Extreme : Wo Menschen wirklich unterm Wetter ächzen

Deutschland schwitzt in der Hitze. Wirklich extrem ist es aber andernorts. Ob Nebel, Regen, Kälte oder Wind: Diese Gegenden sind abenteuerlich.

Heiß, heißer, Schlucht des Todes

Ein Thermometer in Furnace Creek im kalifornischen Death Valley zeigt 120 Grad Fahrenheit, knapp 49 Grad Celsius. © David McNew/Getty Images

Dem Hitzerekord scheint ein gewisses Prestige anheim zu hängen, mehrere Orte beanspruchen die höchsten Temperaturen seit Anbeginn der Wetteraufzeichnungen für sich. Die extremste Zahl, die dabei durch die Luft schwirrt, ist 70,7 Grad Celsius, gemessen während eines Hitzeschubs in der Wüste Lut im Iran, die aber nie offiziell bestätigt wurde.

Bestätigt, aber 90 Jahre später wieder aberkannt, wurde die Marke von 57,8 Grad Celsius im libyschen Al-’Azīziyah vom 13. September 1922. In der mittelmeernahen Region liegen die Temperaturen im Sommer eher  zwischen 30 und 40 Grad. Das machte die Weltorganisation für  Meteorologie (WMO) misstrauisch – und tatsächlich wurde ein Rechenfehler attestiert und der Rekord aberkannt.

Seit Juli 2012 ist deswegen die Furnace Creek Ranch im Death Valley, Kalifornien, der Ort mit der höchsten je bestätigten Temperatur. Dort wurde im Jahr 1913 der Spitzenwert von 56,7 Grad Celsius gemessen. In den Sommermonaten liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im Tal des Todes – deren Name sicher nicht von ungefähr kommt – zwischen 43 und knapp 47 Grad und damit immer noch weit über jedem deutschen Rekordsommer.

So kalt, dass heißer Tee gefriert

Leipziger Forscher bei Probebohrungen im Eis des Elgygytgyn-Sees in äußersten Nordosten Sibiriens, über 270 Kilometer von der nächsten größeren Siedlung entfernt. © Tilo Arnhold/dpa

Der kälteste Ort der Welt, an dem Menschen leben, liegt in Russland. Minus 68 Grad Celsius wurde in der Wetterstation des kleinen Ortes Oimjakon in der sibirischen Republik Jakutien im Winter 1933 gemessen. Dennoch leben dort noch immer Menschen – 2001 waren es 521. Der Name Oimjakon bedeutet in der Sprache der Jakuten übrigens so viel wie "heiße Quelle". Die Sommer in Oimjakon werden jedenfalls immer wärmer: Am 28. Juli 2010 wurden 34,6 Grad Celsius gemessenen. Ein neuer Rekord!

Oimjakon hält mit minus 15,6 Grad aber auch den Rekord für die tiefste Jahresdurchschnittstemperatur besiedelter Orte. Wer hier dampfend heißen Tee in die Luft schleudert, kann damit einen Eiskristallschauer erzeugen.

Unter den unbesiedelten Orten ist die Wostok-Station, eine Forschungsstation in der Ostantarkits, der Spitzenreiter. In einer Höhe von 3.488 Metern gelegen wird sie als "Kältepol der Erde" bezeichnet. Hier wurden bereits Werte von bis zu -89,2 Grad gemessen.

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Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

37°C - Reden wir mal über's Schneeschaufeln!

"Doch während es an anderen Flecken auf der Erde noch deutlich mehr regnet — am meisten in Mawsynram in Indien, wo der jährliche Niederschlag im Schnitt 11.873 Millimeter erreicht..."
"Der mittlere Durchmesser von Schneeflocken beträgt übrigens etwa fünf Millimeter, bei einem Gewicht von 0,004 Gramm."

4/1000 g Schnee nehmen damit ein Volumen von 5³xPi/6 mm³ = 65mm³ ein,
1/1000 g Schnee (das Äquivalent von 1mm³ Wasser) folglich 65 / 4 = 16,36mm³. --> Wenn der Niederschlag in Mawsynram ausschließlich als Schnee niederginge, würde das Dorf also, da seine Fläche ja konstant ist, jährlich unter 194 m Schnee versinken. ;)

"Der Ort mit dem meisten Flockenfall liegt nicht etwa in der Antarktis, sondern im österreichischen Dorf Damüls. Im Schnitt rieseln dort 9,3 Meter Neuschnee im Jahr. "