Regenwald : Abholzung im Amazonas nimmt wieder drastisch zu

In einem Jahr wurde im brasilianischen Regenwald eine Fläche abgeholzt, die dreimal so groß ist wie New York. Ursache könnte der steigende Bedarf an Ackerland sein.
Ein Waldarbeiter sägt einen Baum im Regenwald des Amazonas um (Archiv). © Werner Rudhart/dpa

Die Abholzung des Regenwaldes im Amazonasgebiet hat stark zugenommen. Laut Daten der brasilianischen Regierung wurden allein im Mai 465 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Das ist fast fünfmal so viel wie im Mai 2012. 

Im Jahresvergleich sieht die Lage noch dramatischer aus. Seit August 2012 verschwanden 2.338 Quadratkilometer. Das ist ein Plus von 35 Prozent und entspricht dreimal der Fläche von New York City. Im Vorjahr entdeckten die Satelliten der brasilianischen Weltraumbehörde zwischen August 2011 und Juli 2012 lediglich einen Schwund von 2.051 Quadratkilometern.

Die Daten scheinen den Verdacht zu bestätigen, dass die erkämpften Fortschritte der Umweltschützer wieder rückläufig sind. Ein Grund für die verstärkte Abholzung des Regenwaldes könnte ein gestiegener Bedarf nach Ackerland sein.

Änderungen an der Umweltpolitik

Infrastrukturprojekte der Regierung, Änderungen an der Umweltpolitik sowie steigende Preise für Sojabohnen und andere Agrarerzeugnisse Brasiliens könnten die Rodung des Regenwaldes fördern. Um das genaue Ausmaß der Abholzung festzustellen, seien noch weitere Untersuchungen am Boden nötig. Zunächst müssen natürliche Ursachen für den Schwund festgestellt werden.

Im Amazonasbecken befindet sich rund die Hälfte des weltweit verbleibenden Regenwaldes, hier gibt es den größten noch zusammenhängenden Regenwaldblock. Insgesamt erstreckt sich das Waldgebiet über neun südamerikanische Staaten. Brasilien hat mit fast 500.000 (im Jahr 2005) Quadratkilometern den mit Abstand größten Anteil.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Löwenanteil wird zu Tierfutter

Ich habe leider nichts aktuelleres gefunden.

"In der Anbausaison 2008/09 wurden 91 % der Sojaernte in Ölmühlen gepresst. Produkte der Pressung sind zu etwa 90 % Sojamehl und zu 10 % Sojaöl.[23] Das Öl wird in erster Linie im Lebensmittelbereich als Salat- und Kochöl, sowie Brat- und Backfett benutzt.[24] Das Mehl wird vor allem als Futterzusatz (Ergänzungsfutter) für Geflügel (ca. 46 %) eingesetzt. Auch Rinder (ca. 20 %) und Schweine (ca. 25%) werden mit Sojamehl gefüttert. Zu einem geringen Anteil (ca. 3%) wird es beispielsweise als texturiertes Soja vor allem in der vegetarischen bzw. veganen Ernährung als proteinreiches Lebensmittel verwendet." (Quelle:https://de.wikipedia.org/...)

Was für Agrarerzeugnisse denn genau?

Sojabohnen, schön und gut. Aber solche zum menschlichen Verzehr, oder als Tierfutter für die Nutztierhaltung? Das ist schon ein wichtiger Unterschied, der nicht einfach unterschlagen oder ignoriert werden sollte. Und was für Agrarerzeugnisse noch? Welche die wir Europäer importieren oder für Brasiliens eigenen Bedarf? Ein wenig mehr informativ dürfte es schon gerne sein - mal als Anregung :-)