignisse massiv erhöhen, gleichzeitig aber alles so bauen, dass nichts dazwischen kommen darf, gehen wir generell ein hohes Risiko ein. Es muss ja keine Flut sein. Es könnte im Winter auch mal 2 Wochen durchschneien, dann geht hier gar nichts mehr. Oder was ganz Blödes wie eine Pandemie, so dass 80% der Leute plötzlich fiebernd im Bett rumsiechen. Wir haben hier so viel Zeugs rumstehen das hochgehen, abbrennen und auslaufen kann- ich vergleiche unsere Industriegesellschaften mit Autos bei 280 auf der Autobahn. Das geht genau so lange gut bis irgendwas passiert womit keiner gerechnet hat.

  2. hat Herr Augstein die diesjährige Jahrhundertflut kommentiert.
    Wir, das sind die "Klimawandelleugner" (bei diesem Wort verdreht sich mir der Magen genauso wie beim unsäglichen "Gutmensch"). Vermutlich waren auch an der Magdalenenflut "Klimawandelleugner" schuld.

    Mich wundert immer die Hybris des Menschen, der glaubt, alles sei machbar. Im 15.-19. Jahrhundert glaubte man an einen uneingeschränkten technischen Fortschritt, heute glaubt man, der Mensch sei an jedem Unglück selber schuld, er alleine sei der Hauptverantwortliche für den Klimawandel und die extremen Wetterlagen.

    Dabei zeigt uns die Natur immer wieder unsere Grenzen auf - ein Blick in die Geschichte ist oft lehrreich. Wichtig ist immer eine saubere differenzierte Analyse - welche Faktoren sind natürlichen Ursprungs, wo hat der Mensch die Entwicklung verschlimmert oder verbessert.

    In diesem Sinne ein guter Artikel. Ich wünschte mir mehr ausführliche und gut recherchierte Artikel über extreme Wetterlagen und über wiederholt stattgefunden Klimawandelt der letzten 20.000 Jahre und besondere der letzten 1000 Jahre. Zur Zeit wird die Debatte leider meist ideologisch und z.T. demagogisch geführt. Beispiele sind z.B. Augstein einerseits und diverse Verschwörungstheoretiker andererseits.

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    Klimaveränderungen sollte man nicht in Frage stellen, die hat's ja auch immer schon gegeben. Auch Extreme aller Art.
    Aber dass man nun jeden Starkregen, jeden Schneefall oder jede längere Trockenperiode mit dem CO2-Ausstoß der Menschen in Verbindung bringt, ist ideologisch verbrämter Öko-Lobbyismus, der einer genaueren Analyse nicht standhält.

    Eine der Ursachen dieses Hochwassers könnte die erhöhte Wasseraufnahme der Atmosphäre gewesen sein, die durch die "mittelalterliche Warmzeit" ermöglicht wurde, die von etwa 1000 bis 1300 oder 1400 ging.

    Zur Diskussion über diese Warmzeit heißt es bei Wikipedia: "Der für seine klimaskeptischen Positionen bekannte Historiker Wolfgang Behringer sieht die in Europa beobachteten Auswirkungen der mittelalterlichen Warmzeit als Beleg dafür, dass eine globale Erwärmung positiv für die Menschheit sei. Er argumentiert, dass es der Menschheit in kälteren Phasen schlechter und in wärmeren Phasen besser ging."

    Durch die Jahrtausendflut zum Ende dieser Warmzeit liest wird diese Aussage jedoch sehr stark relativiert: Pest und unwiederbringliche Bodenerosion dürfen wohl kaum so "positiv für die Menschheit" sein.

    Und wenn man weiß, dass wir das Temperaturmaximum dieser Warmzeit bereits überschritten haben, und wenn klar wird, dass es in unserm Fall nicht die Sonne oder die geringe Vulkanaktivität ist, sondern das CO2, dann dürfen wir uns auf einiges gefasst machen.

    "S' ist Flut! s' ist Flut! O Gottes Engel wehre,
    Und rede Du darein!
    s' ist leider Flut — und ich begehre
    Nicht schuld daran zu sein!"

    können wir dann frei nach Matthias Claudius' KRIEGSLIED von 1779 sagen

    • dacapo
    • 18. Juni 2013 6:05 Uhr

    Bei einem wie Sie dreht sich der Magen (??), wenn Sie Äußerungen nach Ihrer Darstellung hören oder lesen. Aber dabei vergessen Sie, dass sich die Mägen anderer Menschen dreht, wenn dann möglichst abfällig von diesen "Gutmenschen" geredet wird, gebetsmühlenartig und regelmäßig. Also, alles ist es austauschbar. Runter vom Thron. Vieles ist die "unberechenbare Natur", vieles ist handgemacht, und das augenscheinlich genug. Das wird dann in Manier übersehen. Die Flüsse sind in vielen Städten und anderen Gebieten "eingemauert", die Auen, die für Ausbreitung der Wassermassen bei Überschwemmungen notwendig sind, existieren nicht mehr. Flächen sind über alle Maßen zu betoniert, wo früher das Wasser schneller versickern konnte. Kopfsteinpflaster konnte Wasser aufnehmen, eignet sich aber nicht für unsere Autos. Wo früher Kies reichte, wird betoniert. Die Aufzählung würde hier kein Ende nehmen. Also, runter vom hohen Ross. Wenn man Leute nicht mag, kann man gerade heraus sagen, aber nicht scheinheilig argumentieren, wie mit Begriffen wie Gutmenschen, abgenuddelt aber unverzichtbar - offensichtlich.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    Verständlich, dass Sie den Klimawandel und die (mindestens teilweise) Mit"schuld" des Menschen leugnen oder nicht wahrhaben wollen. Klar kann man mit Einzelereignissen der Vergangenheit immer sagen "das hat es früher auch gegeben". Aber das ist, als würde ein Kettenraucher mit Lungenkrebs sagen "seht her, es gibt auch Nichtraucher, die Lungenkrebs haben". Stimmt, aber es gibt eben eine signifikante Häufung. Und tatsächlich kann man nicht entscheiden, wie groß die Wahrscheinlchkeit ist im Einzelfall.

    Es ist eine typische Eigenschaft, oder eher Unfähigkeit, des Menschen, stochastische Gesetze im Alltag zu verstehen. Die Sechs, die beim Würfeln jetzt aber unbedingt kommen muss, weil man ja so lange keine hatte, etc.

    Und es ist ebenso verständlich, dass man solche Dinge nicht wahrhaben will, weil es eben unangenehm ist. Jeder wird da natürlich erstmal nach Auswegen suchen, wie es vielleicht doch alles normal sein könnte, und nicht auf unserem Mist gewachsen ist. Und letzten Endes kann man als Einzelner ja nichts bewirken, nur viele Einzelne können das. Und da sind wir bei einer weiteren Unfähigkeit des Menschen. Er kann nicht, oder nur selten, solidarisch handeln. Dass gewissen Handlungsweisen eben einfach "schlecht" sind und man sie deswegen unterlässt, wäre eine mögliche Rettung aus dem Dilemma. Aber das ist nicht mehr so opportun heutzutage. Da heißt es immer gleich "mein Handeln ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, was soll's also?".

    Was soll's also?

    • genug
    • 18. Juni 2013 13:45 Uhr

    ..sind wir als Menschheit am steigenden CO2-Ausstoss, der als Treibhausgas die Klimaerwärmung, damit die Feuchtigkeitsaufnahme der Luft und damit Starkregen fördert. Wer das nicht wahrhaben will (weil er z.B. ein dickes Auto fährt, mal eben zum Shoppen nach New York jetten will o.Ä.) soll mir mal erklären, warum der CO2-Gehalt während der letzten 800´000 Jahre korrelierend zu Warm- und Kaltzeiten zwischen 180 und 280 ppm pendelte und heute (2012) seltsamerweise auf 392 ppm angestiegen ist?

    Das Problem ist, wir können die Zeit nicht zurück drehen; und aufgrund der Verzögerung von ca. 25 Jahren, mit welcher das globale Wetter auf die Erderwärmung reagiert, können wir jetzt feststellen, dass wir vor 25 Jahren zu viel CO2 ausgestoßen haben, das erzeugt ein Gefühl der Ohnmacht im Nachhinein, vielleicht ein Gefühl, sich am Paradies versündigt zu haben, als Menschheit, nicht als Einzelner.

    Als Einzelner kann man nur versuchen, umweltverträglicher zu leben und unseren Kindern und Enkelkindern Apokalypsen zu ersparen.

    • Kauri
    • 18. Juni 2013 13:48 Uhr

    Ich stimme ihrem Beitrag voll und ganz zu!
    Man traut sich kaum noch gegen diese neue Religion, die schon in der KITA verbreitet wird anzugehen.
    Das erste, was ich bei der Lektüre des sehr interessanten Artikels gedacht habe, war, dass den Menschen damals zwar vor dem Fegefeuer aber nicht vor dem zu großen CO2-Ausstoß Angst gemacht wurde.
    Dann kam Gott sei Dank Ihr Beitrag gleich am Anfang der Kommentierung!

  3. Klimaveränderungen sollte man nicht in Frage stellen, die hat's ja auch immer schon gegeben. Auch Extreme aller Art.
    Aber dass man nun jeden Starkregen, jeden Schneefall oder jede längere Trockenperiode mit dem CO2-Ausstoß der Menschen in Verbindung bringt, ist ideologisch verbrämter Öko-Lobbyismus, der einer genaueren Analyse nicht standhält.

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    Antwort auf "Wir sind schuldig"
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    Es ist überhaupt kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus wenn man eindeutig eine Zunahme der Hochwasser in den letzten 20 Jahren verzeichnet, wie auf Seite 3 des Artikels zitiert.
    Es ist auch kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus wenn man schlussfolgert, dass mit der menschengemachten Zunahme von "Jahrhundertfluten" auch die Wahrscheinlichkeit für Jahrtausendfluten steigt.
    Und schon gar kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus ist es wenn man zu bedenken gibt, dass frühere Klimawechsel Jahrtausende brauchten für das was wir in 150 Jahren hingekriegt haben.

    Um zu solchen Erkenntnissen zu kommen braucht man nur die Augen aufmachen und das Hirn einschalten.

    ... Klimaveränderungen hat es schon immer gegeben, aber da standen ja auch nicht 7 Milliarden Menschen im Weg rum - sondern nur ein paar Büffel.

    Abgesehen davon spricht die Klimaforschung ja auch nur davon dass Wetterextreme durch menschliches Zutun wahrscheinlicher werden. Keiner behauptet ernsthaft dass es ohne 200 Jahre Industrieabgase keine Wetterspitzen gäbe. Dummerweise werden die fachlichen Ergebnisse in der Presse von Germanisten interpretiert. Und die sind, wie der Schnitt der Bevölkerung, naturwissenschaftlich auf der Sichthöhe von Galileo auf pro7.

    Eine Sache noch: Öko-Lobbyismus? Ehrlich? Glauben Sie wirklich die Welt wird von Öks an der Nase rumgeführt? Ganz ehrlich. Die großen Öl-Barone lachen und lachen und lachen immer noch wenn Sie Das lesen. Und dann lachen Sie nochmal.

  4. von den Kollegen aus dem Hause Holtzbrinck, der hilft die sogenannten Jahrhundert-Hochwasser der Gegenwart etwas besser einzuordnen.

    Vielen Dank dafür, wäre ich sonst nicht drauf gestoßen!

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    • postit
    • 17. Juni 2013 20:36 Uhr

    und frage mich, ob es da im frühen 14. Jahrhundert so etwas wie eine "Überbevölkerung" in weiten Teilen Europas gab. Die weitgehende Abholzung scheint mir ein Indiz in diese Richtung zu sein, ebenso die Zunahme der Wüstungen.

    Insgesamt wirklich ein grauenvolles Jahrhundert - erst diese Überschwemmungen, dann die Pest und die verheerendste Sturmflut, von der an der Nordseeküste je berichtet worden ist. Ich frage mich natürlich auch, wie die Menschen und Institutionen damit zurechtgekommen sind. Vielleicht ist es an der Zeit, das Buch "Der ferne Spiegel" von Barbara Tuchman noch einmal aufmerksam zu lesen.

    Schönen Abend noch
    postit

    • postit
    • 17. Juni 2013 20:36 Uhr

    und frage mich, ob es da im frühen 14. Jahrhundert so etwas wie eine "Überbevölkerung" in weiten Teilen Europas gab. Die weitgehende Abholzung scheint mir ein Indiz in diese Richtung zu sein, ebenso die Zunahme der Wüstungen.

    Insgesamt wirklich ein grauenvolles Jahrhundert - erst diese Überschwemmungen, dann die Pest und die verheerendste Sturmflut, von der an der Nordseeküste je berichtet worden ist. Ich frage mich natürlich auch, wie die Menschen und Institutionen damit zurechtgekommen sind. Vielleicht ist es an der Zeit, das Buch "Der ferne Spiegel" von Barbara Tuchman noch einmal aufmerksam zu lesen.

    Schönen Abend noch
    postit

    Antwort auf "Schöner Artikel"
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    Ja, gab es.

    Lesetipp: "The Great Wave: Price Revolutions and the Rythm of History" von David Hackett Fisher.

    "Insgesamt wirklich ein grauenvolles Jahrhundert - erst diese Überschwemmungen, dann die Pest und die verheerendste Sturmflut,"

    David Graeber behauptet in seinem Buch 'Schulden - die ersten 5000 Jahre', dass danach für das einfache Volk in Europa eine recht gute Zeit anbrach.

    Arbeitskräftemangen, steigende Löhne, Entstehung der europäischen Festkultur, von deren winzigen Resten wir heute noch zehren, ein Drittel bis zur Hälfte des Jahres war Feiern angesagt ...

    http://tinyurl.com/lh2paxl

    Wäre ja vielleicht auch eine Lösung für's Klimaproblem: Mehr das Leben feiern, statt nach Reichtum geiern.

  5. "Wie kontaminiert wäre die BRD
    sollte das Ereignis heute wieder auftreten?

    Wie sicher sind Industrieanlage und (Kern) Kraftwerke?"

    Wenn man mal Lust auf einen gepflegten Horror hat, kann man diese Frage in allen Einzelheiten durchdenken. Da wir die Chance auf Extremwetterereignisse massiv erhöhen, gleichzeitig aber alles so bauen, dass nichts dazwischen kommen darf, gehen wir generell ein hohes Risiko ein. Es muss ja keine Flut sein. Es könnte im Winter auch mal 2 Wochen durchschneien, dann geht hier gar nichts mehr. Oder was ganz Blödes wie eine Pandemie, so dass 80% der Leute plötzlich fiebernd im Bett rumsiechen. Wir haben hier so viel Zeugs rumstehen das hochgehen, abbrennen und auslaufen kann- ich vergleiche unsere Industriegesellschaften mit Autos bei 280 auf der Autobahn. Das geht genau so lange gut bis irgendwas passiert womit keiner gerechnet hat.

    3 Leserempfehlungen
  6. Wieviel Mrd. Taler wurden damals als Hilfe für die beeinträchtigten Menschen bereitgestellt?

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  7. Es ist überhaupt kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus wenn man eindeutig eine Zunahme der Hochwasser in den letzten 20 Jahren verzeichnet, wie auf Seite 3 des Artikels zitiert.
    Es ist auch kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus wenn man schlussfolgert, dass mit der menschengemachten Zunahme von "Jahrhundertfluten" auch die Wahrscheinlichkeit für Jahrtausendfluten steigt.
    Und schon gar kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus ist es wenn man zu bedenken gibt, dass frühere Klimawechsel Jahrtausende brauchten für das was wir in 150 Jahren hingekriegt haben.

    Um zu solchen Erkenntnissen zu kommen braucht man nur die Augen aufmachen und das Hirn einschalten.

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Öko-Lobbyismus"
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    Hirn einschalten ist immer gut - fangen Sie mal an: Um wieviel erhöhen sich denn zukünftig die "Wahrscheinlichkeiten von Jahrtausendfluten"?

    Sollten Sie statt Begriffen nur Worthülsen im Kopf haben?

    Natürlich haben Sie recht. Die Ablehnung des anthropogen verursachten Klimawandels oder des Anteils den der Mensch daran zu verantworten hat, ist schlichtweg ein psychologisch interessantes Phänomen. Die Argumente sind stets dieselben und tun einem Menschen mittlerer Bildung und Ehrlichkeit doch schon fast weh.

    Warum beharren die Menschen auf diesen von Ihnen zitierten Floskeln? Ganz einfach: Man müsste seine Denkweise doch schon gehörig anpassen, müsste folgerrichtig auch das eigene Verhalten hinterfragen. Das macht vielen Leuten Angst, wozu es mittlerweile auch schon etliche psychologische Untersuchungen und Belege gibt.

    Der Klimawandel ist als "unlösbares", da schwer zu durchschauendes Problem doch geradezu ideal, um den status quo zu sichern. Jeder kann sich auf Floskeln oder bewusste Fehldeutungen zurückziehen (wie man auch in der ersten Antwort auf ihren Kommentar sieht). Der Klimawandel spielt sich nun mal in der Zukunft ab, was einigen offensichtlich genügt, um heute nichts dagegen zu machen.

    Letztendlich ist die Masse aber genau das nicht: ehrlich. Sie will lieber ihrem Verlangen nach grenzenloser Mobilität und den angeblich heilbringenden kapitalistischen Versprechen nachgehen, als einen echten Wandel herbeiführen (und übersieht dabei, dass der Kapitalismus stehts nur sich selbst dient).

    • Kauri
    • 18. Juni 2013 14:00 Uhr

    .....denn schon 800 Jahre alt. Oder verwechseln Sie immer noch Wetter mit Klima?
    Im Jahr 1954 bekam ich von meinen Eltern zu Ostern ein neues Fahrrad. Im Herbst war es verrostet. Im Sommer hatte es nur geregnet. Damals wurde ja viel gebaut: Nichts ging mehr, alle Baugruben waren voller Wasser.
    Dann hatten viele Leute eine einleuchtende Erklärung für das abnormale Wetter: die vielen Atombomben-Versuche der AMI's und der Sowjets!
    Alles war doch ganz klar für Menschen , die schon damals mit offenen Augen durch die Welt gingen.
    Fünf Jahre später machte ich dann eine 6-wöchige Radtour in den Schulferien - sechs Wochen nur Hitze! Wir fuhren nachts, weil Emma Tage selbst für junge trainierte Burschen nicht auszuhalten war.
    Nochmal 12 Jahre später sang unser netter holländische Nachbar: "Wann wird's mal wieder richtig Sommer......"

    Es ist überhaupt kein ideologisch verbrämter Öko- Lobbyismus wenn man eindeutig eine Zunahme der Hochwasser in den letzten 20 Jahren verzeichnet, wie auf Seite 3 des Artikels zitiert.
    Und genau das können weder Forscher, noch IPCC bestätigen.
    Zitat:
    Hochwasserchronologien von Elbe und Oder über die letzten 800–1000 Jahre wurden von Mudelsee et al. (2003) konstruiert und veröffentlicht. Inhomogenität durch Dokumentenverlust ist für beide Flüsse für den Zeitraum nach 1500 vernachlässigbar. Mudelsee et al. (2003) schätzten Risikokurven extremer Elbe- und Oderhochwasser; diese dokumentieren keinen Anstieg (Sommerhochwasser) bzw. einen Abfall (Winter) für das 20. Jahrhundert. Ursache des Abwärtstrends im Winter ist wahrscheinlich das seltenere Auftreten von starken Eisdecken, die im Frühjahr aufbrechen und hohe Wasserstände deutlich verstärken können.
    Ursache der geringeren Flußvereisungen ist nicht erhöhte Verschmutzung, sondern regionale Erwärmung (Mudelsee et al., 2004). Die Trends für das 20. Jahrhundert sind in ungefährer Übereinstimmung mit den Trends des Risikos des Überschreitens des 25-jährigen Maxiums der Niederschlagszeitreihen (Hulme et al., 1998) in den Einzugsgebieten.
    http://www.manfredmudelse...

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